Pfarrer als Kerbborsch in den Baum gehievt

Stand: 07.09.2026, 06:45 Uhr

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Bei der Orwischer Kerb wurde Pfarrer Klaus Gaeler am Samstag als „Pater Klaus" in den Kerbbaum gehievt. Die Kerbkommission taufte ihn um, weil das „K" nicht ins Alphabet passte.

Urberach

Jedes Jahr ein Hingucker: Von oben gibt es im Riesenrad eine herrliche Aussicht auf ganz Orwisch.

Jedes Jahr ein Hingucker: Von oben gibt es im Riesenrad eine herrliche Aussicht auf ganz Orwisch. © Christine Ziesecke

Schon am Freitagabend zur Eröffnung der Orwischer Kerb herrschte auf der Kerbmeile dichtes Gedränge: Zwischen Gallusplatz und dem Stand der Offenen Arbeit ging zeitweise fast nichts mehr. Bei optimalem Festwetter drängten sich alle Altersklassen, vor allem aber junge „Feierbiester“, um nichts zu verpassen. Vor der Galluskirche gab es Livemusik und Viktoria-Gemütlichkeit. Vorbei an Autoscooter und der traditionell langen Schlange am Crêpes-Stand hinter dem Dalles ging es weiter. Gegenüber drehte sich das Kinderkarussell, während gebrannte Mandeln, Magenbrot, bunte Luftballons, Glücksnummern und Plastikrosen vom Schießstand die Besucher lockten.

Vereine laden zum Feiern ein

Zahlreiche Vereine wie KSV, Schützenverein und BSC öffneten ihre Pop-up-Biergärten oder schlugen ihre Zelte auf. Bei Feuerwehr und Musikverein 06 sorgte die Band „Schock Aus“ mit lautstarkem Rock und Metal für Stimmung. Nur wenige Schritte weiter schallte die Musik vom Stand der Offenen Arbeit der Gallusgemeinde zurück, die traditionell an allen vier Kerbtagen mit großem technischen Aufwand ein Open-Air-Programm bietet.

Problemlos und zügig nahm Bürgermeister Jörg Rotter den Fassanstich vor.

Problemlos und zügig nahm Bürgermeister Jörg Rotter den Fassanstich vor. © Christine Ziesecke

Rock, Metal und Open Air

Noch voller war es am Samstagabend, der für viele Kerbbesucher schon nachmittags um 15 Uhr mit dem Hochhieven des diesjährigen Kerbborsch in den Kerbbaum begann. Dieses Mal war das „P“ an der Reihe, und da bewies die Kerbkommission, dass sie erfinderisch ist: Da das „K“ vom scheidenden Pfarrer Klaus Gaeler so gar nicht ins Alphabet passte, verpasste sie dem feschen Burschen einfach den Namen „Pater Klaus“. Das machte den im Dezember scheidenden Pfarrer sichtlich stolz. Die Handböller der Urberacher Schützengesellschaft 1913 erklangen noch lauter als die Musik des Musikvereins 06 Urberach. Moderator Werner Popp führte gewohnt souverän durch diesen ersten Kerbhöhepunkt, den Einmarsch des kleinen Kerbumzugs, und begrüßte die Ehrengäste Klaus Gaebler und Jude Njoku. Bürgermeister Jörg Rotter und Erste Stadträtin Andrea Schülner konnten sich derweil über gelungene Anstiche von Freibier und Äppler freuen.

Großer Andrang bei der offiziellen Kerberöffnung – gegen die extrem lauten Böllerschüsse half dabei wirklich nur Ohrenzuhalten, wie viele Besucher schnell feststellen mussten.

Großer Andrang bei der offiziellen Kerberöffnung – gegen die extrem lauten Böllerschüsse half dabei wirklich nur Ohrenzuhalten, wie viele Besucher schnell feststellen mussten. © Christine Ziesecke

Für die Ruhe jenseits der Akustik, also für ein friedfertiges Kerbtreiben, sorgten auch in diesem Jahr Polizei- und Ortspolizeimitarbeiter sowie Security-Personal. Die schweren mobilen Absperrungen an den Zufahrtsstraßen wurden dankbar als Stehtische für kleine Besuchergruppen genutzt. Nur die Kerbburschen und -mädchen hatten noch einen humorvollen Wunsch an die Presse: Künftig bitte überall „Borsch“ und „Meedsche“ schreiben. (Christine Ziesecke)