Nach Streit um Fahrbahnbreite: 73-Jähriger rammt Radfahrer-Gruppe in Italien
Stand: 08.08.2026, 19:59 Uhr
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Ein Hupkonzert, wütende Gesten – und dann eskaliert die Situation völlig: Bei Turin fährt ein Autofahrer absichtlich in eine Gruppe von Rennradfahrern. Verletzte inklusive.
Turin – Auf einer bei Radsportlern beliebten Strecke im Norden Italiens ist ein Streit zwischen einem Autofahrer und einer Gruppe von Radfahrern in Gewalt umgeschlagen. Nach Angaben der Polizei steuerte der Fahrer sein Fahrzeug in der Nähe von Turin absichtlich in die Amateursportler hinein und verletzte dabei vier von ihnen schwer. Ein Radfahrer musste in kritischem Zustand ins Krankenhaus gebracht werden.

Gegen den 73-jährigen Autofahrer wird nun wegen mehrfacher Körperverletzung sowie versuchter vorsätzlicher Tötung im Straßenverkehr ermittelt. Er befindet sich inzwischen unter Hausarrest.
Streit um Platz auf der Fahrbahn eskaliert
Auslöser des Vorfalls war nach bisherigen Erkenntnissen ein Streit um die Fahrbahnbreite: Der Mann soll sich darüber geärgert haben, dass die sechsköpfige Gruppe auf der Strecke von Lanzo Torinese nach Coassolo aus seiner Sicht zu viel Platz beanspruchte.
Beim Überholvorgang hupte er demnach lautstark, worauf die Radfahrer mit deutlichen Gesten ihren Unmut zeigten. Der Autofahrer soll daraufhin abrupt gebremst, in den Rückwärtsgang geschaltet und vier der Sportler erfasst haben. Anschließend sei er sogar noch einmal umgekehrt, um erneut auf die Gruppe zuzufahren.
Nach Vorfall mit Radsportlern: Fahrer stellte sich der Polizei
Zwei der Verletzten mussten per Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden, einer von ihnen erlitt mehrere Knochenbrüche und weitere schwere Verletzungen. Die Amateursportler hatten sich das Kennzeichen des Fahrzeugs gemerkt – der Fahrer stellte sich den Angaben zufolge schließlich selbst der Polizei.
Gerade an Wochenenden sind in Italien zahlreiche Amateursportler auf Rennrädern unterwegs. Die Strecke, auf der sich der Vorfall ereignete, gilt bei Radfahrern der Region wegen ihrer anspruchsvollen Steigung und der schönen Ausblicke als besonders beliebt. Apropos Italien: Hier ist der Ätna zuletzt wieder ausgebrochen, der Vulkan beeinflusste damit den Urlaub von tausenden Touristen. (Quellen: dpa) (han)