Erneut Leiche entdeckt: Mordserie an Frauen schockiert Südafrika

Erneut Leiche entdeckt

Die südafrikanische Polizei hat am Donnerstag erneut eine weibliche Leiche in der Region um Johannesburg entdeckt. Es ist die neunte Frauenleiche innerhalb von nur zwei Monaten. Die Mordserie müsse beendet werden, sagte Vizepolizeichefin Tebello Mosikili. Über einen oder mehrere Täter oder Täterinnen und die Hintergründe der Taten ist noch nichts bekannt.

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Man werde untersuchen, ob die getötete Frau mit den früheren Fällen in Verbindung stehe oder ob es sich eventuell um einen Nachahmungstäter handle, so Mosikili. Mehrere der neun Opfer wurden nur halb bekleidet und mit Verletzungen aufgefunden. Auch die am Donnerstag entdeckte Leiche wies laut Medienberichten Prellungen und Stichwunden auf.

Laut einem BBC-Bericht stellte die Polizei ein Team aus Ermittlerinnen und Ermittlern, Geheimdienstmitarbeitenden, Forensikerinnen und Forensikern sowie weiteren Spezialistinnen und Spezialisten zusammen. Zudem werde nach einer Person gefahndet, deren Identität nicht öffentlich bekannt ist. Für entscheidende Hinweise zu den Fällen versprach die Polizei eine Belohnung von 400.000 Rand (rund 21.000 Euro).

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa sagte vor einigen Tagen, dass „nichts unversucht“ bleibe, um den oder die Täter zu finden. „Diese Vorfälle sorgen in unseren Gemeinden und insbesondere unter Frauen für Angst und Verunsicherung“, so der Staatschef. Die Strafverfolgungsbehörden ermittelten mit Hochdruck. Zuletzt wurde Kritik an den Behörden laut, diese schützten Frauen nicht ausreichend vor Gewalt.

Anrainerin: „Sind nicht mehr frei“

„Wir sind nicht mehr frei in einem Land, in dem wir als Frauen eigentlich frei sein sollten“, sagte eine Anrainerin der BBC. „Wir haben Angst, unsere Häuser zu verlassen. Wir haben Angst, in Geschäfte zu gehen.“ „In diesem Land sind wir wie Beute“, schrieb eine weitere Frau laut dem britischen „Guardian“ in sozialen Netzwerken.

Demonstration in Südafrika nach Femiziden 2025
In Südafrika wird regelmäßig gegen Gewalt an Frauen protestiert

In Südafrika werden im Schnitt jeden Tag 60 Menschen getötet, das ist eine der höchsten Raten weltweit. Gewalt an Frauen ist besonders weit verbreitet: Im Jahr 2022 wurden dort zwölf Frauen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner getötet. Jede dritte Frau in Südafrika erlebt laut UNO-Angaben im Laufe ihres Lebens körperliche oder sexuelle Gewalt.

Hilfe für Frauen

Unter den neun Mordopfern ist eine 38-Jährige, die Anfang September joggen ging. Sie kehrte nie zurück, ihre Leiche wurde am 12. September hinter einem Hotel im Stadtteil Kempton Park in Johannesburg gefunden. Ihr Verschwinden kam in die Schlagzeilen, nachdem andere Läuferinnen und Läufer eine Kampagne in sozialen Netzwerken zu ihrer Suche gestartet hatten. Erst dadurch wurde die mediale Aufmerksamkeit auf weitere Fälle gelenkt. Mindestens eine dieser Frauen war schon seit längerer Zeit tot.

Polizei mit Verhaltensregeln für Frauen

„Frauen in und um Kempton Park werden dringend gebeten, nicht alleine spazieren oder joggen zu gehen, insbesondere in abgelegenen Gegenden“, teilte die südafrikanische Polizei am Samstag mit. Vertreterinnen von Frauenrechtsorganisationen reagierten daraufhin laut dem „Guardian“ verärgert.

„Wir sind es leid, dass man uns sagt, wir müssten wachsam sein, obwohl Frauen bereits alles tun, was in ihrer Macht steht, um am Leben zu bleiben“, so die Interessenvertretung Women For Change laut dem „Guardian“. Die Aktivistinnen forderten vor allem Männer auf, Verantwortung für Gewalt gegen Frauen zu übernehmen.