Nach Hellweg-Insolvenz: Baumarkt-Gigant Obi schnappt sich einige Märkte
Stand: 28.08.2026, 14:01 Uhr
Kommentare
Nach der Insolvenz des Baumarkts Hellweg kommt es nun zu einer überraschenden Übernahme durch einen Konkurrenten. Was passiert mit den Mitarbeitern?
Berlin – Erst die Insolvenz, nun wird das Unternehmen Stück für Stück verkauft. Die Baumarktkette Hellweg steht vor dem Aus, die rot-weiße Marke wird vom deutschen Markt verschwinden. Mit OBI übernimmt ein direkter Konkurrent fünf Standorte von Hellweg und BayWa Bau & Garten. Doch was passiert mit den rund 250 Mitarbeitern, die dort beschäftigt sind?

Eine Übernahme von Hellweg als Ganzes ist vom Tisch. Für die insolvente Baumarktkette hat sich kein Investor gefunden, der das Unternehmen komplett übernehmen will. Stattdessen werden die einzelnen Standorte verkauft. Auch die Zentrale in Dortmund und jene in München werden daher nicht mehr benötigt. Insgesamt verlieren dort 340 Menschen ihren Job. Welche Filialen übernommen werden, war bislang nicht bekannt. Das Unternehmen hatte Mitte Juni 2026 beim Amtsgericht Essen Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Damals waren noch alle 68 Hellweg-Märkte und auch der Onlineshop geöffnet. Zum Konzern gehören außerdem 46 BayWa Bau- und Gartenmärkte in Süddeutschland. Insgesamt sind rund 4200 Arbeitsplätze von dem Sanierungsverfahren betroffen.
Nach Hellweg-Insolvenz: Baumarkt-Gigant OBI schnappt sich fünf Märkte – und die 250 Mitarbeiter?
Für mehrere Filialen gibt es nun eine Lösung: OBI hat im Bieterverfahren um die Hellweg- und BayWa-Baumärkte den Zuschlag für mindestens fünf Märkte erhalten. Die Übernahme muss noch vom Bundeskartellamt genehmigt werden. Insgesamt will OBI bis zu zwölf Standorte übernehmen – und damit sein Filialnetz in Deutschland auf mindestens 363 Märkte ausbauen.
„Neben dem Wachstum über Franchisepartner bietet die Übernahme dieser ausgewählten Hellweg- und BayWa Bau & Garten-Standorte einen attraktiven Hebel, um die Zahl unserer Märkte und damit die stationäre Nähe zu unseren Kundinnen und Kunden in Deutschland noch schneller auszubauen”, kommentiert Dr. Sebastian Gundel, CEO der OBI Group Holding die Übernahme. „Entscheidend für die Auswahl war neben der Rentabilitätsprüfung der infrage kommenden Standorte vor allem die strategische Lage, um die wenigen Präsenzlücken der Marke OBI für unsere Kundinnen und Kunden zu schließen.“
Diese fünf Märkte übernimmt OBI:
- Hellweg Berlin-Tiergarten
- Hellweg Berlin-Yorckstraße
- Hellweg Münster-Gievenbeck
- BayWa Bau & Garten Nördlingen
- BayWa Bau & Garten Wolfratshausen
Käufer für Hellweg-Filialen:
Für insgesamt 35 der mehr als 110 Hellweg-Filialen gibt es nach Unternehmensangaben voraussichtlich Käufer. Die Investoren sollen die jeweiligen Standorte und die dort beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernehmen. Diese Filialen können wahrscheinlich fortgeführt werden:
Hellweg: Beckum, Berlin-Tiergarten, Berlin-Yorckstraße, Brandenburg, Dahlwitz-Hoppegarten, Dorsten, Dortmund-Hacheney, Dortmund-Kley, Essen-Borbeck, Essen-Rellinghausen, Falkensee, Halberstadt, Iserlohn, Mechernich, Münster-Gievenbeck, Potsdam, Schmalkalden, Steinfurt.
BayWa Bau & Garten: Backnang, Bad Tölz, Bad Urach, Balingen, Burghausen, Dillingen, Grafenau, Herrenberg, Murnau, Nördlingen, Pfarrkirchen, Poing, Schwabmünchen, Viechtach, Weil, Weinsberg, Wolfratshausen.
Damit gibt es auch für die rund 250 Mitarbeiter der fünf Märkte gute Nachrichten. OBI teilt in einer Pressemitteilung zur Übernahme mit, alle Beschäftigten übernehmen zu wollen. Nach Umbau und Modernisierung sollen die Märkte voraussichtlich im März 2027 wieder öffnen. „Deutschland ist und bleibt unser Heimatmarkt und wir glauben an diesen starken Wirtschaftsstandort“, sagt Hendrik Voigt, Country Manager Deutschland zu den Markt-Übernahmen. Bei sieben weiteren Standorten in Deutschland laufen die Gespräche mit OBI noch. Das Unternehmen wurde dort als bevorzugter Investor ausgewählt, eine endgültige Einigung gibt es aber noch nicht. (Verwendete Quellen: OBI, MM, tsb)