Schule in Frankfurt wird saniert: 450 Schüler kehren Ende 2027 zurück

Stand: 09.09.2026, 14:03 Uhr

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Lebe-Schule

Die ehemalige Stoltzeschule in der Seilerstraße wird umgebaut, im Gebäude entsteht eine Depandance für die Julius-Leber-Schule © Matthias Bittner

Die Sanierungsarbeiten der Julius-Leber-Schule in Frankfurt starten. Das Leerstehen des Gebäudes verkürzt die Bauzeit von viereinhalb auf drei Jahre.

Frankfurt – Lange war unklar, wann es an der Julius-Leber-Schule (JLS) in der Seilerstraße in Frankfurt endlich richtig losgeht. Jetzt gibt es einen konkreten Zeitplan: Nach dem verhängten Baustopp und dem vollständigen Umzug der beruflichen Schule in die Lateral Towers sollen die eigentlichen Sanierungsarbeiten am Hauptgebäude nach Mitteilung des Dezernats für Bildung, Immobilien und Neues Bauen in den nächsten Wochen durchstarten. Rund drei Jahre sind dafür eingeplant.

Der Grund für die Verzögerung: Die Bauarbeiten sollten eigentlich bei laufendem Schulbetrieb durchgezogen werden. Doch schnell war klar, dass Lärm und Staubbelastung trotz Schutzmaßnahmen zu viel des Guten waren. Auch die Entsorgung von Asbest, polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK), künstlichen Mineralfasern (KMF), Schwermetallen (Blei) und polychlorierten Biphenylen (PCB), die im Vorfeld der geplanten Schad- und Brandschutzsanierung gefunden wurden, besorgten Kollegium und Schüler. Deshalb wurde ein Baustopp verhängt – die ursprüngliche Idee, das Gebäude während der Unterrichtszeiten in drei Bauabschnitten zu sanieren, war damit vom Tisch.

Temporäre Bleibe in der Neuen Börse

Seit dem laufenden Schuljahr ist die Julius-Leber-Schule nun komplett in die Lateral Towers in der Elisabeth-Norgal-Straße (Hausen) ausgelagert. Die ehemalige „Neue Börse“ war zuletzt aufwendig modernisiert worden und wird als gemeinsamer Bildungscampus genutzt: Neben dem Neuen Gymnasium Frankfurt und dem Stadtgymnasium Frankfurt hat darin nun auch die JLS eine vorübergehende Bleibe gefunden. Für die Sanierung der JLS in der Seilerstraße hat das einen entscheidenden Vorteil: Da das Gebäude leersteht, kann dort ganztags gearbeitet werden, laute Arbeiten müssen nicht mehr auf den Nachmittag verschoben werden. Die Sanierungszeit verkürzt sich voraussichtlich von viereinhalb Jahren auf drei Jahre.

Zu tun gibt es allerhand, die Liegenschaft wird auf den Kopf gestellt. Im Hauptgebäude wird der Brandschutz auf den neuesten Stand gebracht, Schadstoffe werden beseitigt, Leitungen erneuert sowie die Heizungs- und Sanitäranlagen modernisiert. Auch das marode Dach wird saniert.

Julius-Leber-Schule

Die Julius-Leber-Schule in der Seilerstraße wird saniert, die Arbeiten dauern etwa drei Jahre. © Matthias Bittner

Die Sanierung der 1956 errichteten denkmalgeschützte Berufsschule, an der unter anderem Arzthelfer und Kaufleute in Verkehrsberufen ausgebildet werden, war überfällig. Weil die Berufsschule zudem seit vielen Jahren schon Platzprobleme hat, wird die ehemalige Friedrich-Stoltze-Schule in der Seilerstraße 36 aufwendig saniert. Voraussichtlich ab Ende 2027 steht die sanierte Außenstelle der JLS in der Seilerstraße 36 dann zur Verfügung. Rund 450 Schülerinnen und Schüler – also ein großer Teil der Schülerschaft – werden laut Bildungsdezernat bereits nach Abschluss der Maßnahme dorthin zurückkehren.

Das denkmalgeschützte Gebäude wird seit Februar 2025 kernsaniert. Unter anderem werden der Brandschutz verbessert und statisch notwendige Grundrissänderungen vorgenommen. Zudem entsteht ein neuer Anbau mit drei Vollgeschossen auf einem Kellergeschoss. Insgesamt 15 Klassenräume, die jeweils für bis zu 30 Schülerinnen und Schüler ausgelegt sind, wird es in dem Gebäude geben. Rund 26,3 Millionen Euro kosten Umbau und Sanierung. Bei der Sanierung des Hauptgebäudes der Julius-Leber-Schule ist die endgültige Summe dagegen noch offen. Ursprünglich war von Kosten in Höhe von rund 36 Millionen Euro ausgegangen worden.