Fast jeder Bonito befallen: Parasiten saßen laut Studie nicht nur im Darm, sondern auch im Muskelgewebe

Parasiten im Speisefisch: 96 Prozent der Bonitos laut brasilianischer Studie befallen

Stand: 04.09.2026, 14:31 Uhr

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Stücke von fangfrischem Bonito-Thunfisch

Stücke von fangfrischem Bonito-Thunfisch (Symbolbild). © Winfried Rothermel/Imago

Eine Studie aus Brasilien findet Parasiten in 96 Prozent der untersuchten Echten Bonitos. Warum schnelles Ausnehmen wichtig ist, zeigt der Befund.

Santa Catarina, Brasilien – Eine neue Analyse von vor Ort gefangenen Echten Bonitos hat einen weitverbreiteten Parasitenbefall festgestellt. Von den 53 zwischen 2019 und 2021 untersuchten Fischen waren 96% von Parasiten befallen und fast alle mit Würmern kontaminiert. In der gesamten Stichprobe zählten die Forscher mehr als 1.600 Würmer. Dies verdeutlicht das Ausmaß des Befalls bei dieser häufig verzehrten Art, so ScienceAlert.

Besonders stark befallene Organe

Forscher der Federal University of Santa Catarina im Süden Brasiliens untersuchten 53 vor Ort gefangene Fische und stellten fest, dass fast alle mit Würmern kontaminiert waren. Die Ergebnisse wurden in Ocean and Coastal Research veröffentlicht. Das Forschungsteam zählte insgesamt mehr als 1.600 kleine Würmer. Der Darm war das am stärksten befallene Organ, gefolgt von der Muskulatur und dem Magen. Nieren und Herzen waren die einzigen Organe, die bei allen Fischen frei von Parasiten waren.

Fast 600 Parasiten entfielen auf den Darm, 441 auf die Muskulatur und 408 auf den Magen. Diese Verteilung deutet darauf hin, dass der Magen-Darm-Trakt der hauptsächliche Ort der Besiedlung ist. Zugleich zeigt sie, dass auch das essbare Muskelgewebe ein bedeutendes Reservoir für Larvenformen darstellt.

Trypanorhyncha, Anisakis, Rhadinorhynchus

Das Studienteam identifizierte zwei oder drei Hauptgruppen, die bei den untersuchten Echten Bonitos häufig vorkamen: Trypanorhyncha, Anisakis-Nematoden und Rhadinorhynchus-Parasiten. Neben der Erfassung der Infektionen betonten die Autoren deren Bedeutung für die öffentliche Gesundheit und den Umgang mit den Fischen.

Frisch gefangene Fische müssten unbedingt sofort ausgenommen werden, um die Wahrscheinlichkeit zu verringern, dass Parasitenlarven von den Eingeweiden in die Muskulatur wanderten, folgerten sie. Dort könnten sie ein größeres Risiko für Verbraucher darstellen, wenn der Fisch roh oder nicht vollständig durchgegart serviert werde.

Die Forscher forderten außerdem strengere und genauere Hygienekontrollen durch die zuständigen Behörden. Sie empfahlen, frische Fische nach der Anlandung so schnell wie möglich auszunehmen, um die Wanderung der Larven zu begrenzen.

Das in dieser Stichprobe beobachtete Muster – eine hohe Parasitenbelastung im Darm und ein nicht unerhebliches Vorkommen in der Muskulatur – spricht für einen vorsorglichen Ansatz. Dieser sollte eine zügige Verarbeitung und gründliche Kontrollen in den Vordergrund stellen, bevor die Fische in den Handel gelangen.

Anstieg um das 280-Fache

Parasitologen verfolgen verschiedene Strategien, um die Parasitenbelastung von Fischbeständen zu überwachen und besser zu verstehen. Dazu untersuchen sie auch Würmer in abgelaufenen Fischkonserven, um die historische und aktuelle Zahl von Parasiten entlang der Lieferketten zu erfassen.

Übergreifende Forschungstrends deuten darauf hin, dass bestimmte Parasiten im vergangenen halben Jahrhundert deutlich häufiger geworden sind. Im Jahr 2020 berichteten Forscher der University of Washington, dass die Zahl der Anisakis-Würmer in rohen Meeresfrüchten seit den 1970er-Jahren um das 280-Fache gestiegen sei. Im Durchschnitt sei mehr als ein Wurm pro Wirt gefunden worden. Eine weitgehend übereinstimmende Schätzung beschrieb einen Anstieg der Heringswürmer in rohem Fisch um das 283-Fache zwischen 1967 und 2017.

Würmer sind ein offensichtliches Problem für die Lebensmittelsicherheit und unterstreichen die Bedeutung der richtigen Handhabung und Zubereitung. Einige Experten weisen jedoch darauf hin, dass Parasiten auch als ökologische Indikatoren dienen können.

Chelsea Wood, Parasitologin an der University of Washington, erklärte, Würmer in Fischen könnten ein Zeichen dafür sein, dass die Fische aus einem gesunden Ökosystem stammten. Die Entwicklung von Parasitenpopulationen könne die allgemeinen Bedingungen mariner Nahrungsnetze widerspiegeln, auch wenn die Parasiten Fischerei, Verarbeitungsbetriebe und Verbraucher vor praktische Herausforderungen stellten. (Redaktion)