Madjo stellt zwei Rekorde auf: Supertalent knallt nach FIFA-Sperre wuchtig auf die Fußball-Bühne

Madjo stellt zwei Rekorde auf

Supertalent knallt nach FIFA-Sperre wuchtig auf die Fußball-Bühne

imageVon Emmanuel Schneider

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13.08.2026 | 19:08 Uhr

Aston Villa verpflichtet im Januar ein Talent aus Frankreich. Doch die FIFA grätscht dazwischen, gibt Brian Madjo keine Spielerlaubnis. Der Klub wehrt sich erfolgreich. Im Supercup setzt der Stürmer gleiche eine erstaunliche Duftmarke.

Der UEFA Supercup ist zwar ein offizieller Titel, aber einer mit eher geringem Prestige. Es ist noch nicht die allergrößte Bühne im europäischen Fußball. Aber Brian Madjo hat sie genutzt. Der 17-jährige Stürmer stand etwas überraschend in der Startaufstellung von Aston Villa und sollte trotz der Niederlage gegen Paris Saint-Germain (1:2) die wohl größte Geschichte dieses Abends schreiben.

Schon der Einsatz bescherte dem jungen englisch-luxemburgischen Spieler zwei Rekorde. Zum einen avancierte er zum jüngsten Spieler, der jemals in einer Supercup-Startelf stand - mit 17 Jahren und sieben Monaten. Sein Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 machte ihn dann auch zum jüngsten Torschützen eines Supercups. Kein schlechter Arbeitsnachweis für einen Mittwochabend.

Madjo stand gegen PSG früh im Fokus der Angriffsbemühungen von Villa. Zunächst scheiterte er noch doppelt per Kopf, dann per Schlenzer und Abschluss aus kurzer Distanz. Kurz vor der Halbzeitpause wuchtete er dann eine Flanke direkt ins Tor. Bühne frei zum Torjubel. Ein Super-Teenie gibt seine Visitenkarte in einem europäischen Finale ab.

Madjo war monatelang gesperrt

Für einen Sieg reichte es zwar nicht. Dafür war die Startruppe von PSG dann doch zu stark. Desiré Doué (61.) besorgte den 2:1-Endstand und den ersten Titel der neuen Saison für PSG. Doch dass Madjo überhaupt spielen durfte, ist schon ein eigenes Kapitel seiner jungen Karriere. Um den Youngster hatte es in den vergangenen Monaten einen Kampf vor den Sportgerichten gegeben. Der Grund: Die FIFA hatte ihm zunächst die Spielerlaubnis entzogen, weil sie Madjo einen unerlaubten internationalen Wechsel eines U18-Spielers vorwarf. Im Winter war Madjo von Metz nach Birmingham in die Premier League gewechselt.

Villa ging gegen die Sperre vor und erstritt vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS die Erlaubnis, die er erst Anfang August, also wenige Tage vor dem Supercup, erhielt. Die Argumentation Villas, dass Madjo in London geboren wurde und auch die englische Staatsbürgerschaft besitzt, half vor dem CAS. Nun folgte das spektakuläre Pflichtspieldebüt beim neuen Klub.

Der Teenager bekam seine Startelfchance auch, weil die Stammkräfte Ollie Watkins und Tammy Abraham geschont wurden - aber vor allem, weil er sich in der Vorbereitung aufgedrängt hatte. Dort galt die Sperre nicht.

Ein junger Harry Kane?

"Er kam zum Einsatz, weil er uns gezeigt hat, dass er hart arbeiten und hohe Ansprüche stellen kann", erklärte Villa-Trainer Unai Emery nach der Partie. "Es geht nicht nur darum, Tore zu schießen, sondern auch um die Verteidigung und darum, wie er sich taktisch engagiert und diszipliniert verhält. Genau das hat er getan."

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Fußballer begeistert mit spektakulärem Flick-Flack-Einwurf

Ihm sei es darum gegangen, die jungen Spieler in einer solchen Partie zu sehen und ihre Entwicklung zu beobachten, so Emery. "Brian hat in der Saisonvorbereitung gegen Walsall und Real Sociedad angefangen, Tore zu schießen", lobte der Coach genau wie Teamkollege George Hemmings. "Nun haben sie zwar gezeigt, wozu sie fähig sind, aber sie müssen weiterhin konstant und anspruchsvoll bleiben und auf dem gleichen Niveau weitermachen wie bisher." Zu sehen ist der junge Stürmer wohl auch schon kommenden Samstag in Deutschland, wenn Aston Villa in Mönchengladbach testet.

Auch in den Nationalmannschaften sind sie gierig auf Madjo. Er debütierte bei der U16-Nationalelf Luxemburgs. Im kleinen Nachbarland wuchs der Stürmer auf und begann seine Karriere. 2025 feierte er als 16-Jähriger schon das Debüt in der A-Nationalmannschaft. Kurz bevor er sich dann mit weiteren Auftritten in der WM-Qualifikation festgespielt hätte, zog er aber zurück. Zu verlockend waren wohl die Aussicht, bei den englischen Auswahlteams aufzulaufen.

So kam es dann auch: Wenige Tage nach seinem Rückzieher bei Luxemburg, wurde er von der englischen U17-Nationalmannschaft nominiert. Schon in der ersten Partie gelang ihm ein Treffer. Spielberechtigt wäre er wegen der Herkunft seines Vaters, der ebenfalls Fußballprofi war, auch für Kamerun.

Mit seiner Größe von 1,93 Meter, Variabilität und dem Torriecher ist er ein Mittelstürmer, wie man ihn sich malen möchte. Eine englische Verheißung auf viele Tore. Schon gibt es auf der Insel erste Vergleiche zum derzeit besten englischen Mittelstürmer: Harry Kane. Ein möglicher Erbe des Stürmerkönigs? Abwarten. Dafür ist es noch viel zu früh. Es zeigt aber, welchen Hype er schon mit 17 lostreten kann. Auftritte wie gegen PSG werden diesen weiter befeuern.

Verwendete Quelle: ntv.de