Entscheidung gefallen: In Emden entsteht ein neuer Marinehafen
Stand: 05.10.2026 • 13:31 Uhr
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat heute bekannt gegeben, dass Emden einen neuen Marinehafen bekommt. Die Marine soll im Zuge einer neuen Strategie aufgerüstet werden und braucht einen weiteren Hafen in der Nordsee.
"Fast 30 Jahre lang war die Marine nicht in Emden, jetzt kommt sie zurück", sagte Pistorius heute Vormittag bei einem Pressetermin am Schöpfwerk Knock auf dem Rysumer Nacken an der Emsmündung. "Wir haben aktuell die kleinste Marine in der Geschichte der Bundeswehr bei gleichzeitig dem größten und umfangreichsten Aufgabenportfolio. Also muss die Marine wachsen und das wird sie." Die Weichen dafür seien in allen Bereichen gestellt. Aufgrund der internationalen Bedrohungslage gerade mit Blick auf die Ostsee, aber auch die Nordsee und den Nordatlantik, sei dies von entscheidender Bedeutung. "Damit erhöhen wir die Abschreckungsfähigkeit Deutschlands und der NATO", sagte Pistorius.
Bis zu 2.000 Dienstposten in Emden
Die Entscheidung für Emden als Standort sei unter anderem wegen der strategischen Lage und ausreichend verfügbarer Fläche getroffen worden. Neben Liegeplätzen und Pierlängen werde auch das Marinepersonal werde erhöht. Bis zu 2.000 Dienstposten sollen in Emden entstehen. Laut Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) soll die Einsatzbereitschaft Anfang der 2030er gegeben sein, die Umsetzung erfolgt durch NPorts. Ebenfalls bei dem Termin anwesend waren auch der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Wilhelm Tobias Abry, und der Erste Stadtrat Emdens, Horst Jahnke.
Boris Pistorius unterzeichnete am Montag eine Absichtserklärung für den Bau des Militärstützpunkts in Emden.
Was die Marine braucht
Konkret hat die Marine Bedarf an sieben Liegeplätzen für Fregatten, zehn Liegeplätzen für Minensuchboote sowie zehn Liegeplätzen für Schlepper. Ein zusätzlicher Marinehafen in der Nordsee ist ein wichtiger Teil der neuen Strategie der deutschen Marine. Experten sehen in Emden als Standort den geografischen Vorteil, dass die ostfriesische Stadt gerade noch außerhalb des Wirkungsbereiches von russischen Mittelstreckenraketen liege.