Manchester
Mann in England gesteht jahrzehntelangen Missbrauch von Frau
Der Mann bekannte sich vor Gericht in 60 Anklagepunkten schuldig, darunter Vergewaltigung sowie das vorsätzliche Verabreichen einer Substanz. Zwölf weitere Männer sind wegen sexueller Straftaten gegen die selbe Frau angeklagt
Manchester/Wien – In England hat ein Mann vor Gericht zugegeben, seine Ehefrau mehr als 20 Jahre lang betäubt und vergewaltigt zu haben. Insgesamt bekannte sich der Mann vor einem Gericht in Manchester in 60 Anklagepunkten schuldig, darunter mehrere Fälle von Vergewaltigung und sexuellen Übergriffen sowie das vorsätzliche Verabreichen einer Substanz, wie die Nachrichtenagentur PA am Montag aus dem Gerichtssaal berichtete.
Die Taten spielten sich demnach zwischen 2004 und 2025 ab. Bereits vor Monaten hatte sich der Mann wegen eines Teils der Straftaten zwischen 2022 und 2025 schuldig bekannt, darunter auch die Weitergabe intimer Bilder. Neben ihm sind zwölf weitere Männer wegen sexueller Straftaten gegen die Frau angeklagt, sie bestreiten jedoch laut PA allesamt die Vorwürfe.
Erinnerung an Fall Pelicot
Während der Mann sein Geständnis ablegte, saß die Frau den Angaben nach gemeinsam mit Familienangehörigen auf der Zuschauertribüne. Die Identität des Mannes wurde nicht öffentlich gemacht, um Rückschlüsse auf die Identität der Frau zu verhindern. Der stellvertretende Chef der Polizei der Region Greater Manchester, Rick Jackson, sprach nach dem Geständnis des Mannes laut PA von einer "schrecklichen Missbrauchsserie".
Der Fall weckt Erinnerungen an den Missbrauchsskandal um Gisèle Pelicot. Die Französin wurde von ihrem damaligen Ehemann über knapp zehn Jahre mit Medikamenten betäubt, missbraucht und dutzenden Fremden zur Vergewaltigung angeboten. Neben ihrem Ex-Mann wurden 50 Mittäter im Jahr 2024 zu langen Haftstrafen verurteilt.
Ein ähnlicher Fall wird derzeit in Deutschland vor Gericht verhandelt: Einem Mann aus der Region Hannover wird vorgeworfen, seine frühere Lebensgefährtin betäubt, vergewaltigt und gefilmt zu haben. 103 Fälle über mehr als vier Jahre zählte die Anklage am Landgericht zuletzt auf.
Im oberösterreichischen Marchtrenk soll ein Mann seine Frau massiv alkoholisiert und dann sexuell missbraucht haben. Die Frau verstarb Ende Juni durch Verbluten. Laut bisherigen Ermittlungen habe es zuvor gemeinsame sexuelle Handlungen des 51-jährigen Ehemanns und eines zweiten gleichaltrigen Verdächtigen an dem zu diesem Zeitpunkt "schwerst alkoholisierten und wehrlosen" Opfer gegeben, so die Staatsanwaltschaft. Beide Männer sind in Haft. Ein dritter Mann hätte laut APA am Tatabend dabei sein sollen, erschien aber nicht. Auf dem Handy des Ehemanns des Opfers wurden Screenshots von Chats gefunden, in denen der Mann über sexuelle Missbrauchs- und Misshandlungen an seiner Frau parliert. (APA, red, 14.9.2026)
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