Lufthansa für Rentnerin aufgehalten: Flughafen-Polizistinnen helfen 81-Jähriger aus der Not

Stand: 14.10.2026, 20:00 Uhr

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die Polizistinnen Vivian Z. (l.) und Merry-Jo K. am Flughafen München und Rentnerin Marei Hensel aus Langenbach

Ermöglichten der Rentnerin Marei Hensel (r.) ein Happy End: die Polizistinnen Vivian Z. (l.) und Merry-Jo K. am Flughafen München. © Bundespolizei/Forster

Eine 81-Jährige muss zu einer Beerdigung fliegen, doch dann läuft etwas gewaltig schief. Ihr Glück: zwei Bundespolizistinnen – und die Lufthansa hilft auch noch mit.

Langenbach – „Ich bin noch heute davon aufgewühlt, aber im Positiven!“ Marei Hensel steht in ihrem Garten in Langenbach, und wenn die Seniorin von dem denkwürdigen Erlebnis erzählt, das sich vor einigen Wochen am Flughafen München abgespielt hat, strahlt sie immer noch über das ganze Gesicht. Und das, obwohl ihre Geschichte äußerst misslich beginnt.

Es ist ein Sonntag Mitte September, als Hensel mit dem Bus zum Airport fährt. Die 81-Jährige trägt Schwarz, denn es geht nicht etwa in den Urlaub: Eine Lufthansa soll sie nach Dresden bringen, zur Beerdigung ihres Schwagers. Auch wenn ihr wegen des Anlasses eine Menge durch den Kopf schwirrt: Den Weg zum Flughafen und durchs Terminal spult die Rentnerin wie auf Autopilot ab, ist sie doch früher als Sekretärin an einem Dresdner Institut oft diese Strecke geflogen. Ohne aufs Ticket zu schauen, marschiert Hensel daher nach dem Sicherheitscheck zum Gate G7, wo sonst stets ihr Flug startet, setzt sich hin und wartet. Und wartet. Bis sie nervös wird: In zehn Minuten soll es losgehen – von ihrer Flugnummer ist aber noch nichts zu lesen!

Da kullern bei der Seniorin erste Tränen

Hilfesuchend spricht sie zwei junge Polizistinnen an, die gerade auf Streife vorbeikommen: „Warum rührt sich hier nichts?“ Die beiden Beamtinnen, Vivian Z. und Merry-Jo K., schauen auf die Bordkarte und erkennen gleich das Problem: „Sie stehen am falschen Gate. Sie müssen zu K7“, sagt Vivian Z. und erklärt der Seniorin, dass sie dafür aus dem Hauptterminal erst mit dem unterirdischen Zug ins Satellitengebäude fahren und noch eine ganze Strecke laufen muss. Da kullern bei Marei Hensel erste Tränen der Verzweiflung. „Ich war dem Herzinfarkt nahe“, erinnert sich die 81-Jährige mit Schaudern zurück.

Ich war dem Herzinfarkt nahe.

Doch das Glück ist an ihrer Seite – in Form der Bundespolizistinnen. Wegen der besonderen Umstände mit der nahenden Beerdigung, und weil gerade kein anderer Einsatz drängt, funken sie ihren Vorgesetzten an, um bei der Lufthansa einen kurzen Aufschub zu erbitten. Gleichzeitig geht es gemeinsam flotten Schrittes dem richtigen Gate entgegen. „Die Leute haben ganz schön geguckt, als ich von den beiden bewaffneten Damen eskortiert wurde“, erzählt Marei Hensel und lacht. „Die dachten wohl, ich werde abgeführt!“ Sie sei aber heilfroh um ihre Begleitung gewesen.

Eine Polizistin eilt voraus

Als das Trio aus dem Verbindungszug steigt, eilt eine Polizistin voraus, um am Gate Bescheid zu geben, dass die Passagierin gleich eintrifft. Nachdem auch die Langenbacherin und die zweite Beamtin angekommen sind, begleiten Lufthansa-Angestellte Marei Hensel auf den letzten Drücker in den Flieger. „Ich hab‘ mich gleich beim Piloten bedankt, der schon dastand“, berichtet die 81‑Jährige. Während sie sich erleichtert in ihren Sitzplatz fallen lässt, ertönt die Durchsage des Flugkapitäns: „Jetzt, wo wir vollzählig sind, können wir starten.“

Grafik zur Visualisierung der Strecke zwischen Gate G7 und K7 am Flughafen München

Die ganz ähnlich klingenden Gates liegen in der Realität weit auseinander. © Forster/Bayernatlas

Als LH2124 später in Dresden gelandet ist und Marei Hensel von ihrer Verwandtschaft empfangen wird, lautet der erste Satz: „Ihr seid ja zehn Minuten zu spät gelandet.“ Die Story, die die Frau aus Bayern dazu auf Lager hat, bringt alle erst einmal zum Lachen – und verdrängt kurz die Trauer.

Die Heimatzeitung recherchiert die Beamtinnen

Auch Tage danach lässt Hensel das Erlebte nicht los – bis sie sich schließlich bei ihrer Heimatzeitung meldet: „Mir ist es eine Herzensangelegenheit, mich bei diesen reizenden Polizistinnen zu bedanken. Ihre Hilfe wird mir ewig in Erinnerung bleiben. Leider hab‘ ich in der Aufregung nicht auf ihre Namensschilder geachtet.“ Das Freisinger Tagblatt kann die Verantwortlichen dafür schnell recherchieren – und den Dank der Langenbacherin ausrichten. Das Duo freut sich über die Rückmeldung. Und Polizeimeisterin Merry-Jo K. sagt: „Ein Flugzeug zu stoppen, ist keine übliche Tat für uns, normalerweise ist so etwas nicht möglich. Deshalb war es auch für uns ein besonderer Einsatz. Das bleibt uns in Erinnerung.“