Der Autohersteller Porsche AG hat mit seinem Abschied von der Sportwagenschmiede Bugatti und dem E-Auto-Bauer Rimac eine Milliarde Euro eingenommen. Nach Genehmigung durch die Behörden sei der Verkauf der Anteile nun vollzogen worden, teilte die Tochtergesellschaft des VW-Konzerns am Mittwoch nach Börsenschluss in Stuttgart mit. Von dem Erlös will Porsche 250 Millionen Euro für die Finanzierung seiner Pensionsverpflichtungen verwenden.
Zudem soll der Barmittelzufluss des Sportwagenherstellers dank der Einnahmen in diesem Jahr höher ausfallen als bisher gedacht. So rechnet der Vorstand im Bereich Automobile jetzt mit einer Netto-Cashflow-Marge von 5,5 bis 7,5 Prozent. Bisher hatte er lediglich drei bis fünf Prozent in Aussicht gestellt. Porsche hatte den Verkauf der Anteile im April angekündigt. Käufer ist ein Konsortium unter Führung des US-amerikanischen Finanzinvestors Hof Capital.
Begründet wurde der Schritt damit, dass sich Porsche stärker auf sein Kerngeschäft konzentrieren will. Schon 2021 hatte die Volkswagen-Tochter ihre Luxusmarke Bugatti in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Rimac abgegeben. Bislang hielt Porsche noch 45 Prozent an diesem Joint Venture, 55 Prozent hielt Rimac. 2018 war Porsche außerdem bei Rimac selbst eingestiegen und hatte bisher noch Anteile in Höhe von 20,6 Prozent gehalten.
Der deutsche Luxusautobauer ist in den vergangenen Jahren in schwieriges Fahrwasser geraten. Hohe Investitionen in die Entwicklung von E-Autos zahlten sich häufig nicht aus, zudem leidet der Hersteller besonders stark unter den von US-Präsident Donald Trump verhängten Zöllen. Auch das Chinageschäft schwächelt.
Bei der Wolfsburger Konzernmutter fürchten manche, Porsche-Chef Michael Leiters könnte seine Interessen ohne Rücksicht auf Volkswagen durchboxen. Denn Leiters plant nach SPIEGEL-Informationen Supersportwagen statt Elektroautos. Mehr »Made in Germany« wagen – kann das funktionieren? Eine Analyse dazu lesen Sie hier.