Neubau in Verden: Südbrücke kostet zwölf Millionen Euro – und bekommt Behelfsbrücke für 1,2 Millionen

Stand: 29.08.2026, 08:00 Uhr

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Autos fahren auf einer Brücke über einen Fluss

Die Südbrücke ist in die Jahre gekommen. Der Überbau stammt aus dem Jahr 1962, Teile des Unterbaus entstanden bereits 1888. Im Frühjahr 2028 soll daher ein Ersatz geschaffen werden. © Preuß

Der Ausschuss für Straßen und Stadtgrün hat dem Neubau der Südbrücke in Verden zugestimmt. Während der zwölf Monate Bauzeit wird eine 80 Meter lange Behelfsbrücke nur für Fußgänger und Radfahrer errichtet.

Verden – Gute Planung, gute Absprachen, detaillierte Informationen: Das Lob an Planerin Stephanie Weber für ihre Arbeit hinsichtlich des Neubaus der Südbrücke kam von allen Seiten im Ausschuss für Straßen und Stadtgrün. Da waren die Kosten von rund zwölf Millionen Euro für das Bauprojekt fast schon zweitrangig.

Die Details des Neubaus stellte Weber in aller Kürze den Ausschussmitgliedern vor. Die Fahrbahn wird zweispurig mit einer Breite von 6,25 Metern. Rechts und links führt ein Fuß- und Radweg von jeweils 2,75 Metern entlang. Die Brücke wird um fünf Meter verlängert, sodass am Ufer genügend Platz für einen durchgängigen Alleruferweg geschaffen werden kann.

Damit während der Bauzeit – insgesamt zwölf Monate, davon acht Monate für die Brücke an sich, wenn die Witterung mitmacht – der Verkehr einigermaßen sicher fließen kann, wird neben der Südbrücke eine knapp 80 Meter lange Behelfsbrücke für 1,2 Millionen Euro für Fußgänger und Radfahrer errichtet. Dies sei notwendig, um die Nordbrücke nicht zu überlasten. „Wir haben einen nennenswerten Radverkehr, den die Brücke nicht hergibt“, erläuterte Bürgermeister Lutz Brockmann, der als Gast an der Sitzung teilnahm.

Autoverkehr muss dann auf die Nordbrücke

Der Autoverkehr wird über die Nordbrücke umgeleitet, da eine dementsprechende Behelfsbrücke laut Weber mit sehr hohen Kosten verbunden wäre. Da der Weg zudem über die Aller mit Schiffsverkehr führt, muss eine bestimmte Höhe eingehalten werden, was auch eine Pontonbrücke ausschließt. Das führt allerdings dazu, dass die Behelfsbrücke zwar stufenfrei, aufgrund der Steigung von mehr als sechs Prozent, nämlich acht, jedoch nicht barrierefrei sein wird. Brockmann zufolge, würde der Unterschied mit einem Kinderwagen kaum zu spüren sein, in anderen Fällen käme es auf die körperliche Verfassung an.

Für das Vorhaben müssen laut Weber 61 Bäume in verschiedenen Größen gefällt werden. Als Ausgleichsmaßnahme sind 102 Neupflanzungen vorgesehen sowie eine Fläche von 2.000 Quadratmetern. „Wir können nicht alles vor Ort ausgleichen, versuchen es aber, soweit es geht.“ Rund 410.000 Euro wird diese Kompensation kosten.

Damit am Nordertor der Verkehr während der Bauzeit nicht aus den Fugen gerät, sei die Stadt in Gesprächen über einen Bypass zum Johanniswall oder eine zweite Spur, auch damit Fußgänger und Radfahrer sich sicher fortbewegen können, ergänzte Brockmann. In ein paar Monaten könne er mehr dazu sagen. Hinsichtlich der Gesamtkosten sagte er: „Ich war über die zwölf Millionen Euro erschrocken, aber es sind ehrliche Zahlen.“

Mit der Lösung zeigte sich Sven Sottorf zufrieden. Auch die Autos über die Behelfsbrücke zu führen, hielte der CDU-Politiker für „schwachsinnig“, die jetzige Variante sei „platzsparender und kostengünstiger“. Die Kosten für den Neubau seien in Relation zur Abschreibung über 90 Jahre „überschaubar“.

Ob das Bollwerk parallel dazu in Angriff genommen werde, wollte er noch wissen. Zu diesem liegt seit ein paar Tagen der Prüfbericht vor, konnte Weber verkünden. „Es sieht wohl gar nicht so schlecht aus wie vermutet.“ Ein Abschnitt sei zwar in schlechtem Zustand, es „sieht aber so aus, dass es instand gesetzt werden kann“. Parallel werde daran aber nicht gearbeitet, da der Planungsprozess erst angestoßen werden müsse, warf Brockmann ein.

Karin Hanschmann (SPD) ging davon aus, dass mit einer so guten Informationspolitik der Stadt für die Bürgerinnen und Bürger, wie es im Fall des Stadtrats und des Ausschusses war, die Akzeptanz für den Neubau steigen könne. Denn: „Es ist richtig gut geplant.“ Ein Lob, das auch Imke Burhop (CDU) unterstrich. „Da sind so viele kleine Details“, sagte sie mit Blick auf den Plan der Brücke. „Das sind alles Punkte, die dezidiert besprochen und geplant worden sind.“

So war es wenig überraschend, dass die Ausschussmitglieder einstimmig für das Bauvorhaben stimmten. Am 29. September entscheidet der Stadtrat.