Nick Cave & the Bad Seeds auf dem Königsplatz: Ein Lied feiern die Fans besonders

Stand: 24.08.2026, 01:26 Uhr

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Nick Cave & The Bad Seeds auf dem KönigsplatzFoto: Marcus Schlaf, 23.08.2026

Ganz nah bei den Fans: Nick Cave & the Bad Seeds haben am Sonntagabend die Fans auf dem Königsplatz in Extase versetzt. © Marcus Schlaf

Auf ihrer „Wild God Tour“ spielen Nick Cave & the Bad Seeds ein umjubeltes Konzert auf dem Königsplatz. Ein Song, den vor allem Serien-Fans kennen, darf dabei nicht fehlen. Unsere Kritik:

Nick Cave dreht sich zu den Bad Seeds um und schaut recht schuldbewusst drein. „I fucked that up“, sagt er, er hat‘s vermasselt. Er sei sich nicht sicher, ob es dem Publikum am Königsplatz aufgefallen sei, aber „From Her To Eternity“ sollte eigentlich anders klingen. „Das war ein epischer Kampf zwischen mir und der Band“, sagt der 68-Jährige im nachtblauen Anzug. „Und die Band hat gewonnen.“

Die Band, seit 1983 in unterschiedlichen Besetzungen aktiv, könnte man für sich genommen schon als Höhepunkt dieses Sonntagabends bezeichnen. So gut spielen die Musiker zusammen, so voll und experimentell ist der Klang ihrer Instrumente und der Stimmen der drei Backgroundsänger auf der „Wild God Tour“. Wäre da nicht noch Nick Cave.

Der Australier strahlt gleichermaßen düstere Schwere und humorvolle Leichtigkeit aus. Und stürzt sich mit dem ersten Song „Get Ready For Love“ und seinem ganzen Sein in diesen Abend vor rund 13.500 Besuchern. Wühlt sich durch die zahllosen Hände, die ihm entgegengestreckt werden. Hält sie, länger als jedes gesellschaftlich akzeptierte Händeschütteln dauern würde. Und lässt dabei seine sonore Stimme grollen, schmeicheln, manchmal auch dämonisch krächzen. Cave lebt die Songs, er durchleidet sie.

Nick Cave & the Bad Seeds auf dem Königsplatz: Serien-Titellied sorgt für Jubel

Das Publikum quittiert den Einsatz des Meisters mit Jubel. Als die ersten Töne von „Red Right Hand“ erklingen, lassen die Fans der Serie „Peaky Blinders“, deren Titellied der Song ist, ihre Begeisterung lautstark hören. Für den Abschluss der regulären Setlist, die klug Lautes, Wildes, Schnelles mit sanfteren Klängen durchmischt, schenken Cave & the Bad Seeds dem Publikum eine virtuose Darbietung von „Hollywood“. Das epische Finale des Albums „Ghosteen“ dauert über 14 Minuten, Sänger und Band zelebrieren jede einzelne davon.

Doch damit ist der Abend nicht zu Ende. Ganze fünf Zugaben geben Nick Cave & the Bad Seeds. Der Sänger stellt die Band nach der vierten Zugabe „Skeleton Tree“ erst vor und verabschiedet sie dann, um das letzte Lied allein mit den Fans zu spielen. „You are fucking awesome!“, ihr seid verdammt großartig, bedankt er sich zum Abschied.