Rohstoffe: JP Morgan – Ölmarkt wegen Iran-Kriegs nicht mehr prognostizierbar
Sechs Monate nach Beginn des Konflikts sei keine Lösung in Sicht. „Wir wissen einfach nicht, wie wir den Ausgang modellieren sollen“, heißt es in einer Studie der Bank.
Ölförderanlage:Die globale Ölnachfrage ist laut JP Morgan auf etwa 4,4 Millionen Barrel pro Tag im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Foto: dpa
Bengalore. Die US-Großbank JP Morgan hat nach eigenen Angaben zum ersten Mal seit Beginn des Iran-Krieges keine klare Prognose mehr für die Ölmärkte. „Wir wissen einfach nicht, wie wir den Ausgang modellieren sollen“, schrieben die Analysten der Bank in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie.
Sechs Monate nach Beginn des Konflikts seien viele wirtschaftliche rote Linien überschritten worden, ohne dass eine Lösung in Sicht sei. Der Ölpreis sei über 100 Dollar pro Barrel gestiegen und die Dieselpreise in den USA hätten vor dem Winter ein Allzeithoch erreicht.
Trotz der massiven Angebotsausfälle von schätzungsweise zehn Millionen Barrel pro Tag ist der Ölpreis jedoch nicht so stark gestiegen wie erwartet. Dies liegt den Analysten zufolge vor allem an einem weltweiten Nachfragerückgang. Die globale Ölnachfrage sei um etwa 4,4 Millionen Barrel pro Tag im Vergleich zum Vorjahr gesunken.
„Indem der Markt viel stärker auf den sinkenden Verbrauch und viel weniger auf den Abbau von Lagerbeständen gesetzt hat, konnte er eine außergewöhnliche Angebotsunterbrechung ohne einen nachhaltigen Anstieg der Rohölpreise verkraften“, heißt es in dem Bericht.

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