Profifußball in die Ferne gerückt: So geht es beim FFC Wacker München nach dem Abstieg weiter
Stand: 03.09.2026, 20:00 Uhr
Kommentare

Der FFC Wacker München ist in der Vorsaison aus der Regionalliga abgestiegen. Damit ist das ursprüngliche Ziel des Profifußballs ein Stück weiter in die Ferne gerückt.
München – Knapp hat es am Ende nicht mehr für den Klassenerhalt gereicht. Da der FFC Wacker München vor allem in der Hinrunde (nur fünf Punkte aus elf Spielen) nicht mit den anderen Teams der Regionalliga Süd mithalten konnte, musste der Verein den Gang in die viertklassige Bayernliga antreten. Allzu sehr ärgert das die Münchnerinnen jedoch nicht, obwohl das Ziel 2. Bundesliga und damit der Profifußball noch weiter entfernt sind.
Im Interview mit Wacker-Präsident Salih Aydogan spricht Fussball Vorort/FuPa Oberbayern über den Abstieg, die Saisonziele und die Einführung der 3. Liga ab der Saison 2027/28 bei den Frauen.
Servus Salih, ihr seid in der letzten Saison aus der Regionalliga abgestiegen, obwohl ihr eigentlich nach oben wolltet. Was sind die Gründe dafür?
„Der Abstieg ist mehreren Faktoren geschuldet. Wenn man sich die letzte Saison anschaut, muss man sie zweigeteilt sehen. In der Rückrunde sind wir in der sehr starken Regionalliga auf dem sechsten Platz gelandet und haben gegen keinen Klub von oben verloren. Wir hatten keine großartigen Personalveränderungen zur Winterpause, außer dass wir das Trainerteam gewechselt haben. Hier haben wir zu spät mit neuen Impulsen für das Team reagiert. Zudem ist in der ohnehin schon schwachen Hinrunde das ein oder andere Spiel nicht optimal gelaufen.“
Damit ist der FFC Wacker München fortan viertklassig. Was sind eure Ziele in der Bayernliga?
„Unser Ziel ist Platz eins bis vier in der Bayernliga. Am Ende kann der FFC Wacker München genauso wieder in der 3. Liga landen und zum Start der 3. Liga mit dabei sein. Das liegt dieses Jahr in unserer eigenen Hand. Wir haben den Kader noch mal stark verjüngt, haben ein Durchschnittsalter von 21 Jahren. Das hebt uns von den anderen Mannschaften ab.
Nicht umsonst zählen wir als Talentschmiede. Wir geben jedes Jahr auch Leistungsträgerinnen ab. Dieses Jahr haben wir Franziska Kofler an Carl Zeiss Jena und Janine Gibson an den FC Schalke 04 abgegeben. Unser Ziel ist es, uns hier wieder zu etablieren und zu schauen, wie wir die ganzen jungen Spielerinnen, die wir dieses Jahr bekommen haben, in dieses Mannschaftsgefüge integrieren können. Wir möchten sie schnellstmöglich auf den Erwachsenenfußball vorbereiten, damit wir unser Saisonziel erreichen.“
Ist die 2. Bundesliga und der Profifußball weiterhin euer Ziel?
„Nach dem Abstieg ist jetzt das nächste Ziel die neue 3. Liga, die jedoch strenge Lizenzbestimmungen haben wird. Die Liga hängt damit auch immer von den finanziellen Rahmenbedingungen ab. Ein Verein benötigt beispielsweise einen Kunstrasen, der die entsprechenden Anforderungen erfüllt, oder einen Rasenplatz mit Rasenheizung. Das haben wir momentan nicht. Sollte es sportlich jedoch in die 3. Liga gehen, werden wir alles tun, um auch die Lizenzen zu erfüllen.“
Gecoacht wird das Team ab sofort vom bisherigen Co-Trainer Dieu-Merci Lekeni. Was für Qualitäten bringt er mit?
„Dieu weiß, wie man junge Spielerinnen aufbaut und auf ihrem Weg in den Erwachsenenfußball begleitet. Wir haben dieses Jahr seit vielen Jahren wieder U17-Spielerinnen in der ersten Mannschaft, die noch für die U17 spielberechtigt wären. Im Frauenfußball gibt es immer noch einen Unterschied, wenn es um das Thema Mentalität geht. Da vermittelt unser Trainer genau, welche Erfordernisse die hohen Spielklassen mit sich bringen.“