Nachfolge noch ungeklärt: Cispa-Gründer Backes bietet seine Dienste als Berater und Redner an

Nachfolge noch ungeklärt Cispa-Gründer Backes bietet seine Dienste als Berater und Redner an

Saarbrücken · Vor fast genau einem Monat haben sich die Gesellschafter und Cispa-Gründungsdirektor Michael Backes getrennt. Nun bietet er seine Dienste als Berater und Redner an. SPD und CDU im Saar-Landtrag fordern unterdessen, den Sonderbericht zu veröffentlichen.

25.10.2026 , 21:10 Uhr

 Michael Backes ist seit gut einem Monat nicht mehr wissenschaftlicher Geschäftsführer des Cispa. Nun will er sich offenbar ein zweites Standbein aufbauen.

Michael Backes ist seit gut einem Monat nicht mehr wissenschaftlicher Geschäftsführer des Cispa. Nun will er sich offenbar ein zweites Standbein aufbauen.

Foto: Robby Lorenz

„Gründungsdirektor, visionärer Wissenschaftler, Talentmagnet, Technologiestratege und Redner“. So präsentiert sich Michael Backes, der Gründungsdirektor des Cispa-Helmholtzzentrums auf seiner neuen Webseite. Dort bietet er seine Dienste unter anderem als strategischer Berater und Redner an. „Ich will an Aufgaben arbeiten, die meine Neugier und meinen Ehrgeiz wirklich fordern“, schreibt er. „Mir sind weniger Mandate, tiefere Beteiligung und Beziehungen, die über die mittlere und lange Frist wachsen können, lieber“. Die Seite ging vergangene Woche online.

Backes-Motto: „Gehe niemals Kompromisse bei Exzellenz ein. Niemals.“

Als Überschrift steht dort „Never compromise on excellence. Never.“ Übersetzt heißt das: „Gehe niemals Kompromisse bei Exzellenz ein. Niemals.“ Er arbeite mit Führungspersönlichkeiten, die diese Überzeugung teilen, heißt es weiter.

Auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung teilte Backes mit: „Ich hatte in den vergangenen zehn Jahren immer wieder Anfragen von Menschen und Institutionen, die auf meine Kompetenz und meine Erfahrung zurückgreifen wollten, aus Deutschland und dem Ausland.“ Die habe er aber abgelehnt, „weil ich mich voll auf das Cispa und das Saarland konzentrieren wollte. Gereizt haben mich diese Angebote zu jeder Zeit, und deshalb werde ich das jetzt nachholen.“ Am Ende gehe es darum, Aufgaben zu übernehmen, die ihn herausfordern: „Vor allem will ich Sachen machen, die mich reizen, mit Menschen, die ebenso wie ich dafür brennen, die Zukunft zu gestalten.“

Vor gut einem Monat hatten sich Backes und die Gesellschafter des Cispa, also Land und Bund, auf eine „einvernehmliche“ Trennung nach der dreimonatigen Sonderprüfung geeinigt, wie es hieß. Beweise über einen unzulässigen Wissensabfluss nach China, um den es in der Prüfung ging, gab es nicht.

Landtag wird sich am Mittwoch mit dem Cispa beschäftigen

Am Mittwoch wird sich auch der Landtag mit dem Cispa beschäftigen. Dabei geht es auch um den bisher noch nicht veröffentlichten Sonderbericht. Das Ergebnis der dreimonatigen Sonderprüfung wurde zur Verschlusssache erklärt. Bisher kann der Bericht nur unter strengen Vorgaben und unter Vertraulichkeit von Abgeordneten eingesehen werden. Sowohl CDU als auch SPD fordern deshalb in Anträgen im Plenum, weite Teile des Berichts öffentlich zugänglich zu machen.

Auch die Grünen im Bundestag fordern weiter Aufklärung in der Angelegenheit. Die Bundestagsfraktion – darunter die saarländische Abgeordnete Jeanne Dillschneider – hat eine Anfrage mit insgesamt 57 Fragen an die Bundesregierung gerichtet. Darin geht es um die Abläufe während der Sonderprüfung, aber auch in den vorangegangenen Jahren, unter anderem um die Rolle und das Handeln der saarländischen Landesregierung. Eine Antwort darauf steht noch aus. (sas)