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James Hetfield hat eine ziemlich klare Vorstellung davon, was das Publikum bei einem Metallica-Konzert erwarten darf: harte Musik, Gemeinschaftsgefühl und möglichst wenig Ablenkung durch die Probleme der Welt. Beim Auftritt seiner Band am Samstag (10. Oktober) in der Sphere in Las Vegas nutzte der 63-Jährige eine Ansprache, um sich von anderen Künstlern abzugrenzen.
Zunächst bedankte sich Hetfield bei den Zuschauern, die teilweise weite Strecken zurückgelegt und erhebliche Summen ausgegeben hatten, um Metallica live zu erleben. Anschließend wurde der Musiker deutlich. Anders als manche Kollegen wolle seine Band die Fans nicht mit irgendwelchem „Bullshit“ beeinflussen.
Es gehe darum, den Alltag für ein paar Stunden hinter sich zu lassen. Die einzige Agenda von Metallica bestehe aus Liebe, Energie und Heavy Metal, erklärte Hetfield sinngemäß. Seine Bemerkungen wurden auf Video festgehalten und verbreiteten sich anschließend im Internet.
James Hetfield: Seitenhieb gegen Macklemore?
Wen der Metallica-Sänger mit seiner Kritik meinte, ließ er offen. Der Zeitpunkt seiner Äußerungen legt allerdings einen Zusammenhang mit einer Kontroverse nahe, die seit Wochen die amerikanische Musikbranche beschäftigt.
Im Mittelpunkt steht Rapper Macklemore, der bei Konzerten im Vorprogramm von Ed Sheeran seine Solidarität mit den Palästinensern zum Ausdruck gebracht hatte. Die politischen Botschaften lösten Proteste aus. Wenig später war Macklemore, der offen mit antisemitischen Klischees spielt, nicht mehr Teil der Tour.
Der Konflikt weitete sich aus, als Sheeran selbst unter Druck geriet. Weitere Musiker verabschiedeten sich von seiner Tournee. Sheeran wiederum verteidigte die Vorstellung, dass seine Konzerte einen Raum bieten sollten, in dem das Publikum zumindest vorübergehend Abstand von politischen Auseinandersetzungen gewinnen könne.
Diese Haltung scheint auch Hetfield zu vertreten. Ob er sich bei seiner Ansprache tatsächlich auf Macklemore bezog, ist allerdings nicht bestätigt.
Metallica und Politik: Eine schwierige Trennung
Dass Hetfield politische Diskussionen lieber aus seinen Konzerten heraushalten möchte, ist keine grundsätzlich neue Position. Bereits in früheren Interviews erklärte der Sänger, dass politische und religiöse Überzeugungen Menschen häufig eher auseinanderbrächten, während Musik Verbindungen schaffen könne.
Ganz so einfach lässt sich Politik allerdings nicht aus der Geschichte von Metallica heraushalten. Schließlich hat sich die Band in ihren Songs immer wieder mit gesellschaftlichen Missständen, Krieg und Machtmissbrauch beschäftigt.
Schon das 1986 erschienene Album „Master of Puppets“ behandelte Abhängigkeit und Kontrollverlust. Auf „…And Justice for All“ von 1988 beschäftigten sich Metallica unter anderem mit Korruption, Krieg und dem Versagen staatlicher Institutionen. Der Song „One“ erzählt vom Schicksal eines schwer verwundeten Soldaten, der in seinem eigenen Körper gefangen ist.