Merz warnt im ARD-Sommerinterview: „Land wird erheblichen Schaden nehmen“ – klare AfD-Ansage vor Sachsen-Anhalt-Wahl

Merz schickt AfD-Sachsen-Anhalt harte Warnung vor der Wahl – und kündigt Reaktion auf Leipzig-Drohne an

Stand: 30.08.2026, 20:12 Uhr

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Im ARD-Sommerinterview äußert sich Friedrich Merz zu den hybriden Angriffen Russlands und der AfD. Von Kritik will der Kanzler derzeit nichts hören.

Berlin – Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat vor den wirtschaftlichen Folgen einer AfD-geführten Regierung in Sachsen-Anhalt gewarnt. „Das Land wird erheblichen Schaden nehmen, wenn es so kommt, wie wir das jetzt befürchten müssen“, sagte Merz im ARD-Sommerinterview. Er warnte dabei konkret vor einem Rückzug internationaler Investoren.

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass noch internationale Investoren mit einem AfD-Ministerpräsidenten zu einem Spatenstich kommen, um neue Werke zu gründen und neue Unternehmen in Sachsen-Anhalt anzusiedeln“, sagte der Kanzler. „Das ist aber eine Entscheidung, die die Wählerinnen und Wähler in Sachsen-Anhalt zu treffen haben.“ Auch in den letzten Tagen vor der Wahl werde seine Partei deshalb „alles tun, um genau das zu verhindern“, sagte der Kanzler und CDU-Chef. Merz verwies dabei auch darauf, dass eine Woche vor der Wahl „nach wie vor rund 20 Prozent unentschieden“ seien und Umfragen noch keine Wahlergebnisse seien.

In Sachsen-Anhalt wird am kommenden Sonntag gewählt. Die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD liegt in Umfragen mit großem Abstand vorn und könnte erstmals die Möglichkeit bekommen, eine Regierung zu bilden. In Sachsen-Anhalt regiert derzeit die CDU mit SPD und FDP.

ARD-Sommerinterview: Merz will günstigere Lösungen für die Bundeswehr

Weiter will Rüstungsprojekte zur Modernisierung der Bundeswehr „sehr viel kosteneffizienter“ machen, so Merz. Zugleich verteidigte der Kanzler im ARD-Sommerinterview aber die geplante erhebliche Steigerung der Rüstungsausgaben. Er war darauf angesprochen worden, dass in der Rüstungsindustrie „Goldgräberstimmung, Champagnerlaune“ herrsche.

„Das ist eine Diskussion, die ich natürlich sehe. Wir haben deswegen auch mit dem Verteidigungsminister verabredet, dass wir jetzt noch einmal die gesamten Beschaffungsverfahren und die Beschaffungsvorhaben überprüfen“, sagte Merz. Ziel sei eine moderne Bundeswehr. „Wir wollen nicht auf alte Waffensysteme zurückgreifen. Wir sehen, dass sich die technologische Entwicklung in rasantem Tempo zeigt, auch in der Verteidigungsindustrie“, sagte Merz. 

Merz blickt Richtung Ukraine: Militärische Innovation „muss überhaupt nicht so teuer sein“

An Universitäten und Forschungseinrichtungen entstünden viele neue Ideen, und es gebe eine große Zahl von Unternehmensgründern. „Das muss überhaupt nicht so teuer sein. Die Ukraine zeigt uns im Übrigen, wie man es sehr viel preisgünstiger machen kann“, sagte Merz. Es gebe bereits Kooperationen mit dem Land und die Möglichkeit, gemeinsame Rüstungsunternehmen zu schaffen.

Der Kanzler war darauf angesprochen worden, dass die Bundesregierung in diesem Jahr Ausgaben von 82 Milliarden Euro, im kommenden Jahr dann 109 Milliarden Euro für den Wehretat plane. 2028 seien es 153 Milliarden, und im Jahr der nächsten Bundestagswahl 162 Milliarden Euro.

„Wir müssen die Defizite der letzten 15 Jahre korrigieren. Die Bundeswehr ist nicht da, wo sie sein müsste. Wir müssen uns verteidigen können in Deutschland“, so Merz. „Was nützt uns das schönste Elterngeld, wenn wir unsere Freiheit verlieren und der Frieden in Europa gefährdet ist?“

Merz: Antwort auf Leipzig-Drohne mit NATO-Partnern abgestimmt

Weiter stimme die Bundesregierung ihre angekündigte Reaktion auf den versuchten Sprengstoff-Anschlag am Flughafen Leipzig/Halle aktuell mit europäischen Partnern und innerhalb der NATO ab. „Die wird in diesen Tagen auch final abgestimmt mit der Europäischen Union, mit den NATO‑Partnern“, sagte der Bundeskanzler. Es werde eine Reaktion aus Deutschland sein, aber die Partner würden davon nicht überrascht werden. 

Auf die Frage, ob Deutschland überhaupt angemessen reagieren könnte, sollte sich eine Urheberschaft Russlands herausstellen, antwortete der Kanzler: „Warten wir mal ab, was angemessen reagieren heißt.“ Zur Frage, wer hinter dem versuchten Anschlag steckt, ließ er sich nicht ein. Merz fügte hinzu, die Ermittlungen stünden kurz vor dem Abschluss. „Wir haben eine weitgehende Einigung in der Bundesregierung, wie wir reagieren“, sagte er. Und es werde nicht mehr lange dauern. (Quellen: ARD, dpa, AFP) (nak)