Publiziert21. August 2026, 07:41
LausanneNach Olgas Horror-Sturz: Jetzt wird ihr eigener Mann angeklagt
Nach ihrem schweren Sturz stand Olga Sevastianovas Mann ihr sechs Jahre lang bei. Jetzt muss er sich wegen fahrlässiger Körperverletzung vor Gericht verantworten.

Darum gehts
- Der Ehemann der Eiskunstläuferin Olga Sevastianova steht nächste Woche vor dem Lausanner Polizeigericht.
- Sevastianova stürzte am 7. Januar 2020 bei einer Probe in der Vaudoise-Arena aus vier bis fünf Metern Höhe aufs Eis.
- Insgesamt fünf Personen sind wegen fahrlässiger Körperverletzung angeklagt – darunter auch der Präsident einer Bühnentechnikfirma.
Sechs Jahre lang stand er nach ihrem schweren Unfall an ihrer Seite. Jetzt muss sich der Ehemann von Olga Sevastianova nächste Woche vor dem Lausanner Polizeigericht verantworten, wie «24heures» schreibt.
Dabei war Sevastianova selbst das Opfer. Am 7. Januar 2020 probte die Eiskunstläuferin in der Vaudoise-Arena für die Eröffnungsgala der Olympischen Jugendspiele. In einem Reifen sollte sie mehrere Meter durch die Luft gezogen werden.
Ihre Tochter musste den Unfall mitansehen
Aber der Reifen soll sich plötzlich ruckartig bewegt haben. Sevastianova verlor das Gleichgewicht und stürzte aus vier bis fünf Metern Höhe aufs Eis. Ihre kleine Tochter filmte die Probe und musste den Unfall mitansehen.
Sevastianova wurde schwer verletzt und in kritischem Zustand ins Spital gebracht. Zwei Wochen später erstattete sie Anzeige – ohne zu ahnen, dass auch ihr Mann beschuldigt werden würde. «Ich brauchte Antworten, und ich habe sie nach sechs Jahren immer noch nicht», sagt sie gegenüber der Zeitung.
Es hätte nie an der Decke befestigt werden sollen
Experten stellten bei den Ermittlungen mehrere Probleme mit der verwendeten Seilwinde fest. Sie war an der Decke befestigt, obwohl laut Anleitung eine Montage am Boden vorgesehen war. Zudem fehlten zwei Umlenkrollen, die unter anderem Seilschwingungen ausgleichen sollten.
Wer für die fehlerhafte Montage verantwortlich war, ist bis heute umstritten. Neben Sevastianovas Ehemann sind der Präsident und drei Mitarbeiter einer auf Bühnentechnik spezialisierten Firma wegen fahrlässiger Körperverletzung angeklagt.
Es müsse nicht zwingend jemand die Schuld tragen
Vor Gericht stünden Menschen mit ganz unterschiedlichen Aufgaben. «Unfälle passieren, sie sind immer sinnlos», sagt Jean-David Pelot, der Anwalt des Leiters des Montageteams, wie «24heures» schreibt. Es müsse aber nicht zwingend eine Person geben, die die Schuld trage.
Sevastianova selbst stellt sich hinter ihren Mann. «Er hat mich bei dieser Tat lediglich begleitet», sagt sie. «Er sollte nur die Winde bedienen, um mich hoch- und runterzubringen.» Sie hoffe auf einen Freispruch.
«Die schlimmsten Jahre meines Lebens»
Die heute dreifache Mutter konnte nach dem Unfall jahrelang nicht arbeiten. Ihr Mann gab seine Karriere als Akrobat auf, um für die Familie da zu sein. «Die sechs Jahre seit dem Unfall waren die schlimmsten meines Lebens», sagt Sevastianova.
Jetzt muss das Gericht entscheiden: Verurteilt werden können alle fünf Beschuldigten, einzelne von ihnen oder niemand.
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Jasmin Steiger (jst) arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie arbeitet am Newsdesk und schreibt über verschiedenste Themen.
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