Nach Unfallserie: Verkehrstest auf Hamburgs Rennrad-Strecke

Politik

Nach schwerer Unfall-Serie: Neuer Plan gegen Hamburgs Rennrad-Irrsinn

Rettungskräfte auf der Straße Zollenspieker Hauptdeich in Hamburg-Kirchwerder.
Leimig

Bezirksversammlung Bergedorf will Hauptdeich durch Rüttelstreifen und Piktogramme sicherer machen. Los gehen soll es noch in diesem Jahr.

Während der Sommermonate vergeht fast keine Woche ohne einen schweren Rennrad-Unfall in den Vier- und Marschlanden. Um dem Irrsinn ein Ende zu bereiten, will die Bezirksversammlung Bergedorf einen Abschnitt des Elbdeichs umgestalten. Der Testlauf soll möglichst bald beginnen.

Die Folgen sind oft mit schweren, in einem Fall sogar tödlichen Verletzungen verbunden: Rund 150-mal verunglückten Radsportler seit 2016 auf dem Elbeich. In etwa jedem dritten Fall kollidierten sie mit geparkten Autos. Der Grund: Auf der Jagd nach immer besseren Trainingszeiten fahren viele Rennradfahrer mit gesenktem Kopf und bemerken die vor ihnen am Straßenrand stehenden Autos zu spät oder gar nicht.

Aufklärungs- und Präventionsaktionen wie die Kampagne „Kopf hoch“ von Polizei und Radsportverband zeigen bislang kaum Wirkung. Daher hat die Bezirksversammlung Bergedorf beschlossen, einen Abschnitt des Elbdeichs umzugestalten.

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Zuvor hatte Bezirksamtsleiterin Cornelia Schmidt-Hoffmann (SPD) Vertreter aus Politik, Verwaltung und Radsportverband zu einem Arbeitskreis eingeladen. Gemeinsam wurde beraten, wie sich gefährliche Situationen künftig vermeiden lassen.

Durchgehendes Halteverbot halten die Beteiligten für wenig sinnvoll

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Ein durchgehendes Halteverbot hielten die Beteiligten für wenig sinnvoll – auch, weil es Radfahrern ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln könnte. Ebenfalls abgelehnt wurde eine zeitweise Sperrung des Hauptdeichs für Autos, wie sie die Linke gefordert hatte.

Stattdessen soll ein Verkehrsversuch die Aufmerksamkeit von Rennradfahrern erhöhen. Im Gespräch sind Piktogramme, Rüttelstreifen und auffällige Hinweise wie „Kopf hoch“ auf der Fahrbahn. So sollen Auffahrunfälle und andere Gefahrensituationen verhindert werden.

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Der Test könnte noch in diesem Jahr auf einem geeigneten Abschnitt des Hauptdeichs starten und anschließend fachlich ausgewertet werden. Welcher Abschnitt infrage kommt und wie die Hinweise genau aussehen sollen, ist noch nicht klar. Der Verkehrsversuch soll fachlich begleitet und evaluiert werden.