Nach Debatte um Ulrich Siegmunds Studium: Jetzt gerät auch Schulzes Abschluss in den Fokus

Nach öffentlichen Zweifeln an seiner Diplomarbeit hat Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) Vorwürfe zurückgewiesen und dieser Zeitung sein Diplomzeugnis vorgelegt.

Auslöser der Debatte war ein Beitrag des österreichischen Plagiatjägers Stefan Weber auf der Plattform X. Nachdem es bereits Diskussionen um die Studienangaben des AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund gegeben hatte, nahm Weber auch Schulzes Abschluss in den Blick. „Die Diplomarbeit von Sven Schulze, CDU, liegt in keiner Bibliothek“, schrieb er. Weiter erklärte Weber, es wäre „sehr interessant, worüber die Spitzenkandidaten in Sachsen-Anhalt geschrieben haben“.

Die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung und die Berliner Zeitung trafen den Ministerpräsidenten in seiner Staatskanzlei und konfrontierten ihn mit den Spekulationen. Schulze wies diese entschieden zurück. „Natürlich habe ich eine Diplomarbeit geschrieben, sonst hätte ich auch kein Diplomzeugnis bekommen“, sagte der CDU-Politiker.

Ministerpräsident Sven Schulze studierte an der Technischen Universität Clausthal.

Ministerpräsident Sven Schulze studierte an der Technischen Universität Clausthal.

© Privat

Anschließend legte Schulze dieser Zeitung in der Staatskanzlei sein Diplomzeugnis vor. Es befand sich in einer Dokumentenmappe mit der Aufschrift „Sehr wichtig“.  Zudem betont er, dass sein Lebenslauf „selbstverständlich vollständig“ korrekt ist: „Ich habe an der Technischen Universität Clausthal studiert. Das Thema meiner Diplomarbeit war aus dem Bereich Fabrik- und Anlagenplanung. Anschließend habe ich bei der Eckold GmbH & Co. KG als Projektleiter und später als Vertriebsleiter gearbeitet“.

Er fügt hinzu: „Dort hätte ich ohne einen entsprechenden Studienabschluss logischerweise gar nicht anfangen können.“

Dass seine Abschlussarbeit heute nicht in Bibliotheken auffindbar sei, hält Schulze für nichts Ungewöhnliches. „Abschlussarbeiten müssen meines Wissens in Deutschland nicht pauschal dauerhaft öffentlich zugänglich sein“, so Schulze. Warum die Vorwürfe ausgerechnet jetzt erhoben würden, könne er nicht nachvollziehen. „Ich habe in Clausthal studiert, das weiß jeder, und darauf bin ich stolz.“

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