Nur noch 19 Zentimeter: Rheinpegel fällt auf historischen Tiefstand

Stand: 05.08.2026, 20:48 Uhr

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Niedrigwasser am Rhein

Im Kaub zeigte der Pegelmesser am Mittwoch nur noch 19 Zentimeter an. © Thomas Frey/dpa

Der Rheinpegel sinkt immer weiter. Am Mittwoch gab es erneut neue Tiefststände zu vermelden. Eine Stadt weist sogar einen Pegel unter null auf.

Der Rhein erreicht erneut neue Rekordtiefststände: Am Pegel Kaub (Rheinland-Pfalz) wurden am Mittwoch (5. August) nur noch 19 Zentimeter gemessen – ein dramatischer Rückgang gegenüber den 24 Zentimetern vom Montag (3. August), die bereits einen neuen Negativrekord dargestellt hatten. Das teilte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Rhein mit.

Rekord nach Rekord: Wasserpegel im Rhein sinkt rasant

Der bisherige Tiefststand von 25 Zentimetern war am 22. Oktober 2018 registriert worden. Montag wurde dieser Wert um einen Zentimeter unterschritten – und seitdem geht es weiter bergab. Zum Vergleich: Noch vor knapp zwei Wochen zeigte der Pegel in Kaub mehr als 50 Zentimeter an. Wichtig zu wissen: Ein Pegelstand gibt keine absolute Wassertiefe wieder, sondern eine relative Höhe, gemessen ab einem festgelegten Referenzpunkt.

Trockenheit hat Folgen: Auch andere Rhein-Pegel brechen Rekorde

Die Extremsituation beschränkt sich nicht auf Kaub. In Mannheim wurde der bisherige Tiefststand von 85 Zentimetern am Montag um drei Zentimeter unterboten – inzwischen hat sich der Wert wieder auf dieses Niveau eingependelt. In Worms wurden am Mittwochmorgen sogar minus zwei Zentimeter gemessen, am frühen Nachmittag minus ein Zentimeter – der frühere Rekordtiefststand von 2 Zentimetern gehört damit der Vergangenheit an.

Auch an weiteren Messpunkten wie Mainz, Bingen, Andernach und Remagen nähern sich die Wasserstände ihren jeweiligen historischen Tiefstmarken. In Bingen fehlen laut WSA-Angaben lediglich sieben Zentimeter bis zum niedrigsten je gemessenen Stand aus dem Jahr 1985. Im hessischen Oestrich lag der Pegel des Rheins am Mittwochmittag nur noch bei 42 Zentimetern. In den Morgenstunden hatte der Pegel noch bei 45 Zentimetern gelegen.

Niedrigwasser ungewöhnlich früh – Konferenz in Bonn geplant

Experten des WSA betonen, dass sich die Lage diesmal deutlich früher zuspitzt als üblich. Typischerweise treten solche Extremwerte erst im Spätsommer oder Herbst auf. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger reagiert auf die historische Situation: Er hat für Donnerstag eine Konferenz in Bonn einberufen. Dort lag der Rheinpegel am Mittwochmittag noch bei 81 Zentimetern.

Niedrigwasser im Rhein hat Folgen für Schifffahrt, Natur und Tourismus

Das Niedrigwasser hat weitreichende Konsequenzen. Frachtschiffe können weniger Ladung aufnehmen, was die Fahrten mit sinkendem Pegel zunehmend unwirtschaftlich macht, wie das WSA erläutert. Darüber hinaus legt das zurückweichende Wasser alte Munition frei und bremst sowohl die Personenschifffahrt als auch den Betrieb von Rheinfähren. Sportbootsverleihe verzeichnen einen spürbaren Rückgang bei der Kundschaft. Für die Tier- und Pflanzenwelt im Rhein bedeuten die gleichzeitig hohen Wassertemperaturen zusätzlichen Stress durch Sauerstoffmangel. (Quellen: dpa und Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes) (jr)