Stand: 09.09.2026, 08:13 Uhr
Kommentare

Marcel Friederich lebt seit seiner Geburt mit dem Möbius-Syndrom – sein „schiefes Lachen" war früher sein Makel. Nun gründete der Mainzer einen Verein, der junge Menschen für Inklusion sensibilisieren soll.
Die bunte Vielfalt des Fußballs in den Mittelpunkt zu stellen und Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung zu ermöglichen: Darum geht’s bei den Fußball-Inklusionstagen am kommenden Wochenende in Essen, die zusammen von der DFB-Stiftung Sepp Herberger, dem Fußball-Verband Mittelrhein und Rot-Weiss Essen auf dem Kennedyplatz ausgerichtet werden. Dazu wurde eine prominent besetzte „Elf für Inklusion“ berufen, zu der auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf, die Nationalspieler Robin Gosens (FC Schalke 04) und Maximilian Beier (Borussia Dortmund) und die ehemaligen Nationalspielerinnen Lira Alushi, Inka Grings und Turid Knaak gehören. Höhepunkt soll am Samstag (12.45 Uhr) ein Einlagespiel im Blindenfußball sein.
Die DFB-Stiftung ernannte Marcel Friederich zum Botschafter. Der bis Ende 2024 als Leiter der externen Kommunikation der Deutschen Fußball-Liga (früher DFL, heute Bundesliga) arbeitende Journalist sagt: „Gerade in der aktuellen Zeit mit großen Herausforderungen in Gesellschaft und Politik möchte ich mit vollem Engagement vorangehen: für mehr gegenseitiges Verständnis und mehr Menschlichkeit in unserer Gesellschaft.“
Der gebürtige Mainzer lebt seit seiner Geburt mit dem Möbius-Syndrom. Sein sichtbares Markenzeichen – „das schräge Lachen“ – war früher sein Makel, heute steht es für Mut, Haltung und Perspektivwechsel. Der 38-Jährige hat im vergangenen Jahr auch das Buch „Mutmacher-Menschen“ herausgebracht. Seine Geschichte und die von zehn weiteren Menschen soll anderen helfen, sich selbst zu akzeptieren – und das eigene Anderssein als etwas Positives und Einzigartiges zu begreifen. Letztlich geht es ihm um eine Gesellschaft, in der mehr Respekt, Vielfalt und gegenseitiges Verständnis gelebt werden, um Vorurteilen und Diskriminierung zu begegnen.
Der gerade von ihm gegründete Verein „Mutmacher Pioniere“ verfolgt das Ziel, nun möglichst viele junge Menschen für Inklusion und Respekt zu sensibilisieren. Der an der Axel-Springer-Schule ausgebildete Friederich arbeitete früher beim ZDF, beim FC Schalke 04 und RB Leipzig, der Sportbild sowie als Chefredakteur des Basketball-Magazins. Heute setzt er sich in Keynotes, Workshops, Seminaren oder Schulprojekten vor Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen dafür ein, das gegenseitige Verständnis in allen gesellschaftlichen Bereichen zu fördern.