Politik ist enttäuscht: Straßenlampen in Northeim lassen sich nicht wie gewünscht steuern

Stand: 08.10.2026, 14:15 Uhr

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Die leuchtenden Straßenlampen an der viel befahrenen Straße Eichstätte in der Abendämmerung.

Die Straßenbeleuchtung im Northeimer Stadtgebiet (hier die Masten an der viel befahrenen Eichstätte) ist größtenteils auf LED-Technik umgestellt. Allerdings sind diese Leuchten nicht einzeln zu steuern. © Foto: Axel Gödecke

Die Vorstellung des von den Ratsfraktionen schon lange geforderten Konzepts für die Optimierung der Northeimer Straßenbeleuchtung im Stadtentwicklungsausschuss verlief für etliche Ausschussmitglieder eher enttäuschend. Erhoffte neue Erkenntnisse über intelligente Steuerungsmöglichkeiten der größtenteils schon auf LED-Technik umgerüsteten Leuchten in der Stadt und den Ortschaften – entweder einzeln oder auch straßenweise – gab es kaum.

Northeim – Die Experten des Fachbüros „Die Energie Ingenieure“ aus Hannover, die das Lampennetz im Auftrag der Stadt seit Frühjahr dieses Jahres begutachtet haben, bescheinigten der Stadt und den Stadtwerken zwar eine gute Arbeit bei der seit 2013 erfolgten Umrüstung alter, energiefressender Leuchten auf sparsame LED-Technik. So seien 3200 von insgesamt 3800 Lampen umgerüstet worden, womit der Stromverbrauch auf aktuell nur noch 387.000 Kilowattstunden jährlich habe gesenkt werden können. 2007 hatte er noch bei rund zwei Millionen Kilowattstunden gelegen.

Die umgerüsteten Leuchten seien aber alle nicht adaptiv steuerbar. Das heißt, sie können nicht so gesteuert werden, dass sie sich automatisch an die Tageszeit oder das Umfeld anpassen, wenn etwa ein Fußgänger den Bereich passiert. Auch eine Dimmung sei technisch nicht möglich. Deswegen jedoch die gerade erst eingebauten LED-Lampen wieder auszutauschen, sei wirtschaftlich vor Ende der Abschreibungszeit bis etwa 2038 nicht sinnvoll und auch nicht förderfähig, so Stephan Reinisch vom Büro „Die Energie Ingenieure“.

Bei den noch zur Umrüstung anstehenden restlichen 611 Lampen sollten allerdings adaptiv steuerbare Exemplare gewählt werden, und die Restumrüstung ziemlich schnell angegangen werden, da die noch bestehende 25-prozentige Förderung bald auslaufe, so Reinisch weiter. Die Kosten beziffern die Experten auf 550.000 Euro. 137.000 Euro bekäme die Stadt an Zuschüssen.

Interessantes zu erfahren gibt es aus dem Gutachten über die Ausleuchtungsqualität. So wird der Stadt eine ideale Ausleuchtung der Hauptverkehrsstraßen mit einem durchschnittlichen Mastabstand von 34 Metern bei einer Masthöhe von 8,4 Metern bescheinigt. Auch die meisten Nebenstraßen seien mit einem Abstand von 51 Metern bei einer Masthöhe von 6,2 Metern gut beleuchtet. Optimierungspotenzial gebe es am ehesten bei den Wohnstraßen, wo die Masten durchschnittlich 54 Meter auseinanderstehen und nur 4,9 Meter hoch seien. Hier könne man etwa mit einer Mastverlängerung bessere Ergebnisse erreichen.

In der Ausschussdebatte kritisierte Alexandra Sieder (CDU), dass die Vorstellung des Konzepts für weitere Schritte zur Optimierung des Straßenlampennetzes nicht sehr viel gebracht habe. Insbesondere nicht für die weitere Vorgehensweise in Sachen Nachtabschaltung.

Ratschläge der Experten

Als Hausaufgaben raten die Lichtexperten des Ingenieurbüros der Stadt, umgehend Förderanträge für die Umrüstung der Altlampen auf LED-Technik zu stellen. Die neuen Leuchten seien dann auch adaptiv steuerbar. Die Stadt sollte zudem ein Leuchtenprogramm beschließen und ein Licht-Management-System etablieren. Dabei sei auch die Abgabe dieser Aufgabe an Dritte denkbar. Künftig sollten nur noch insektenfreundliche Warmweiß-LED-Leuchten (unter 3000 Kelvin) zum Einsatz kommen.