Milan führt die starke Sprinterriege an | radsport-news.com

Vorschau auf die Cyclassics Hamburg 2026

Von Kevin Kempf

Foto zu dem Text "Milan führt die starke Sprinterriege an"
2024 gewann Olav Kooij vor Jonathan Milan und Biniam Girmay. Das Podium von damals ist auch 2026 komplett dabei. | Foto: Cor Vos

15.08.2026  |  (rsn) – 22 Mannschaft, 18 davon aus der WorldTour, machen sich am Sonntag auf die 206 Kilometer der 29. Cyclassics Hamburg (1.UWT). Fünfmal muss dabei der Waseberg überquert werden und das Ziel ist wie immer auf der Mönckebergstraße. Mit Rory Townsend (Unibet – Rose Rockets) und Olav Kooij (Decathlon – CMA CGM) sind die Sieger der letzten beiden Ausgaben am Start, mit Marco Haller (Tudor) ist auch der Gewinner von 2022 wieder dabei. Der Österreicher und der Ire waren dabei die ersten Fahrer seit Paolo Bettini 2003, die dem Massenspurt in der Hansestadt entgehen konnten.

So geht auch dieses Jahr – wie immer – der Blick zuerst auf die Sprinter, wenn man die Favoriten sucht. Und von den schnellen Männern ist die Crème de la Crème in Norddeutschland dabei. Paul Magnier (Soudal – Quick-Step), Kooij und Jonathan Milan (Lidl – Trek) sind gemeldet und gerade der Italiener machte Anfang des Monats bei der Polen-Rundfahrt (2.UWT) mit drei souveränen Etappenerfolgen Furore. Dabei ließ er auch Magnier keine Chance.

Der musste mit zwei zweiten Plätzen zufrieden sein, bei der dritten Sprintankunft wurde er vom 14. auf den 121. Rang zurückgesetzt. Kooij ist seit der Tour de France, wo er einen Tageserfolg erzielte, ohne Renneinsatz geblieben. Dementsprechend ist beim Niederländer nicht deutlich, wie er drauf ist.

Das gilt genauso für die zweite Garde der Sprinter. Auch Biniam Girmay (NSN), Sören Waerenskjold (Uno-X Mobility), Pavel Bittner (Picnic – PostNL) und Arnaud De Lie (Lotto – Intermarché) hatten seit der Frankreich-Rundfahrt keine Nummer mehr auf dem Trikot – der Belgier ist bei der Grande Boucle sogar auf der 3. Etappe schon krank ausgestiegen. Noch länger wartet Dylan Groenewegen (Unibet – Rose Rockets) auf sein nächstes Rennen. Nach dem Giro im Mai stand der 33-Jährige nur Mitte Juni beim Copenhagen Sprint (1.UWT) an der Startlinie.

Deutsche und potentielle Ausreißer

Als einzige Deutsche mit möglicher Kapitänsrolle gehen Phil Bauhaus (Bahrain Victorious) und Kim Heiduk (Netcompany – Ineos) ins Rennen. Bauhaus dürfte dabei auf einen leichten Wettkampf hoffen, während sein Landsmann von einer eher schweren Ausgabe profitieren würde, bei der das Peloton möglichst dezimiert ist. Mit Maximilian Walscheid, Tim Torn Teutenberg (beide Lidl – Trek), Tobias Müller (Unibet – Rose Rockets) und Henri Uhlig (Alpecin – Premier Tech) sind weitere endschnelle Deutsche gemeldet, die allerdings in ihren Teams wahrscheinlich für Helferaufgaben vorgesehen sein werden.

Red Bull – Bora – hansgrohe kommt ohne Deutsche und ohne den nominell schnellsten Fahrer im Kader, Jordi Meeus, nach Hamburg. Dafür bauen die Raublinger auf ein Sprintertrio. Das besteht aus dem zuletzt starken Laurence Pithie sowie Danny van Poppel und Arne Marit.

Ohne Top-Puncheure wie Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) oder Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) könnte es für Ausreißer schwer werden, sie zu lösen. Zu den aussichtsreichsten Kandidaten für eine erfolgreiche Attacke gehören Jasper Stuyven (Soudal – Quick-Step), Jonas Abrahamsen (Uno-X Mobility) und Tibor Del Grosso (Alpecin – Premier Tech). Ganz besonders achten muss man auch auf UAE – Emirates – XRG. Das beste Team der Welt kommt ohne schnellen Mann zum zweiten deutschen WorldTour-Rennen. Die teaminterne Eins auf dem Rücken trägt Kletterer Isaac Del Toro. Er wird unter anderem von Benoit Cosnefroy und Antonio Morgado begleitet. So wird sich die Mannschaft etwas einfallen lassen müssen, wenn sie ein Topergebnis erzielen will.