Nicht Sauron: Wer in "Der Herr der Ringe" wirklich der Bösewicht ist

THE LORD OF THE RINGS - THE HUNT FOR GOLLUM: DAS MÜSST IHR ZUM NEUEN “DER HERR DER RINGE”-FILM WISSEN

Sauron wird immer als der große Bösewicht in “Der Herr der Ringe” bezeichnet. In Wahrheit lauert der Bösewicht in Tolkiens Universum jedoch im Verborgenen!

Der Herr der Ringe: Der Eine Ring steht für die Korruption und Verführung von Macht.

Der Herr der Ringe: Der Eine Ring steht für die Korruption und Verführung von Macht. (Quelle: © 2021 Warner Bros. Entertainment Inc. / TMDb.org)

Sauron gilt als einer der besten Bösewichte der Filmgeschichte, doch wir erklären euch, warum nicht der Dunkle Lord, sondern eigentlich die Korruption durch Macht, der wahre Bösewicht in “Der Herr der Ringe” ist, dargestellt durch den Einen Ring, dessen Gefahr darin liegt, jeden zu korrumpieren.

Besonders stark wird diese Lesart der Geschichte durch die Filme von Peter Jackson geschürt, in denen Sauron - bis auf in der Prolog-Szene am Anfang - körperlos ist. Die Gefahr geht also von keinem physischen Geschöpf aus, sondern von Anfang an von einer verborgenen Macht. Amazons "Die Ringe der Macht" schlägt da übrigens mit Sauron eine ganz andere Richtung ein und lässt ihn von Charlie Vickers verkörpern.

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Herr der Ringe Quiz: Wie gut kennst du dich in Mittelerde aus?

(Quelle: tmdb.org)

Frage 1 / 77

Welcher Schauspieler war für "Herr der Ringe" Oscar-nominiert?

Der Ring ist das verborgene Böse, das jeden befallen kann

Genau diese verborgene Macht schlummert im Ring, den Gandalf (Ian McKellen) und Galadriel (Cate Blanchett) nicht einmal zu berühren wagen, weil sie genau wissen, wie kraftvoll dieser ist. Der Ring verleiht seinem Träger nämlich unglaubliche Macht, wird die tragende Person aber immer dahingehend manipulieren, diese Macht zu missbrauchen, statt Gutes mit ihr anzustellen - ganz egal, wie aufrichtig gut die Intentionen auch sein mögen!

Dadurch verkörpert der Eine Ring die Verführung und Korruption, die Macht mit sich bringt - und und fordert in der Geschichte auch einige Opfer. So verfällt Boromir (Sean Bean) der Verführung des Rings und will ihn Frodo abnehmen. Als er dies erkennt, opfert er sich für Merry (Dominic Monaghan) und Pippin (Billy Boyd).

Auch Frodo (Elijah Wood) versagt am Schicksalsberg, als der Zeitpunkt gekommen ist, den Ring ins Feuer zu werfen. Das berühmteste Opfer ist jedoch Gollum (Andy Serkis), der den Ring viele Hundert Jahre trug und dadurch alle ihm nahestehenden Personen und schließlich sich selbst verloren hat. Aus dem Halbling Sméagol wird das gierige und mordende Wesen Gollum.

Tolkiens Kriegserfahrungen haben ihn geprägt

Es ist heute kein Geheimnis, dass Tolkien seine Geschichten in Teilen im Kriegsgraben des Ersten Weltkriegs schrieb. Der Oxford-Professor hat seine Erfahrungen im Krieg in seinen Mittelerde-Geschichten verarbeitet.

Tolkien soll einst gesagt haben, dass der unsäglichste aller Jobs das Kommandieren anderer sei, wodurch er sich stark gegen militärische und soziale Hierarchien und Machtgefüge positioniert habe (Quelle: Pacific Legal Foundation).

Dahingehend haben viele Literaturwissenschaftler versucht, Tolkiens Schriften zu untersuchen. So schreibt Douglas Kellner in The Lord of the Rings as Allegory: A Multiperspectivist Reading, dass Gollum als "Warnung davor [dient], was Besessenheit mit dem Ring und Abhängigkeit von Macht einem antun kann" (Seite 28).

Eric Katz argumentiert in The Rings of Tolkien and Plato: Lessons in Power, Choice, and Morality, dass Tolkien die fortschreitende korrumpierende Wirkung des Besitzes und der Nutzung des Einen Rings aus anfänglich unschuldigen Absichten als verführerische Wirkung und langsamen Verfall zeichne.

Warum die Filme stärker mit dieser Lesart einhergehen als die Bücher

Durch die bereits angesprochene Entscheidung Peter Jacksons, Sauron körperlos zu zeigen, unterscheidet sich die Filmreihe klar von den Büchern. Die Form Saurons als lidloses, feuriges Auge stammt aus den Filmen. In den Büchern besitzt Sauron einen (geschwächten) Körper.

Jacksons Entscheidung wurde zunächst von einigen Fans kritisiert, da Sauron dadurch an Bedrohlichkeit verlieren würde. Durch die eben vorgestellte Interpretation kann jedoch gesagt werden, dass der Film gerade daraus die größte Stärke schöpft. Denn als unsichtbare Macht, die wirklich jeden treffen kann, ist die Verführung und Korruption, die der Ring darstellt, viel realer als ein großer Fantasy-Bösewicht in schwarzer Rüstung.

Dass Jacksons Entscheidung aufgegangen ist, zeigt sich darin, dass die Filme noch heute von Fans auf der ganzen Welt gefeiert werden. Auch in Deutschland laufen sie regelmäßig im TV und sind hierzulande aktuell (Stand August 2026) sogar bei drei Streamingdiensten verfügbar: Netflix, Disney+ und HBO Max!

Im Gegensatz zu Jacksons Verfilmungen hat sich Amazon dazu entschieden, Sauron in seiner physischen Gestalt zu zeigen, dargestellt von Charlie Vickers. Bereits am 11. November 2026 soll die dritte Staffel von Amazons "Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht" starten.

Neben "Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht" Staffel 3 arbeiten Peter Jackson und sein Team zudem an weiteren Mittelerde-Filmen. Wir haben eine Übersicht mit allen kommenden "Der Herr der Ringe"-Verfilmungen.

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