Drohnen-Jagd auf Selenskyjs Präsidentenmaschine: Russland griff zweimal im Moldau-Luftraum an – jetzt spricht er darüber

Präsidentenmaschine mit Drohne angegriffen: Russland jagt Selenskyj auf NATO-Gebiet

Stand: 16.09.2026, 19:25 Uhr

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Russland macht Jagd auf den ukrainischen Präsidenten. Laut Selenskyj kam es zu gleich zwei Angriffen auf seine Präsidentenmaschine – und das in brisantem Luftraum.

Chișinău – Russland hat das Flugzeug des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in den vergangenen Wochen zweimal mit Drohnen angegriffen. Das hat Selenskyj in einem exklusiven Interview mit dem US-Sender CBS News am Dienstag bestätigt. Beide Vorfälle ereigneten sich im Luftraum Moldaus – einem neutralen europäischen Staat, der weder der NATO noch der EU angehört.

Wolodymyr Selenskyj steigt gemeinsam mit seiner Ehefrau Olena in Oslo aus dem Präsidentenflieger.

Wolodymyr Selenskyj steigt gemeinsam mit seiner Ehefrau Olena in Oslo aus dem Präsidentenflieger. © Ukrainisches Präsidentenamt/Poolfoto/Imago

Der erste Vorfall ereignete sich am 9. September, als Selenskyj von der moldauischen Hauptstadt Chișinău nach Oslo reiste, um an der Beerdigung des norwegischen Königs teilzunehmen. Norwegens Premierminister Jonas Gahr Støre hatte kurz darauf öffentlich erklärt, Selenskyjs Maschine sei beim Abflug von einer Drohne „fast getroffen“ worden.

Selenskyj-Flugzeug wird zweimal zum Ziel im moldauischen Luftraum

Das moldauische Verteidigungsministerium identifizierte die Drohne als Shahed-UAV russischer Bauart. Die Drohne verließ den moldauischen Luftraum und flog anschließend weiter nach Rumänien – einem EU- und NATO-Mitglied.

Selenskyj enthüllte in dem CBS-Interview nun einen zweiten, bislang nicht öffentlich bekannten Vorfall. Auf dem Rückweg nach Kiew, erneut über Chișinău, seien ein oder zwei Drohnen in den moldauischen Luftraum eingedrungen. „In Moldawien stand mein Präsidentenflugzeug, und deshalb haben sie Moldawien angegriffen. Als wir wieder nach Hause flogen, erneut über Chișinău, haben sie dasselbe getan“, sagte Selenskyj. Ukrainische Behörden bestätigten später, dass alle Mitglieder der Präsidentendelegation unverletzt geblieben seien.

Er wertete beide Vorfälle als Teil einer gezielten russischen Strategie. Ziel sei es, ihn selbst sowie ausländische Staatschefs einzuschüchtern und von Besuchen in der Ukraine abzuhalten.

Russischer Angriff auf Zug mit westlichen Delegierten

Nur wenige Tage nach den Vorfällen in Moldau traf eine russische Drohne am 13. September eine Lokomotive an der ukrainisch-polnischen Grenze. Zum Zeitpunkt des Angriffs befand sich eine hochrangige westliche Delegation an Bord eines anderen Zuges am Bahnhof Yahodyn – darunter ranghohe europäische Beamte und der frühere CIA-Direktor David Petraeus. Alle Delegationsmitglieder wurden evakuiert und blieben unverletzt.

Selenskyj ließ keinen Zweifel daran, dass er den Angriff für gezielt hält. „Vielleicht wussten sie nicht, dass einige Amerikaner dort gewesen waren, oder vielleicht wussten sie es im Gegenteil, denn ich traue ihnen nicht. Ich glaube, dass sie es wussten“, sagte er im CBS-Interview. Die Anwesenheit eines früheren amerikanischen Geheimdienstchefs in unmittelbarer Nähe des Angriffsortes dürfte die Debatte über Russlands Bereitschaft zur direkten Konfrontation mit dem Westen weiter anheizen.

Putins hybrider Krieg: Immer wieder Drohnen-Vorfälle über Europa

Die Vorfälle reihen sich in ein wachsendes Muster ein. In den vergangenen Monaten sind unbekannte Drohnen – von denen einige auf Russland zurückgeführt wurden – wiederholt in den Luftraum europäischer Staaten eingedrungen. Am Dienstag schossen NATO-Kampfjets nach Angaben litauischer Militärbehörden erstmals eine Drohne im litauischen Luftraum ab. Es ist das erste Mal, dass ein NATO-Mitglied eine solche Maßnahme ergreift – ein Schritt, der die wachsende Bedrohung durch russische Drohnen für die Sicherheit des Bündnisgebiets unterstreicht.

Für die europäischen Verbündeten stellt sich damit zunehmend die Frage, wie sie auf die systematische Verletzung ihres Luftraums reagieren sollen. Selenskyj machte in dem Interview deutlich, dass er die Angriffe nicht als Einzelfälle betrachtet, sondern als Ausdruck einer russischen Strategie, die darauf abzielt, die internationale Unterstützung für die Ukraine zu untergraben. (Quellen: CBS News, Ukrainska Pravda, AFP) (nak)