Neu im Theater
Neue Leitung und ein eigenes Haus: Das Brut-Theater übt den Übergang
Tomasz Kireńczuk bringt ab Oktober frischen Wind ins Wiener Brut-Theater. Vorerst lockt man mit "Soft-Opening-Projekten"
Helmut Ploebst
Dem Brut-Theater steht eine Übergangssaison bevor. Tomasz Kireńczuk (43), frisch angetreten als künstlerischer Leiter, beginnt seine erste Spielzeit vor den Toren eines noch unfertigen neuen Hauses. Der Umbau der einstigen Zentralbankzweigstelle St. Marx in Landstraße, Karl-Farkas-Gasse 16 wird erst Anfang 2027 allmählich abgeschlossen, was dann zu einigen "Soft-Opening-Projekten" führen soll, bevor die Saison 2027/28 zur großen Einweihung führt.
Wer jetzt Imagetanz im Programm vermisst, kann sich entspannen: Das beliebte Festival soll im Herbst 2027 runderneuert wiederkommen. Wie zur Bestätigung verweist die neue Imagekampagne des Brut – mit schwarzer Schrift auf knallgelbem Grund – grafisch auf die Geschichte der Institution. In den 1990ern, als das Brut noch dietheater hieß, war Schwarz auf Gelb die Signatur von Imagetanz.
One-to-One-Performance
Kireńczuks aktuelle Saisoneröffnung geht erst am 16. Oktober über die Bühne. Um 16 Uhr startet Mzamo Nondlwana mit der Uraufführung seines Waiting for fall im Zieglergassen-Studio des Brut. Und zwar zeitgleich mit Amanda Piña, die in der Karl-Farkas-Gasse ihre One-to-One-Performance Ancient Future Climate Bodies präsentiert. Dafür muss man sich einen Timeslot reservieren. Anschließend gibt’s ein Welcome to 1030 mit kleinen performativen Momenten und Musik.
Zu den bemerkenswerten folgenden Produktionen zählt Doris Uhlichs Gootopian Treatment im November. Im Dezember bietet mit Presages, small acts of love auch Alix Eynaudi ein One-to-One-Projekt, außerdem treten unter anderen Elisabeth Bakambamba Tambwe und Inge Gappmaier auf. Dem Nachwuchs-Format Huggy Bears Days (12. bis 16. 11.), das dringend eine Änderung seiner kindischen Bezeichnung bräuchte, bleibt Kireńczuk zu Recht treu. Im Frühjahr sind Arbeiten etwa von Bita Bell (Our Moon Never Stops), Myassa Kraitt und Verena Herterich geplant. (Helmut Ploebst, 9.9.2026)
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