Nike-Wechsel hat beim DFB wohl weitere Konsequenzen
Stand: 24.09.2026, 13:58 Uhr
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Nike verdrängt beim DFB nicht nur Adidas. Auch ein weiterer Partner muss zum Jahresende gehen – und das hat einen klaren Grund.
Frankfurt – Die Zeitenwende beim Deutschen Fußball-Bund nimmt immer konkretere Formen an. Dass Adidas nach mehr als 70 Jahren als Ausrüster der Nationalmannschaft zum Jahresende seinen Platz räumen muss und ab dem 1. Januar 2027 der US-Konzern Nike das Zepter übernimmt, ist längst bekannt. Doch der Wechsel zieht offenbar weitere Kreise, als bislang öffentlich bekannt war.

Denn Nike begnügt sich nicht damit, die Nationalspielerinnen und Nationalspieler künftig auf dem Rasen einzukleiden. Der Konzern beansprucht laut Informationen von Sport1 den gesamten Bekleidungsbereich für sich – und duldet daneben keinen weiteren Partner. Das hat direkte Folgen für Marc O‘Polo. Der Modepartner des DFB, der erst zu Beginn des Jahres 2025 als offizieller Fashionpartner eingestiegen war, soll seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag nicht verlängert bekommen.
Marc O‘Polo verliert DFB-Vertrag: Nike verdrängt Fashionpartner
Das Modeunternehmen hatte die Nationalmannschaften – von der A-Elf bis zur U21 – sowie Trainer, Funktionsteams und DFB-Repräsentanten mit Casualwear ausgestattet: also mit jener Kleidung, die abseits von Training und Spielbetrieb zum Einsatz kommt. Für Adidas, das ein letztes DFB-Trikot präsentiert, war diese Koexistenz mit einem Fashionpartner nie ein Problem gewesen.
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Nike hingegen setzt auf eine andere Philosophie. Der Fokus des US-Riesen liegt klar auf Sportbekleidung – nicht auf Casual-Mode. Damit dürfte der DFB-Tross künftig auch abseits des Platzes sportlicher auftreten als bisher. Offen bleibt allerdings, wie der Verband bei besonders formellen Anlässen – Auslosungen, Ehrungen, Empfängen – auftreten wird. Ob dort ein weiterer Ausstatter ins Spiel kommt, ist nach aktuellem Stand noch nicht geklärt.
Finanziell ist der Nike-Deal für den DFB ein echter Quantensprung. Offizielle Zahlen nennt der Verband wegen vereinbarter Vertraulichkeit nicht. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll Nike jedoch mehr als 100 Millionen Euro pro Jahr überweisen – in etwa doppelt so viel wie Adidas zuletzt. Der Vertrag läuft bis Ende 2034.
Marc O‘Polo hatte seine Partnerschaft mit dem DFB noch als langfristig angelegt kommuniziert und war unter anderem bei der Frauen-EM 2025 und der Männer-WM 2026 in Nordamerika präsent. Nun endet das Engagement nach knapp zwei Jahren früher als geplant. Der Nike-Einstieg bringt dem DFB also nicht nur deutlich mehr Geld – der Konzern drückt dem Verband künftig auch außerhalb des Spielfelds seinen Stempel auf. Währenddessen landete Adidas nach dem DFB-Aus offenbar einen Weltmeister-Coup. (ck)