„Radbod-Gallery“ und mehr: Verein ruft den Kultursommer 2026 aus

Stand: 10.08.2026, 18:30 Uhr

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Luftbild, Zeche Radbod Schacht 1 und 2 und Fördertürme, Bockum-Hövel, Hamm, Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Das beeindruckende Zechen-Ensemble ist Schauplatz der „Radbod-Gallery“. © Hans Blossey

Liebhaber von Kunst, Musik und Literatur kommen auf ihre Kosten – beim Kultursommer in Bockum-Hövel. Dabei öffnet sich unter anderem eine der drei Radbod-Maschinenhallen.

Hamm – Der Verein „Die Strecke“ hat einen Kultursommer im Hammer Stadtbezirk Bockum-Hövel ausgerufen – und lädt Interessierte aus ganz Hamm und Umgebung zu vier weiteren Terminen ein. Es geht um Kunst, (Bergbau-)Geschichte und Musik, zu erleben an besonderen Orten – und unter anderem um eine Wettbewerbsgewinnerin: die „Pinke Wäscheklammer“.

Streckengalerie auf MFC-Gelände ergänzt

Eine erste Veranstaltung hat bereits stattgefunden – am Samstag auf dem Gelände des Modellflugclubs (MFC) Hamm in Nordick. Dort wurden – bei bestem Flugwetter – neben einem von Kerstin Donkervoort gestalteten Modellflugzeug das neu geschaffene Garagenkunstwerk „Vogelperspektive“ von Jan Pinter vorgestellt.

Das Garagenkunstwerk „Vogelperspektive“: Die Arbeit von Jan Pinter ergänzt fortan die Streckengalerie.

Das Garagenkunstwerk „Vogelperspektive“: Die Arbeit von Jan Pinter ergänzt fortan die Streckengalerie. © Privat

Bei der Präsentation des künstlerisch verzierten Garagentors stellte MFC-Akteur Michael Zwilling eine spannende Verbindung zwischen dem einstigen Bergbau und dem darüber befindlichen Luftraum her. Arnd Holte vom Vorstand erzählte von der Arbeit des Clubs und lud Interessierte zum Wiederkommen ein. Werner Reumke vom Streckenverein zeigte sich erfreut, dass die Streckengalerie um eine Arbeit erweitert wurde. Gerade im landschaftlichen Bereich gebe es Potenzial für weitere Kunst.

Vernissage des Streckenvereins auf Gelände des Modellsportclubs (MSC) Hamm in Nordick

Bunter Vogel vor blauer Kulisse: Künstlerin Kerstin Donkervoort hat das Modellflugzeug gestaltet, das präsentiert wurde. © privat

Im Laufe des Nachmittags startete ein Kleinflugzeug mit dem Banner des Streckenvereins über den Platz. Es folgte eine Drohne, die via Monitor das benachbarte Schachtgerüst Radbod 6 mit dem Kunstwerk „Schach(t)matt“ von Nuray Cetinkaya spannend in Szene setzte. Auch Gäste des Heimatvereins Herbern waren gekommen. Viele Radfahrer nutzten die Vernissage auf dem Modellflugplatz als Ziel ihres samstäglichen Ausflugs. Decken wurden ausgebreitet, um das Treiben am Himmel zu verfolgen. 

Die weiteren Termine:

Termin 1 – Donnerstag, 13. August, 17 Uhr:

Dann startet ab Kramannstraße/Ecke Uphofstraße ein Rundgang zu Kunstwerken. Das erste ist gleich am dortigen Stromkasten zu sehen. Martin Hatscher schlägt mit seiner Arbeit eine „Brücke zwischen Münsterland und Ruhrgebiet“. Nach der Begrüßung spricht Gisela Hebben-Hagenholt zur Rosenzucht am Ort vor 150 Jahren, der Künstler stellt sein Werk vor. Zwischendurch erklingt Akkordeonmusik.

Zweite Station ist die „Pinke Wäscheklammer“. Mit ihrer Idee zur Markierung der Streckengalerie haben Jörg Müller und Birgit Schulte im April den Wettbewerb „Mark it!“ gewonnen. „Sprechen Sie mit den Ideengebern und feiern Sie gemeinsam mit uns die ersten sichtbaren Ergebnisse des Wettbewerbs“, heißt es in der Einladung. Das Wort ergreifen BDVI-Ehrenpräsident Michael Zurhorst und Hans Witt, Pfarrer i.R.

Das dritte Kunstwerk heißt „Wäscheknospen“, erschaffen von Almut Rybarsch-Tarry. Sie erläutert die Idee hinter ihrer Arbeit. Zuvor hält Dominique Lahme von der HGB (als Grundstücksgeberin und Kulturfördererin) eine Ansprache an die Gäste.

Termin 2 – Sonntag, 16. August, 16 Uhr:

Es gibt historische News im Doppelpack. Unter dem Titel „Wie der Beat nach Bockum-Hövel kam?“ ist im Haus der Begegnung zunächst eine Ausstellung mit alten Fotos aus der Bockum-Höveler Musikszene der 1960er-Jahre zu sehen. Gezeigt werden außerdem handgeschriebene Plakate und diverse Accessoires. Ab 17 Uhr stellt Musiker und Schriftsteller Harald Sumik sein gleichnamiges Buch vor. Axel Ronig moderiert das Programm, das zu den gelesenen Texten entsprechende Musikstücke unter anderem mit Sloopy Bialas bereithält. „Anwesende Musiker sind zu Improvisationen eingeladen“, heißt es.

Termin 3 – Donnerstag, 20. August, 17 Uhr:

Ein weiteres Kunstwerk wird der Öffentlichkeit übergeben. Ort der Handlung ist rund um die Bushaltestelle „Zeche Radbod“ an der Hammer Straße auf dem Gelände des Autohauses Potthoff. Die Vernissage steht unter dem Motto „Lyrik und Stahl“. Künstler Jürgen Henke präsentiert seine „Strecken-Lyrik“ auf einer Metallskulptur. Umrahmt wird die Vernissage von Kurzansprachen und einem „Mülltonnen-Konzert“.

Termin 4 – Montag, 7. September, 16 Uhr:

Eröffnung der Open-Air-Ausstellung „Radbod-Gallery“ (Straße „An den Fördertürmen“, Höhe der Schächte 1 und 2). Großformatige Collagen erinnern an die Geschichte der Zeche Radbod. Den Bildern gegenübergestellt sind gelungene Beispiele der Umnutzung ehemaliger Industrieanlagen in ganz Europa. „Die Ausstellung möchte Impulse für die zukünftige Entwicklung der historischen Maschinenhäuser geben“, heißt es beim Verein. Auf der Rednerliste viel Prominenz: Bärbel Bergerhoff-Wodopia (RAG-Stiftung), Peter Schrimpf (ehemaliger Vorstandsvorsitzender der RAG AG und Strecken-Schirmherr), Burkhardt Reher (Volksbank Dortmund als Sponsor), Bezirksbürgermeister Klaus Jendreiek, Andreas Heppe (Projektentwickler des Lokschuppens der ehemaligen Zechen General Blumenthal), Ludger Hinse, (Künstler mit Atelier auf Blumenthal) sowie Kuratorin Christiane Reumke.

Musikalische Beiträge und Führungen über das Gelände und in die Maschinenhalle 2 mit Ex-Radbod-Betriebsrat Arthur Ensenbach runden das Programm ab. Die „Radbod-Gallery“ ist bis zum 3. Oktober zu sehen und ist Programmbestandteil am Tag des offenen Denkmals.