Zivilschutz findet 55 Tote unter Trümmern in Gaza

Nahost

Zivilschutz findet 55 Tote unter Trümmern in Gaza

Das Gebäude ist vor zwei Jahren bei israelischen Angriffen getroffen worden. Laut Angaben der Uno wurden 82 Prozent aller Gebäude zerstört oder beschädigt

Zwei Personen schieben einen beladenen Karren durch eine Straße, die von Trümmern und zerstörten Gebäuden gesäumt ist, in der Nähe des Jabalia-Lagers im nördlichen Gaza-Streifen. Die Szene zeigt die Auswirkungen von Zerstörung und schwierigen Lebensbedingungen in der Region.
Laut Uno wurden im Gazastreifen mehr als 80 Prozent der Gebäude beschädigt oder zerstört.

Gaza – Der Zivilschutz im Gazastreifen hat nach eigenen Angaben die sterblichen Überreste von 55 Menschen aus den Trümmern eines Wohnhauses geborgen. Das Gebäude in der Stadt Gaza sei vor zwei Jahren bei israelischen Bombenangriffen zerstört worden. Während des Gazakriegs sollen sich dort Angehörige einer Familie und Binnenvertriebene aufgehalten haben.

Nach Angaben des Satellitenzentrums der Vereinten Nationen (UNOSAT) sind während des Gazakriegs 82 Prozent aller Gebäude im Gazastreifen zerstört oder beschädigt worden. Die Gesundheitsbehörden in Gaza sowie UN-Organisationen und Hilfsorganisationen schätzen, dass unter den Trümmern die Überreste von 10.000 bis 14.000 verschütteten Personen liegen.

Millionen Tonnen Kriegstrümmer

Nach Angaben des Zivilschutzes fehlen Planierraupen, Bagger und Lastwagen, um den Zugang zu Vermissten und die Bergung von sterblichen Überresten zu erleichtern. Nur ein kleiner Teil der mehr als 60 Millionen Tonnen Kriegstrümmer ist bisher beseitigt worden.

Insgesamt sind seit Beginn des Gazakriegs nach dem Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 laut Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza mehr als 73.400 Palästinenser getötet worden. Anfang des Jahres bestätigte auch Israels Armee die Angaben der Behörde, die sie lange als "Hamas-Propaganda" zurückgewiesen hatte, während Fachleute die Zahl der Toten noch höher einschätzten. Israel untersagt seit mittlerweile knapp drei Jahren ausländischen Medien den Zugang zum Gazastreifen.

Seit Oktober 2025 herrscht eine Waffenruhe, dennoch gibt es immer wieder Tote, zuletzt hatte Israel seine Luftangriffe wieder verstärkt. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat erst vor Kurzem einen israelischen Militärstützpunkt im Gazastreifen besucht und dabei betont, dass Israel an der Kontrolle von rund 60 Prozent des Gebiets festhalten werde. "Wir ziehen uns nicht zurück", erklärte er in einer von seinem Büro verbreiteten Videobotschaft vor Ort. Der von den USA vorangetriebener Friedensplan sieht einen Abzug israelischer Soldaten und die Entwaffnung der Hamas vor. Netanjahus Koalitionspartner fordern allerdings immer offener israelische Siedlungen auch im Gazastreifen. (APA, red, 5.9.2026)

Forum: 1 Posting

Ihre Meinung zählt.

Die Kommentare im Forum geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Benutzer:innen können diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die STANDARD Verlagsgesellschaft m.b.H. vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.