Nach der Tour der France - Reusser: Enttäuscht, frustriert – und vor allem ratlos

Marlen Reusser fiel auf der letzten Etappe noch vom Tour-Podest. Eine Erklärung dafür hat sie nicht.

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Es war nicht das Ende der Tour de France, das sich Marlen Reusser vorgestellt hatte. Nachdem sie auf der drittletzten Etappe das Maillot jaune aus der Hand gegeben und am Samstag weiter Zeit auf die führende Demi Vollering verloren hatte, kam es am letzten Tag noch schlimmer.

Die Schweizerin verlor überraschend früh den Anschluss an ihre Konkurrentinnen, stürzte rund 60 km vor Schluss und kam mit grossem Rückstand im Ziel an. Statt immerhin noch den Tour-Podestplatz nach Nizza zu retten, wurde Reusser auf den 14. Rang zurückgespült.

Unerklärlicher Rückschlag

Am Tag nach dem Finale gab sie in einer Medienrunde Auskunft: «Die Enttäuschung ist natürlich extrem gross.» Neben dem Frust über das vor dem letzten Tag sicher geglaubte Podium überwog bei Reusser Ratlosigkeit. Die Schweizerin weiss nicht, wieso sie am Sonntag so früh zurückfiel: «Es ist mir ein Rätsel, warum es die Beine sonst können und dann plötzlich nicht mehr.»

Die «klassischen Erklärungen» – etwa schlechte Ernährung oder mangelnde Abkühlung – könne sie gänzlich ausschliessen. Als möglichen Grund führte Reusser Nachwehen ihres Sturzes an der Flandern-Rundfahrt im April ins Feld: «Je härter wir fahren, desto mehr schwindet bei mir die Kraft im linken Bein.» Das heisst, der Tritt sei bei zunehmender Anstrengung nicht mehr rund, «irgendwo gibt es ein Problem».

Stolz ist da, die Enttäuschung überwiegt aber

Diesem Rätsel, wie es Reusser nennt, müsse sie mit dem Team nun auf den Grund gehen. In Summe sei es «mega frustrierend». Grundsätzlich sei die Tour zwar richtig gut gelaufen und sie dürfe stolz sein. Dennoch tröstete dies am Tag nach der letzten Etappe nicht über die Enttäuschung hinweg.

Diese gelte es nun zunächst einmal zu verarbeiten. Reusser sagte: «Jetzt muss ich mich zuerst einmal erholen.» Das nächste grosse Ziel für die 34-Jährige sind die Weltmeisterschaften im kanadischen Québec Ende September. Längerfristig will Reusser das Problem für ihren aktuell unerklärbaren Leistungseinbruch finden: «Sonst ist es gar nicht mehr so witzig.»

SRF zwei, sportlive, 09.08.2026, 15:55 Uhr ;  jas