Stand: 16.09.2026, 06:59 Uhr
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Wie positionieren sich SPD, Grüne FWB, GFB und FDP zur anstehenden Bürgermeisterwahl in Babenhausen?
Babenhausen – Endspurt im Bürgermeisterwahlkampf. Am kommenden Sonntag, 20. September, haben die 12.937 (Stand 3. September) wahlberechtigten Babenhäuser die Wahl zwischen Amtsinhaber Dominik Stadler (unabhängig) und Frank Zick (CDU). Dass CDU-Stadtverband und -Fraktion ihren Kandidaten unterstützen, ist klar. Aber wie positionieren sich die anderen politischen Akteure in der Gersprenzstadt zu den beiden Kandidaten? Die Redaktion hat nachgefragt.

SPD
Die SPD-Fraktion und der SPD-Ortsverein haben sich im Vorfeld der Bürgermeisterwahl intensiv mit dem amtierenden Bürgermeister Dominik Stadler sowie mit Frank Zick ausgetauscht „und deren Positionen mit unserer Vision für die Entwicklung der Stadt verglichen“, teilt Stadtverordneter und Vorstandsmitglied Alexander Schaub mit. Die SPD lege großen Wert darauf, dass die Stadtspitze unabhängig, neutral und mit Weitblick agiere. Babenhausen braucht eine Führung, die die gesamte Stadt fest im Blick hat – mit allen Ortsteilen, Vereinen, Bürgerinitiativen und sozialen Einrichtungen. Die Kernüberzeugung der SPD sei, „dass zukunftsweisende Entscheidungen niemals einseitig getroffen werden dürfen, sondern stets das Gemeinwohl, die soziale Gerechtigkeit und den Zusammenhalt aller Menschen in Babenhausen in den Mittelpunkt stellen müsse.
„Wir als SPD haben uns bewusst dazu entschieden, keine formelle Wahlempfehlung auszusprechen. Für uns als Sozialdemokraten zählt vor allem das Programm und die Haltung: Entscheidend ist, dass Babenhausen als Ganzes gedacht, alle Ortsteile gleichberechtigt eingebunden und mit sozialer Weitsicht gehandelt wird“, schreibt Schaub.
FWB
Die Freien Wähler Babenhausen (FWB) beteiligen sich, „wie für uns üblich, nicht an Wahlempfehlungen vor Wahlen“, teilt FWB-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Heil in Abstimmung mit Vereinsvorsitzendem Rüdiger Thierolf mit: „Unsere Wähler entscheiden auch ohne externe Empfehlung selbst darüber, wem sie ihre Stimme geben.“
Grüne
Für die Grünen ist bei der Wahl entscheidend, welche Voraussetzungen ein Bürgermeister mitbringen muss, um die Stadt in den kommenden sechs Jahren verantwortungsvoll zu führen. „Wir erwarten eine an der Sache orientierte Amtsführung, gute Kenntnisse der kommunalen Zuständigkeiten und Verwaltungsabläufe sowie einen realistischen Blick auf die finanzielle Lage unserer Stadt“, teilen Stadtverband und Fraktion gemeinsam mit: „Dazu gehört auch der Mut, Probleme offen anzusprechen und klar zu erklären, welche Konsequenzen sich daraus für Babenhausen ergeben.“
Ebenso wichtig sei eine gute und verlässliche Kommunikation – mit den Bürgerinnen und Bürgern ebenso wie mit Vereinen, Unternehmen, politischen Gremien und der Verwaltung. „Ein Bürgermeister muss aus unserer Sicht unterschiedliche Interessen zusammenbringen können, dabei aber unabhängig und neutral bleiben“, meinen die Grünen. Gerade in schwierigen Situationen brauche es Belastbarkeit und die Bereitschaft, auch unter Druck notwendige oder unpopuläre Entscheidungen zu treffen, zu vertreten oder gegebenenfalls einzufordern.
„Den Bürgermeisterkandidaten der CDU kennen wir aus der kommunalpolitischen Arbeit der vergangenen Jahre bislang kaum, da er dort nicht als Akteur in Erscheinung getreten ist. Mit dem parteilosen Amtsinhaber hingegen haben wir konkrete Erfahrungen aus der Zusammenarbeit. Dazu gehören unter anderem seine klare Haltung im Spannungsfeld zwischen Kiesabbau und Trinkwasserschutz, sein Einsatz für den Schutz des kommunalen Waldes sowie sein Handeln bei der kurzfristig notwendigen Evakuierung des Hochhauses im Erloch. An ihm schätzen wir insbesondere seine Unabhängigkeit und sein Handeln über Parteigrenzen hinweg“, fassen die Grünen ihre Sichtweise zusammen. Eine Wahlempfehlung sprechen sie aber nicht aus.
GFB
Die seit der Kommunalwahl erstmals in der Stadtverordnetenversammlung vertretene Zwei-Mann-Fraktion „Gemeinsam für Babenhausen“ (GFB) verhält sich neutral. „Möge der mit den meisten Stimmen gewinnen“, meint Fraktionsvorsitzender Alexander Weiß, der neben Mehmet Travaci im Stadtparlament sitzt. Zur Erinnerung: GFB-Gründer Mete Turan hatte im Sommer 2024 seine Bürgermeister-Kandidatur verkündet, diese aber nach der Kommunalwahl im März zurückgezogen.
FDP
Da keine Mitgliederversammlung stattgefunden hat, gibt es keine Wahlempfehlung des FDP-Ortsverbandes, teilen Torsten Kind und Manfred Willand mit. Aber als ehemalige FDP-Fraktion wollen die Liberalen für eine Wiederwahl von Bürgermeister Stadler werben. „Auch als kleinste Fraktion hatten wir stets das Gefühl, gehört und vor allem auch ernst genommen zu werden. Wir waren in die Informationsprozesse eingebunden und konnten unsere Anliegen und Positionen offen ansprechen“, teilt Willand mit: „Was wir ebenfalls an Herrn Stadler schätzen, ist seine unkomplizierte und oftmals pragmatische Art, Probleme anzugehen und Entscheidungen zu treffen. Gerade im politischen Alltag, halten wir diese Fähigkeiten für wichtig: neutrale und sachliche Darstellungen, unterschiedliche Meinungen akzeptieren und diskutieren, gemeinsam nach Lösungen suchen und anschließend auch Entscheidungen treffen.“