Zweiter Wirtschaftspreis Neunkirchen Nachhaltigkeitspreis im Landkreis Neunkirchen: Jetzt bewerben
Neunkirchen · Kleine und mittlere Unternehmen aus dem Landkreis Neunkirchen können sich noch bis Ende September für den Wirtschaftspreis für Nachhaltigkeit bewerben. Gesucht werden Betriebe, die mit umweltfreundlichen, sozialen oder regionalen Konzepten ihre Zukunftsfähigkeit stärken. Insgesamt winken 6000 Euro Preisgeld.
09.09.2026 , 20:00 Uhr
Strahlende Gesichter bei der Verleihung des 1. Wirtschaftspreises in Anwesenheit von Wirtschaftsminister Jürgen Barke. Ins Leben gerufen hatte den Preis Klaus Häusler (rechts), langjähriger Geschäftsführer der WFG.
Foto: Dirk Guldner/WFG
Noch ist Zeit. Und der Aufwand hält sich in Grenzen. Die Rede ist vom Wirtschaftspreis für Nachhaltigkeit in Unternehmen, der in diesem Jahr zum zweiten Mal durch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Landkreis Neunkirchen (WFG) ausgelobt wird. „Die Hürden für die Bewerbung sind bewusst niedrig gehalten“, betont Geschäftsführer Patrik Clos. Ihm und seinem Team war das sehr wichtig: „Wer teilnehmen möchte, soll dafür nicht viel Zeit investieren müssen.“
Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktor
Unter dem Motto „Bewusst. Kreislauffähig. Enkeltauglich.“ können sich Firmen bis Ende September für den Preis bewerben. Eingeladen dazu sind kleine und mittelständische Unternehmen mit Standort im Landkreis Neunkirchen. „Angesprochen fühlen dürfen sich alle Betriebe, die sich nachhaltig engagieren und damit einen positiven Beitrag für Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt leisten.“ Nachhaltigkeit ist längst mehr als ein Trend. „Sie entscheidet letztlich darüber, ob ein Betrieb zukunftsfähig ist oder nicht.“ Leider hat sich der inflationär gebrauchte Begriff über die Jahre selbst ein wenig entzaubert. Dabei ist sein Anliegen selbst so tagesaktuell, wie es nach einem Rekordhitze- und Dürresommer als Folge des Klimawandels nur sein kann: „Im Kern geht es darum, dass wir heute nicht auf Kosten der Generationen von morgen leben.“
Was Unternehmen konkret dazu beitragen können? „Es fängt bei regionaler Wertschöpfung und dem Einsatz umweltfreundlicher Materialien an und hört beim Energie- und Wassersparen im Produktionsprozess oder der Nutzung regenerativer Energie noch lange nicht auf.“ Firmen entwickeln Recyclingprogramme, schaffen faire Arbeitsbedingungen, fördern Ehrenamt und Teilhabe. „Indem sie auf Nachhaltigkeit setzen, leisten sie nicht nur einen konkreten Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz, sondern steigern gleichzeitig ihre Wettbewerbsfähigkeit.“ Und punkten bei den Kundinnen und Kunden, die Initiativen im Bereich Nachhaltigkeit zunehmend wertschätzen. „Viele Unternehmen in der Region haben bereits erkannt, dass Nachhaltigkeit, also Generationengerechtigkeit bezüglich aller Ressourcen, ein wichtiger Erfolgsfaktor ist“, weiß Patrik Clos. „Sie investieren in erneuerbare Energien, entwickeln ökologische Produkte und setzen sich für soziale Gerechtigkeit ein.“ Das zeigten bereits die Gewinner des ersten Wirtschaftspreises im Jahr 2023: Krämer IT Solutions, Natursteine Glöckner und Bücher König. Mit der erneuten Auslobung des Wirtschaftspreises würdigt die WFG die meist wenig öffentlichkeitswirksam umgesetzten Anstrengungen der Unternehmen und macht sie sichtbar. Clos: „Als Multiplikatoren versuchen wir, anderen Mut zu machen, in nachhaltige Betriebsprozesse zu investieren.“
EmpCo soll Greenwashing verhindern
Ungünstig erscheint eventuell die zeitliche Überlappung mit dem nationalen Inkrafttreten der Empowering-Consumers-Richtlinie (EmpCo) am 27. September. Mit der EmpCo-Richtlinie verschärft die EU die Regeln gegen Greenwashing und unbelegte Umweltversprechen. Unklare oder unbelegte Nachhaltigkeitsversprechen etwa auf der Homepage eines Unternehmens müssen getilgt werden. „Die EmpCo will Verbraucher stärken, indem sie irreführende Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen unterbindet und informierte Kaufentscheidungen fördert“, erläutert Clos. Ein Problem in Bezug auf den Preis der WFG sieht der Wirtschaftsförderer nicht. „Die Erfahrung zeigt: Wer sich bei uns bewirbt, tut dies mit stichhaltigen und belegbaren Aussagen, die auf Fakten beruhen.“ Echte Gütesiegel, nachweisbare Investitionen … „da gibt es von meiner Seite aus keinerlei Bedenken.“
Gewinner werden in der Stummschen Reithalle geehrt
Bliebe nur noch zu erwähnen, dass sich der Aufwand einer Bewerbung lohnt. Den Gewinnern winken neben der Wirtschaftspreisskulptur von der Sparkasse Neunkirchen zur Verfügung gestellte Preisgelder in Höhe von insgesamt 6.000 Euro. Die Fachjury nimmt alle eingegangenen Bewerbungen ab Mitte Oktober unter die Lupe. Was auch bedeutet, dass Nachzügler bis zu diesem Zeitpunkt toleriert werden, wie Clos noch augenzwinkernd anmerkt. Bekannt gegeben werden die Gewinner im festlichen Rahmen einer Gala am 30. November in der Stummschen Reithalle. (mire/ole)
Bewerbungsformulare und Teilnahmebedingungen findet man unter www.wfg-nk.de