(Motorsport-Total.com) - Red Bull hat seinen Fahrer Isack Hadjar nach dem Grand Prix von Belgien 2026 in Spa-Francorchamps regelrecht mit Lob überschüttet. Vorausgegangen war eine Aufholjagd von Startplatz 21 auf Position sechs mit einer besonders gewagten Reifenstrategie, die Hadjar optimal umsetzte. Das wirft die Frage auf: Ist er der bisher beste Teamkollege von Max Verstappen?

© Sutton Images
Isack Hadjar neben seinem Red-Bull-Teamkollegen Max Verstappen Zoom
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Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies jedenfalls erkennt einen klaren Trend: "Isack verbessert sich jedes Mal, wenn er dieses Auto fährt. Dabei bleibt er immer ruhig. Er hat diese gelassene, coole Art. Das funktioniert sehr gut. Und natürlich ist es für uns in diesem Jahr ein riesiger Faktor, dass inzwischen auch das zweite Auto konkurrenzfähiger ist."
Wer nach Ricciardo den zweiten Red Bull gefahren hat
Denn das war bei Red Bull in der Vergangenheit nicht immer der Fall: Nach dem Wechsel von Daniel Ricciardo zu Renault 2019 entwickelte sich das zweite Red-Bull-Cockpit zum "Schleudersitz": Pierre Gasly bekam nur eine halbe Saison neben Verstappen, Alexander Albon immerhin eineinhalb Jahre. Dann wurde auch Albon ausgetauscht.
Ab 2021 gab es für vier Jahre Konstanz mit Sergio Perez im zweiten Auto. Der Mexikaner wurde zum zweiten Fahrer nach Ricciardo, der bei Red Bull ebenfalls Rennen gewann. Doch nach einer schwachen Saison 2024 mit nur vier Podestplätzen und einmal Platz sechs als Höhepunkt in der zweiten Saisonhälfte war auch für Perez Schluss bei Red Bull.
Wieder begann das Stühlerücken: Liam Lawson bestritt zwei farblose Rennwochenenden für Red Bull, ehe ihn Yuki Tsunoda für den Rest der Saison 2025 ersetzte, ebenfalls ohne große Highlights. Dann ersetzte Red Bull Tsunoda durch Isack Hadjar, der nun sechs Top-6-Ergebnisse in Folge erzielt hat. Das war zuletzt Perez zu Saisonbeginn 2024 gelungen. Albon hatte es gleich zu Beginn seiner Red-Bull-Zeit geschafft, Gasly gar nicht.
Wo also steht Hadjar nach gut der Hälfte einer Formel-1-Saison im Vergleich zu seinen Vorgängern als Verstappen-Teamkollege? Die wichtigsten Kennzahlen weisen ihn als zweitbesten Mann nach Ricciardo aus. Mit aktuell 3:7 im Qualifying-Vergleich und knapp 66 Prozent der Verstappen-Punkte steht Hadjar deutlich vor Albon, Gasly, Lawson und Perez. (Mehr dazu in der Formel-1-Datenbank!)
Aber: Sie alle hatten unterschiedlich viel Zeit, sich zu beweisen. Und ob Hadjar seinen aktuellen Schnitt halten kann, ist ungewiss.
Warum Red Bull von Hadjar überzeugt ist
Red Bull wirkt dennoch überzeugt, auf dem richtigen Weg zu sein: "Es ist ganz klar enorm wichtig, zwei starke Fahrer zu haben. Und genau das haben wir jetzt", sagte Mekies in Spa bei Sky. "Das ist ein guter Schritt nach vorne."
In Belgien habe Hadjar sein "bisher bestes Rennen für Red Bull" gezeigt. "Daran gibt es keinen Zweifel", sagte Mekies. "Ehrlich gesagt war das keine einmalige Ausnahme. Isack wird von Rennen zu Rennen ein kleines Stück schneller. In Spa hat er den nächsten Schritt gemacht. Er war wirklich sehr stark."
Deshalb hält Mekies Hadjar beim Renntempo für "einen der drei Besten im Feld", so erklärte er nach dem Grand Prix von Belgien. "Wir sind mit seiner Entwicklung deshalb sehr, sehr zufrieden."
Hadjar sieht sich selbst als Podestkandidat
Das passt zum Selbstverständnis von Hadjar. Er sagte nach dem Rennen in Spa voller Selbstvertrauen: "Wenn ich einfach ein Wochenende ohne Strafen hinbekomme, dann kämpfe ich mit diesem Tempo um das Podium."
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Für ihn kam das Abschneiden in Belgien "nicht überraschend. Ich konnte endlich einmal bei freier Fahrt ein wirklich starkes Tempo zeigen. Ich glaube, das war insgesamt mein komplettestes Rennen bislang. Darauf muss ich jetzt aufbauen und weiter pushen."