Stand: 14.10.2026, 20:17 Uhr
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Im polnischen Posen ist ein Streamer in seiner Wohnung festgenommen worden – während einer Live-Übertragung. Die polnische Militärpolizei stürmte die Wohnung des jungen Mannes.
Posen – In Polen haben mehrere Einsatzkräfte der Militärpolizei eine Wohnung gestürmt und dort einen jungen Mann festgenommen. Der hatte zuvor einen Livestream gestartet und die Festnahme somit live übertragen. Aufnahmen aus dem Stream zeigen, wie Einsatzkräfte die Wohnungstür aufbrechen, den Mann überwältigen und schließlich die Übertragung beenden.
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Kurz zuvor hatte der Ex-Soldat an seine Zuschauer gewandt gesagt, dass er die Tür nicht öffnen werde. Anschließend richtete er sein Smartphone so aus, dass es den Eingangsbereich filmte, und setzte sich auf einen Stuhl. Wenige Sekunden später drangen die Einsatzkräfte in die Wohnung ein und forderten ihn lautstark auf, sich auf den Boden zu legen.

Einer der Beamten verdeckte daraufhin die Kamera und beendete den Livestream. Die Festnahme erfolgte durch die polnische Militärpolizei mit Unterstützung der Polizei. Der Festgenommene hatte über längere Zeit Videos in sozialen Netzwerken veröffentlicht, in denen er angebliche Missstände innerhalb seiner Militäreinheit anprangerte und Konflikte mit Vorgesetzten öffentlich machte.
Dabei soll er wiederholt seine Kommandeure beleidigt und Bilder anderer Soldaten ohne deren Einverständnis verbreitet haben. Außerdem wird ihm von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, den polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk und Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz öffentlich beleidigt zu haben.
Junger Mann soll aus dem Militärdienst entlassen worden sein
Obwohl der Mann in seinen Videos weiterhin in Uniform auftrat und sich mit Dienstgrad und Einheit vorstellte, gehörte er zum Zeitpunkt seiner Festnahme nicht mehr der polnischen Armee an. Nach Angaben des Militärs war der frühere Angehörige der Pionierkompanie der 12. Großpolnischen Territorialverteidigungsbrigade bereits rund zwei Monate zuvor aus dem Militärdienst entlassen worden.
Als Gründe nannte das Militär unter anderem unerlaubte Aufnahmen innerhalb der Einheit, die Veröffentlichung von Bildern anderer Soldaten sowie den Umgang des Mannes mit seinem militärischen Status in sozialen Medien. Auch die vulgäre Ausdrucksweise in seinen Veröffentlichungen habe gegen die Verhaltensanforderungen an Soldaten verstoßen.
Die Ermittlungen führt die Militärabteilung der Bezirksstaatsanwaltschaft Posen-Grunwald. Wegen der ihm vorgeworfenen Taten drohen dem jungen Mann laut polnischen Medien bis zu zwei Jahre Haft.