„Persönliche Demütigung für Merz“: Musk jubelt – Pressestimmen und Reaktionen auf AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt

Stand: 07.09.2026, 08:46 Uhr

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Der AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt schlägt weltweit Wellen: Musk jubelt, Orbán heizt ein – und die „Times“ spricht von einer Demütigung für Merz.

Magdeburg – Update vom 7. September 2026, 8:20 Uhr: Neben dem Jubel aus dem rechten Lager mehrt sich international auch die Sorge über den AfD-Erfolg. In Polen fiel die Kritik besonders scharf aus, in Frankreich reagierte man dagegen verhalten. Die britische Daily Mail warnt, der Sieg werde Deutschland „erschüttern“ – ein Land, das sich seit Langem um die Aufarbeitung seiner NS-Vergangenheit bemühe und rechtsextreme Parteien bislang habe in Schach halten können. Auch die Financial Times deutet das Ergebnis als möglichen Bruch mit der bisherigen „Brandmauer“-Strategie der etablierten Parteien.

Die französische Le Monde schreibt, es sei zwar noch zu früh, um von einer Machtübernahme der AfD zu sprechen, doch habe Spitzenkandidat Ulrich Siegmund der CDU von Kanzler Friedrich Merz – der beim Amtsantritt versprochen hatte, den Aufstieg der Rechtsaußen-Partei einzudämmen – eine schwere Niederlage zugefügt. Selbst der Trump-nahe Sender Fox News, der die AfD im vergangenen Bundestagswahlkampf noch unterstützt hatte, berichtet nun mit gemischten Gefühlen von einem „politischen Erdbeben“ in Ostdeutschland. Zustimmung kam dagegen von FPÖ-Chef Herbert Kickl, der Siegmund „ganz spezielle Grüße“ schickte, sowie vom tschechischen Parlamentspräsidenten Tomio Okamura.

Originalmeldung vom 7. September 2026, 6:15 Uhr: Es ist ein Ergebnis, das Europa aufwühlt. Die AfD gewinnt die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt deutlich – ein historischer Wahlsieg. Die CDU von Bundeskanzler Friedrich Merz bricht auf knapp 17 Prozent ein. Und die Welt schaut zu.

Jubel für Tesla-Chef Elon Musk zu, der per Videoschalte am AfD-Parteitag teilnimmt. (Archivbild)

Elon Musk hat noch am Wahlabend auf den Sieg der AfD in Sachsen-Anhalt reagiert.(Archivbild) © dpa

Besonders hart ist das Urteil aus London. Die britische Times schreibt, das Ergebnis sei „eine persönliche Demütigung für Friedrich Merz“ – dem vor der Wahl geraten worden sei, den Wahlkampf in Sachsen-Anhalt fast gänzlich zu meiden, aus Angst, seine Unbeliebtheit könnte der AfD noch mehr Auftrieb geben. Die BBC erinnert nüchtern daran: „Seit dem Zweiten Weltkrieg hat in Deutschland noch nie eine Rechtsaußenpartei die Kontrolle über ein Bundesland übernommen.“

AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt: Musk sagt zwei Wörter – Siegmund antwortet sofort

Auf der anderen Seite des Atlantiks fällt die Reaktion ganz anders aus. Elon Musk, der seit Monaten offen mit der AfD sympathisiert, kommentiert den Wahlsieg auf X mit nur zwei Wörtern: „Gut gemacht!“ – gerichtet an AfD-Chefin Alice Weidel, die Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) auf der Plattform beglückwünscht hatte.

Siegmund antwortet dem reichsten Mann der Welt umgehend und dankt ihm für seine „Unterstützung“. Auf Englisch schreibt der AfD-Frontmann Sachsen-Anhalts: „Wenn wir hier Verantwortung übernehmen, würde ich die Gelegenheit zu einer starken und konstruktiven Zusammenarbeit sehr begrüßen. Deutschland wäre dann wieder ein Standort, in den es sich zu investieren lohnt.“ Ein Investitionsangebot direkt aus Magdeburg – noch in der Wahlnacht.

Auch US-Präsident Donald Trump (80) teilt auf Truth Social eine Hochrechnung der Wahl, ohne weiteren Kommentar. Ex-US-Botschafter Richard Grenell, ein enger Trump-Vertrauter, ist deutlicher: „Ein großer Sieg und ein neuer Tag in Deutschland“, schreibt er auf X.

Internationale Reaktionen auf die Wahl in Sachsen-Anhalt: Von Budapest bis Moskau

Auch aus Europa kommen Glückwünsche. Ungarns Ex-Premier Viktor Orbán gibt sich auf X kämpferisch: „Das ist erst der Anfang!“ Italiens Vize-Premier Matteo Salvini spricht von einem „überwältigenden Erfolg“. Russlands Außenminister Sergej Lawrow lässt über die Staatsagentur Tass ausrichten, er zweifle nicht daran, dass einige der gegenwärtigen politischen Figuren bald nicht mehr an der Spitze der europäischen Politik stehen würden.

Ob Siegmund nach der Wahl in Sachsen-Anhalt tatsächlich Ministerpräsident wird, ist weiter offen. Die absolute Mehrheit verpasste die AfD knapp. Die anderen Parteien haben eine Koalition bislang ausgeschlossen. (Quellen: eigene Recherche, dpa) (nmr)