Hertha BSC: Nach 3:1 gegen Lok! Leitl fordert klare Ernst-Entscheidung

Roberto Lamprecht

Nach dem 15:0 bei Sechstligist Frohnauer SC und dem 9:0 gegen Fünftligist SV Lichtenberg gewann Hertha auch das dritte Testspiel bei Viertligist Lok Leipzig 3:1 (2:1). Die 3784 Zuschauer im Bruno-Plache-Stadion sahen ein flottes Spiel, in dem sich der Regionalligameister Nordost der vergangenen Saison teuer verkaufte, aber letztendlich chancenlos war.

Erstmals in dieser Vorbereitung stand Torwart Tjark Ernst (23) bei Hertha zwischen den Pfosten. Vielleicht war es das letzte Mal. Hollands Vizemeister Feyenoord Rotterdam soll inzwischen für den Torwart ein Angebot bei Hertha hinterlegt haben – allerdings unter dem Wert der Ausstiegsklausel von fünf Mio. Euro. Es wird weiter gepokert (BILD berichtete). Bei einer Einigung winkt Ernst nächste Saison die Champions-League-Teilnahme. Jetzt ist Hertha am Zug. Noch ist alles möglich – in alle Richtungen!

Hertha-Trainer Stefan Leitl (48) bestätigt: „Fakt ist, dass Tjark Begehrlichkeit hat. Fakt ist, dass Tjark Angebote hat. Jetzt liegt es nicht mehr bei mir, sondern zwei Etagen weiter oben. Jetzt muss eine Entscheidung her: gehen oder bleiben! Das ist das, was ich einfordere. Eine klare Entscheidung. Und falls er gehen sollte, brauchen wir Alternativen!“

Trainer Leitl bestätigt: „Tjark Ernst hat Angebote! Jetzt muss eine Entscheidung her: gehen oder bleiben!“

Zurück zum Spiel: In der 23. Minute gab es – wie bei der WM in den USA – eine Trinkpause. In den Getränken war scheinbar gutes Zielwasser. In der 32. Minute brachte Stürmer Sebastian Grönning die Hertha-Profis per Kopf nach Flanke von Janne Berner 1:0 in Führung. Grönning hatte schon am letzten Mittwoch drei Tore in Lichtenberg erzielt.

Sebastian Grönning (l.) traf zum 0:1 für Hertha, Soufian Gouram (M.) zum 1:2. Linksverteidiger Mayson Grothe (r.) überzeugte ebenso mit guter Leistung
Sebastian Grönning (l.) traf zum 0:1 für Hertha, Soufian Gouram (M.) zum 1:2. Linksverteidiger Mayson Grothe (r.) überzeugte ebenso mit guter Leistung Foto: Burmann/City-Press

Drei Minuten später kam Herthas Rechtsverteidiger Berner dann aber hinten gegen Leipzigs Ayodele Adetula zu spät, der im Fallen das 1:1 erzielte. Weil Hertha-Spielmacher Soufian Gouram den Ball aus 20 Metern aber noch in den Winkel hämmerte, ging es mit 2:1 für die Berliner in die Pause (37.). Glück für Leipzigs Eren Öztürk, dass er da noch dabei war. In der 44. Minute riss er den alleine auf das Leipziger Tor stürmenden Hertha-Linksverteidiger Mayson Grothe um, sah dafür nur Gelb (44.).

Leipzigs Ayodele Adetula zieht ab und trifft zum zwischenzeitlichen 1:1
Leipzigs Ayodele Adetula zieht ab und trifft zum zwischenzeitlichen 1:1 Foto: picture alliance/Eibner-Pressefoto

Zur Pause wechselte Hertha-Trainer Stefan Leitl komplett aus. Nach Flanke von Julian Eitschberger erhöhte Marten Winkler auf 1:3 (53.) für die Gäste. Schön: In der 80. Minute feierte Hertha-Verteidiger Marton Dardai nach langer Adduktorenverletzung sein Comeback.

So spielte Hertha (1. HZ): Ernst – Berner, Gechter, Kolbe, Grothe – Sessa, Seguin – Ndi, Gouram, Thorsteinsson – Grönning.

So spielte Hertha (2. HZ): Gersbeck – Eitschberger, Klemens, Diallo (80. Dardai), Christensen – Telib, Jensen – Winkler, Todorovic, Brekalo – Hildebrandt.