Neues Techno-Event: Wummernde Bässe und viel nackte Haut im Weltkulturerbe – so startete das Ferra-Festival

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Neues Techno-Event Wummernde Bässe und viel nackte Haut im Weltkulturerbe – so startete das Ferra-Festival

Völklingen · Ein neues Techno-Festival für das Saarland mit internationalen Künstlern und Besuchern: Das ist das „Ferra“, das am Freitag in den ersten Festivaltag startete. Besonders die Erwartungen der saarländischen Besucher waren wohl hoch. Die SZ war dabei.

22.08.2026 , 14:03 Uhr

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Die schönsten Bilder vom Start des Ferra-Festivals im Weltkulturerbe am Freitag

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Foto: Hannah Merk

Am ersten von zwei Festivaltagen haben 10.000 vor allem junge Menschen in ihren Zwanzigern am Freitag, 21. August, zum Start des Ferra-Festivals mit viel nackter Haut, Netz-Kleidung und „schnellen“ Sonnenbrillen in Völklingen zu Techno-Musik getanzt.

Angekündigter Regen blieb aus

Noch am Morgen war für den Freitag immer wieder Regen vorhergesagt worden. Doch bis auf ein paar Tropfen, die auf der Haut der frenetisch Tanzenden schnell wieder trockneten, kam nichts.

Es dauerte, bis sich am Freitagnachmittag die Plätze vor den Bühnen füllten – dann allerdings wurde es immer voller. Viele reisten erst nachmittags an, der Campingplatz „Am Hoheberg“ in Völklingen-Wehrden liegt idyllisch im Grünen. Zwei Drittel der Besucher am Freitags-Besucher waren Camping-Gäste, so Luisa Pilsl, vor Ort der Verantwortliche für die Pressearbeit .

Auf dem Campingplatz saßen auch Marion und Amelle aus Paris und Robin aus der Nähe von Montpellier. Sie sind durch das Hive-Festival, das zwischen Halle (Saale) und Wittenberg stattfindet, und sozusagen die „große Schwester“ des Ferra-Festivals ist, auf „Ferra“ aufmerksam geworden. Aussagen à la „Wenn es zum ‚Hive‘ gehört, kann es ja nur gut werden“, bekam man am Freitag noch öfter zu hören. Vor allem die besondere Location im Weltkulturerbe beeindruckte die Besucher. Im standesgemäß brechend vollen und schwülheißen Shuttlebus zum Festivalgelände reckten sich viele gespannte Hälse nach der Völklinger Hütte.

„Ferra“ sogar noch größer als „Electro Magnetic“

Nach Kritik am Vibrancy-Festival im vergangenen Jahr waren die Erwartungen an das Ferra-Festival wohl besonders hoch. So gab es beim „Vibrancy“ für 80 Euro auf einem Floor sieben namhafte Künstler zu sehen. Das fanden viele überteuert, zumal die versprochene Lichtshow ausfiel.

Es scheint, als könnte „Ferra“ besser an Ausmaß und Erfolg des Electro Magnetic-Festivals, das bis 2019 in der Völklinger Hütte stattfand, anknüpfen: Mit 74 Acts auf fünf Bühnen am Freitag und Samstag war das Line-up gut gefüllt. „Erzplatz“, „Roheisenkanal“, „Erzkäfig“, „Schrottgleis“ und „Rostgarten“ hießen die Bühnen, angelehnt an ihren Standort auf dem Gelände der Völklinger Hütte. Besucher Jan (27) aus dem Saarland und seine Begleiterinnen Lucie und Maika freuten sich, dass es jetzt ein solches Festival in „ihrem Saarland“ gebe.

Dabei ist das Ferra-Festival nicht offiziell der „Ersatz“ fürs „Vibrancy“. „‚Vibrancy‘ wollte dieses Jahr von sich aus pausieren, deshalb ist Permanent Entertainment mit ‚Ferra‘ zum Zuge gekommen. Alles Weitere sehen wir nach dem Festival-Wochenende“, meint Ralf Beil, Generaldirektor der Völklinger Hütte gegenüber der SZ. Permanent Entertainment geben sich derweil motiviert: „Eine zweite Ausgabe ist auf jeden Fall unser Ziel“, schreibt eine Sprecherin von Permanent Entertainment. Es gebe bereits Begehungen und Planungen für eine Wiederholung, sagt Luisa Pilsl.

Besucher feiern und tanzen begeistert mit

Es mag auch daran gelegen haben, dass das Energielevel am Freitag zum Start noch hoch war, aber die meisten Besucher hatten offensichtlich eine Menge Spaß und tanzten fleißig mit. Immer wieder war ein „Alter, geil!“ oder ein ungläubiges „Boahh!“ zu hören, wenn der Bass besonders laut zu wummern begann. Neben der deutschen Sprache unterhielten sich viele Techno-Fans auf Französisch, der SZ begegneten auch Besucher aus den Niederlanden, Belgien und der Schweiz. 25 Prozent der Besucher seien aus Frankreich gekommen, so Pilsl.

Mehrere Essens- und viele Getränkestände verteilen sich über das Gelände. Dabei überwogen Burger, Pommes und Wraps bei gehobenen, aber für ein Festival mittlerweile nicht ungewöhnlichen Preisen. So gabs die kleine Portion Pommes für fünf Euro, Wraps für zehn bis zwölf Euro, Cola für vier Euro und Karlsberg Urpils für 6,20 Euro. Größere Schlangen blieben aus.

Freitag war ein „voller Erfolg“

Luisa Pilsl fasst den Rest der ersten Nacht als „vollen Erfolg“ zusammen. Für die Security sei es ruhig geblieben, die Sanitäter hätten lediglich zwei oder drei Einsätze wegen zu viel Alkoholkonsum gehabt. Gegen 21 Uhr sei die Festivalnacht ausverkauft gewesen. Karten gab es am Samstagmittag nur noch an der Tageskasse — für 95 Euro.

Einiges an Verständnis mussten jedoch die Anwohner mitbringen. Denn die lauten Bässe waren bis tief in die Nacht noch weithin zu hören. ( lnz)