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Eine Auswertung von Foodwatch zeigt, dass Produkte heimischer Marken in heimischen Märkten deutlich teurer sind als in Deutschland - im Schnitt um 24 Prozent.

© IMAGO / Manfred Segerer
vor 38 Minuten
5. September 2026 um 12:05
Viele Lebensmittel heimischer Marken sind in Österreich deutlich teurer als bei unserem Nachbarn Deutschland. Das ergab ein Foodwatch-Preisvergleich von insgesamt 20 Produkten. Laut einer Aussendung zeigt sich der Unterschied besonders am Beispiel von Manner-Schnitten in der 75-Gramm-Packung. Diese kosten demnach bei der Handelskette Billa in Wien 1,69 Euro, bei Rewe in Deutschland 0,79 Euro. Die Differenz beträgt satte 114 Prozent.
Betrachtet man weitere Produkte österreichischer Marken wie Rauch, Casali oder Mautner Markhof, ergibt sich im Schnitt ein um 24 Prozent höherer Preis in Österreich im Vergleich zu Deutschland. Laut Foodwatch schieben sich Händler und Hersteller der Produkte gegenseitig die Verantwortung für die erhöhten Preise hierzulande zu.
400-Gramm-Sackerl ähnlich teuer
Weitere Beispiele aus den Online-Shops von Spar, Billa, Globus, Edeka, Müller und Rewe verdeutlichen den Unterschied: Alkoholfreier Naturradler Zitrone von Gösser etwa kostet in Österreich um 46 Prozent mehr als in deutschen Supermärkten. Espresso ganze Bohne 1 kg von Julius Meinl Vienna ist hierzulande um 38 Prozent teurer, Rauch Yippy Multi (0,33 l) um 36 Prozent. Auffallend ist, dass der Unterschied beim 400-Gramm-Sackerl sowie den Snack-Minis der Manner-Schnitten lediglich acht statt 114 Prozent beträgt - 4,29 Euro in Österreich, 3,99 Euro in Deutschland.
Eine Ursache des sogenannten „Österreich-Aufschlags“ könnten territoriale Lieferbeschränkungen im EU-Binnenmarkt sein, die es Einzelhändlern erschweren, Produkte aus einem Mitgliedsstaat in einem anderen zu verkaufen. Wobei der Manner-Chef gegenüber der Kleinen Zeitung sagte: „Bei uns gibt es keinen Österreich-Aufschlag.“ Die Europäische Kommission prüft dazu, ob freiwillige Vereinbarungen oder verbindliche gesetzliche Vorgaben zu territorialen Lieferbeschränkungen sinnvoll sind. Foodwatch, der Handelsverband oder auch die Gewerkschaft GPA fordern jedenfalls ein Verbot. Ein Ende dieses „Geo-Blockings“ könnte jedoch auch den Wettbewerb gefährden.