Stand: 22.10.2026, 08:01 Uhr
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Acht Künstler hatte der Kellerbua geladen. Von Ukulele, Gitarre, Piano und Schlagzeug bis hin zu Gedichten war alles dabei.
Erding – Einen musikalischen Wolpertinger gab es bei der mittlerweile fünften Open Stage in der Erdinger VHS zu erleben. Der Organisator und Musiker Alex Werner zeigte sich gleich zu Beginn ganz erfreut, dass noch Gäste in den vollen Saal strömten und man noch am Rand ein paar Tische für die rund 80 Zuschauer dazustellen musste.

Als „Da Kellerbua“, wie gewohnt mit Hut, Gitarre und bayerischen Texten ausgestattet, eröffnete er den Abend. Aufgrund des vermeintlich gesichteten Pumas im Landkreis habe er gleich ein neues Lied im Gepäck, das er dort Premiere feiern lassen wollte. In dem Text von „Da Woiperdinger“ stellte er sich die Frage, ob bei zufälligen Tiersichtungen der erste Eindruck womöglich täuscht und es sich vielleicht doch um eine Ratte oder Katze handelte.
Liedpremiere zum Puma
Deutlich kleiner, jedoch keineswegs klangloser war daraufhin die Ukulele von Olli Singer. Der Münchner Meister an dem Zupfinstrument sinnierte mal witzig, mal nachdenklich über das Leben und die verschiedenen Wege, auf die es einen darin verschlagen kann.
Aber nicht nur Musik stand auf dem Plan der Open Stage. Denn in der Kunst gibt es viele Möglichkeiten, sich zu äußern. Das bewies der Regensburger Poetry-Slammer Ludwig Langwieder als „Ludwig 3nein4“. Er amüsierte mit seiner Geschichte über den fiktiven „Tierversuch“, bei dem Wissenschaftler Katzen aus immer höheren Stockwerken warfen, um zu sehen, ob sie wirklich immer auf den Beinen landen. Passend dazu verteilte er im Publikum Schoko-Katzenzungen.
Und es müssen auch nicht immer Saiteninstrumente sein: Am Piano rührte Clara Myslik aus Geltendorf alias „Clara Chrom“ mit tiefst emotionaler, klangvoller Stimme, das Publikum. Sie konnte jedoch auch fröhliche Töne anschlagen und ließ die Zuschauer mitschunkeln.
Als wäre Wolfgang Ambros selbst auf der Bühne, schallte die Stimme von Hans Lehnert durch den VHS-Saal. So brachte der Eichenkofener die Zuhörer mit bayerischen und österreichischen Liedern zum Dahinschmelzen. Ob es noch eine Zugabe sein dürfte? Publikum und Werner überlegten nicht lange und ergötzten sich an der bluesigen Stimme. Das frisch gegründete Truderinger Gitarren-Duo „Hey Johnny!“ mit Michael Schmid und Torsten Hopf zeigte sich beim ersten Live-Auftritt noch ein wenig unbeholfen, brachte mit seinen Countryhits die Leute aber schnell zum Mitklatschen.
Was wirklich unplugged ist, bewies die Münchner Musikerin Jasna Schmuck. Nach einem Lied über Freundschaft am Klavier wollte sie an die Gitarre wechseln. Die hatte jedoch einen Wackelkontakt.

Unplugged wegen Wackelkontakt
Also stellte sie sich kurzerhand an den Bühnenrand und sang und spielte völlig ohne Technik – und ohne klangliche Einbußen. Die Zuhörer genossen ihre Lieder in aller Stille und bedachten sie daraufhin mit umso lauterem Applaus.
Dann wurde es komplett dunkel. Nur ein blauer Schimmer beleuchtete die Bühne und das E-Schlagzeug, an das sich Günter Reindl alias „Eddy Winter“ begab und riesige Schatten an die Wände warf. Mit neongrün-leuchtenden Drumsticks begann er, zu selbstkomponierter Musik auf das Schlagzeug zu klopfen, und ließ die LED‑Lichter im Takt mitblitzen. Eine spektakuläre Darbietung, die so manches Smartphone für Fotos und Videos nach oben schießen ließ. Fast hätte Reindl vergessen, auf seinen nächsten Auftritt am 5. November im Erdinger Dubliners hinzuweisen, was Werner ihm noch schnell zurief. Dafür bedachte er die „Zugabe“-Rufe noch mit ein paar weiteren Schlagzeugeinlagen auf bekannte Rock- und Metalnummern.
„Eine bunte Mischung, sau geil wars“, freute sich Werner nach dem Auftritt. Und er ist sich sicher: Die nächste Open Stage am 10. April 2027 hat sicher wieder genauso eine wilde Mischung.