Stand: 30.08.2026, 20:00 Uhr
Kommentare

„Lass die Hosen runter!“ Es begann nicht gut für Steffen Henssler. Aber das zweite „Grill den Henssler Sommer-Special“ (VOX) nahm eine spektakuläre Wendung - und Tränen der Rührung gab es, mehrfach, als spezielle Würze obendrauf.
Spielschulden sind Ehrenschulden! Steffen Henssler verlor letzte Woche gegen seinen Jung-Koch Toni Zaza eine Wette. Und musste deshalb obenrum blank ziehen. Na ja, teilweise. Der Deal war: Vollbart ab - aber ein kleiner horizontaler Rest auf der Oberlippe muss bleiben. Das heißt, je nach Generation und Style-Bewusstsein - „OliSchnaBa“ (Oberlippenschnauzbart), „Pencil Moustache“ oder „Clark-Gable-Bärtchen“ nach dem berühmten Träger aus „Vom Winde verweht“. Und mit diesem neuen Design südlich der Nase präsentierte sich Henssler. Recht dramatisch: Kam mit Halstuch über Nase und Mund reingetänzelt wie ein Cowboy zum Postkutschenraub. Und dann, norddeutsch: ab dafür!

Moderatorin Laura Wontorra erinnerte der neue Henssler - als sie nach dem Lachflash wieder reden konnte - an „spanische Telenovela“ oder „Zorro“. Juror Joachim Llambi höhnte über „D'Artagnan für Arme“. Verona Pooth, zum zehntem Mal am Henssler-Grill, fiel plötzlich ein: „Jetzt hab ich's: Du siehst aus wie Frankie Mercury!“ Sie meinte Freddie, den von Queen.
Henssler nahm alles gelassen. Erschrocken war er nur, weil der Bart aussah, als habe er den mit schwarzer Schuhcreme nachgefärbt.
Jubel um Johann Lafer: „Ich bin auf dem Weg der Besserung“
Ein neuer Schnauzer sorgte dafür, dass es lustig wurde. Ein anderer fehlender sorgte für Melancholie. Denn Johann Lafer war zurück. Die TV-Kochlegende hatte im Mai eine Krebserkrankung öffentlich gemacht und während der Chemotherapie etliche Kilogramm sowie Schnauzer und Kopfhaar verloren. Trotzdem war sein Comeback am Grill ein Sieg vor dem ersten Grillgang: „Ich bin auf dem Weg der Besserung und sehr dankbar, dass die Menschen so hinter mir stehen“, sagte Lafer, sichtlich gerührt über die tosende Standing Ovation des Publikums.
Da glitzerte es schon feucht in manchem Auge. Nass wurden sie, als Holger Parsch von den „Autodoktoren“ erklärte, warum im Falle eines Grillsieges gegen Henssler bei der Vorspeise der Verein „Eisvogel“ Spendenziel sein solle. Der Verein betreut nicht nur an Krebs Erkrankte, sondern auch deren Angehörige. Und das hat Holger selbst schon erlebt, als „unser Sohn Cedric damals krank wurde“. Das ging dem Kult-Kfz-Meister immer noch nah, auch wenn es lange her und der Sohn genesen ist. Auch Wontorra schluckte und bei Johann Lafer, selbst an Lymphknotenkrebs erkrankt, wurden abermals die Augen feucht.
Verona Pooth spendet spontan 5.000 Euro
Es sah aber nicht gut aus mit der Spende. Holger und sein „Autodoktoren“-Partner Hans-Jürgen Faul setzten die Vorspeise (Geräucherte Lachsforelle mit Wasabi-Gurkensalat und Speck) trotz selbstgebastelter formidabler Auspuff-Räucherungsanlage in den Sand. Aber Henssler sprang unbürokratisch in die Bresche und gab seine Gang-Siegprämie von 4.000 Euro an die „Autodoktoren“ weiter.
Es kam noch besser: Auch Verona Pooth hatte die Story an den Tränendrüsen gekitzelt - weil ihr ein solches Leid bisher erspart blieb. „Ich bin so dankbar, dass ich zwei gesunde Kinder hab“, meinte sie mit belegter Stimme, „das ist das Wichtigste.“ Ganz spontan sagte sie vor ihrem Kochgang zu „Autodoktor“ Holger: „Auch wenn ich verlier - ich spende 5.000 Euro.“
Und das Grillen? Darüber könnte man gnädigerweise den Mantel des Schweigens decken. Denn Henssler gewann alle Kochgänge! Nach dem Impro-Gang unterlagen „die Autodoktoren“ in der Vorspeise 12:20. Verona ging es beim 13:24 in der Hauptspeise (Shish Tawook mit Safran-Reis und Taboulé) noch schlechter.
Jana Ina Zarella zu Markus Rühl: „Du wirst in Erinnerung bleiben“
Den Vogel schoss, im negativen Sinne, die deutsche Bodybuilding-Ikone Markus Rühl ab. Dem missglückte bei seiner GDH-Premiere das Dessert (Quarkauflauf mit Gojibeeren, karamellisierter Banane und Kirschen) auf beinahe einzigartige Weise. Alle Juroren gaben nur je einen Punkt. Alexander Herrmann attestierte „absolute Einmaligkeit“ - und da sei die Zahl (eins) ja schon fast enthalten. Jana Ina Zarella meinte, es sei „das Schlechteste, was ich hier je gegessen habe“ und „tröstete“: „Du wirst in Erinnerung bleiben.“
Auch Llambi konnte bei Rühls Speise „nichts Schönes“ entdecken. Rühl nahm die 3:25-Schlappe mit Humor und mahnte Llambi: „Aber besser, Herr Llambi, als wenn ich getanzt hätte.“
Am Ende stand ein Erdrutschsieg von Rekordausmaß. Henssler gewann 87:46. Noch nie seit Sendestart 2013 gab es einen so großen Vorsprung und noch nie zuvor eine solch geringe Ausbeute eines Koch-Teams. Schlusswort von Johann Lafer: „Wenn heute jemand wissen will, ob die Sendung was mit Kochen zu tun hatte: nein!“
Nächste Woche dürfte es Henssler nicht so einfach fallen. Da wartet das Koch-Coach-Special mit den Gegnern Max Stiegl, Lucki Maurer und Ralf Zacherl (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit teleschau.)