Parkplatz zunehmend zweckentfremdet: TSV beklagt Wohnmobile

Stand: 23.09.2026, 13:36 Uhr

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Wenigstens senkrecht hingestellt: Der Parkplatz des TSV Irschenberg wird unter Campern immer beliebter. Auf Dienstag übernachteten hier vier Wohnmobile. Im Sommer ist dies dort fast täglich der Fall. © Dieter Dorby

Auf dem Weg in den sonnigen Süden liegt Irschenberg für viele Reisende besonders günstig, um zu übernachten. Auf dem Parkplatz des TSV Irschenberg nimmt deshalb die Zahl der Wohnmobile seit Jahren stetig zu. Doch nun ist die Schmerzgrenze erreicht. Die Gemeinde sucht eine Lösung.

Irschenberg – Irschenberg ist in der Szene ein Geheimtipp. Wer mit dem Wohnmobil unterwegs ist und für die Nacht einen ruhigen Standort sucht, findet beim TSV Irschenberg unter der Woche einen Parkplatz, der nichts kostet und dabei ruhig ist. Für Selbstversorger eine gute Wahl. Doch Geheimtipps sprechen sich herum – bis die Belastung zu groß wird.

Diese Grenze ist nun erreicht, wie Michael Radzynski (FWGI) am Montagabend im Gemeinderat feststellte. „Diese Nutzung hat vor etwa vier Jahren angefangen“, berichtete der TSV-Vorsitzende. „Anfangs waren es einzelne, jetzt stehen teils bis zu 25 Fahrzeuge bei uns.“ Bei Veranstaltungen, auch im benachbarten Trachtenheim, müsse man jetzt Tage vorher die Fläche sperren. „Sie parken sonst überall.“

Wobei Radzynski betonte, dass die Camper dem TSV auch nützen. „Viele kommen zu unserem Wirt zum Essen“, sagte er. Auch Bäcker, Metzgerei und Handel vor Ort würden profitieren. „Andererseits ist es für uns nicht schön, den Hundedreck aus den Mülleimern zu entsorgen.“ Hinzu komme, dass das Wasser von der Schuhwaschanlage entgeltlos verwendet werde. Ein weiteres Ärgernis: Viele Wohnmobile stellen sich längsseits hin und belegen so unnötig viel Parkraum. Die Folge in der Vergangenheit laut Radzynski: „Sie wurden von unseren Sportlern eingeparkt und konnten nicht mehr weg.“

Im Gremium stieß Radzynskis Anliegen auf Verständnis. Wobei der TSV-Vorsitzende selbst kein Rezept hatte, wie man der Entwicklung Einhalt gebieten soll: Eine Parkgebühr mit Irschenberger Verzehrgutscheinen sei denkbar, ebenso ein eigens ausgewiesener Bereich für bis zu acht Fahrzeuge.

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Kämmerer Josef Teucher gab zu bedenken, dass dies nicht so leicht zu regeln sei: „Man kann nicht einfach den einen zahlen lassen und den anderen nicht.“ Hans Maier (Aktive Bürger) stellte außerdem fest, dass man den Gratisparkplatz zwischen TSV-Gelände und Trachtenheim für die eigenen Bürger brauche. Man könne lediglich einen kleinen Bereich für Wohnmobile ausweisen und dafür eine Parkgebühr verlangen. „Dabei ist aber die Kontrolle alles“, betonte Maier.

Aus Sicht von Bürgermeister Florian Pichler (FWGI) ist das Problem die Abrufbarkeit im Internet. So könnten beispielsweise Camper aus ganz Deutschland den nicht gerade prominent liegenden TSV-Parkplatz über das Portal park4night.com aufspüren, das den Standort so beschreibt: „Einfacher Parkplatz am Sportplatz bis 7,5 t für Zwischenstopp. Trotz Autobahnnähe kein großer Lärm. Keine Gespanne erlaubt, da kein Platz mehr für die Sportler und Einheimischen bleibt. Nicht quer hinstellen!“ Ein zentraler Punkt ist laut Pichler, ob der Parkplatz als öffentlich oder privat einzustufen ist.

Zu einer Entscheidung kam es diesmal noch nicht. Die Verwaltung wird sich um das Thema kümmern und Lösungsmöglichkeiten erarbeiten. Geht es nach Radzynski, sollte die Zahl der abgestellten Wohnmobile auf etwa acht begrenzt werden: „Wir wollen es limitieren.“