DEGAG-Pleite: Mieter im Südpark in Halle-Neustadt müssen um Warmwasser bangen

Exactly Südpark Halle

AUDIO: DEAG-Pleite: Über 200 Mieter müssen um Warmwasser bangen (1 Min)

Südpark Halle-Neustadt

Stand: 05.08.2026 13:16 Uhr

Ab Montag (10. August) soll bei rund 200 Haushalten im Südpark in Halle-Neustadt das Warmwasser abgestellt werden. So steht es auf einem Zettel, den die Stadtwerke an die Türen geklebt haben. Grund dafür sind demnach erhebliche Zahlungsrückstände des Eigentümers. Der ist in einem vorläufigen Insolvenzverfahren.

von Chiara Swenson, MDR SACHSEN-ANHALT

Im Wohngebiet Südpark in Halle-Neustadt könnten die Bewohner der Bevo-Immobilien in wenigen Tagen ohne warmes Wasser dastehen. Grund dafür sind laut der Stadtwerke erhebliche Zahlungsrückstände.

Trinkwasser kommt aus einem Wasserhahn

Im Südpark in Halle-Neustadt könnten die Bewohner der Bevo-Immobilie bald ohne warmes Wasser da stehen.

Stadtwerke informierten die Bewohner

"Wir sind davon ausgegangen, dass der Insolvenzverwalter das regelt", sagt Michael Rudolph, einer der rund 260 Mieter, denen die Einstellung von Warmwasser und Heizung droht. Die Stadtwerke hatten am Montag (3. August) per Aushang informiert. Hausverwaltung und Insolvenzverwaltung habe man bereits am 29. Juli benachrichtigt, teilte eine Pressesprecherin mit.

Die Eigentümerfirmen sind zahlungsunfähig und gehören zur Degag-Gruppe. Anfang 2025 stellten mehrere Gesellschaften Antrag auf Insolvenz. Seitdem läuft ein vorläufiges Insolvenzverfahren. Zuletzt hatte den Mietern in Halle im Januar ein Versorgungsstopp gedroht.

Plattenbauten im Wohngebiet Südpark in Halle-Neustadt.


Der vorläufige Insolvenzverwalter Rainer Eckert hat sich auf MDR-Anfrage noch nicht zu den Zahlungsrückständen geäußert. Im Gespräch mit MDR INVESTIGATIV zeigte er sich im Juni noch optimistisch, dass man bald einen Käufer finden wird.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Rainer Eckert versucht einen neuen Käufer zu finden.

Der vorläufige Insolvenzverwalter Rainer Eckert ist optimistisch, dass noch ein Käufer gefunden werden kann.

Mieter Michael Rudolph will erstmal abwarten, denn, so sagt er, es bleibe ihm eh nichts anderes übrig: "Dadurch, dass Sommer ist, mache ich mir keine riesigen Sorgen", sagt er. An seiner Reaktion wird deutlich: Wer hier wohnt, hat bereits ein dickes Fell.

Geschäfte mit "Schrottimmobilien" auf Kosten der Mieter

Solche Häuser, wie die im Südpark, sind kein Einzelfall. Fachleute schätzen, es gibt zigtausende solcher "Schrottimmobilien". Das Geschäftsmodell vieler Eigentümer: Reparieren nur im Notfall. So soll der größtmögliche Gewinn erwirtschaftet werden. Im Fall der Degag ging die Rechnung jedoch nicht mehr auf.

Video: Zwischen Schimmel und Sperrmüll – Profit auf Kosten der Mieter (30 Min)

MDR (Chiara Swenson)