Stand: 23.07.2026, 05:30 Uhr
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Der Planungsausschuss hat den Entwurf zur Änderung des Regionalplans für den Technologiepark Ottobrunn/Taufkirchen beschlossen. Im südlichen „Parallelogramm" fällt der Schutzstatus weg, westlich der A8 wird der Grünzug ausgeweitet.
Ottobrunn/Taufkirchen – Der Technologie- und Innovationspark (TIP) soll der bedeutendste Hochtechnologie-Standort für Luft- und Raumfahrt in Bayern werden. Dafür hat der Planungsausschuss des Regionalen Planungsverbands (RPV) München vor einem Jahr eine Änderung der Regionalen Grünzüge Nr. 10 und 11 auf den Weg gebracht. Kern des Vorhabens ist der Ausbau des neuen TUM-Departments „Aerospace and Geodesy“ sowie die Ansiedlung weiterer Unternehmen der Branchen Luft- und Raumfahrt, Cyber- und Sicherheitstechnologie, Verteidigung, KI und Geodäsie.
Am Dienstag hat der Planungsausschuss in Oberhaching den Entwurf für die Änderung des Regionalplans mehrheitlich bei einer Gegenstimme gebilligt und den Regionsbeauftragten Thomas Bläser mit den nächsten Schritten beauftragt: Der Umweltbericht soll erstellt und das Beteiligungsverfahren eingeleitet werden, das schon Ende des Jahres abgeschlossen sein könnte, wie RPV-Geschäftsführer Marc Wißmann hofft. Parallel soll die Regionalplanänderung für den Isartal-Grünzug in Moosburg behandelt werden, um den Verwaltungsaufwand zu reduzieren und die beiden separaten Verfahren zu beschleunigen. RPV-Verbandsvorsitzender und Oberhachings Bürgermeister Stefan Schelle (CSU) meinte, wohl mit Blick auf die U-Bahn-Verlängerung, jedoch: „Das ist ein Verfahren, das wird uns noch lange begleiten.“
TUM will ihr Department am Standort Ottobrunn/Taufkirchen ausbauen
Die Technische Universität München will ihr Department am Standort Ottobrunn/Taufkirchen auf 50 Professuren, 1000 Mitarbeiter und bis zu 4000 Studenten ausbauen. Der Freistaat hat bereits Flächen im bestehenden TIP erworben. Ergänzt werden soll das akademische Angebot durch gewerbliche Ansiedlungen von etablierten Konzernen bis zu Start-ups.
Die Gemeinde Taufkirchen hatte bereits 2022 beantragt, Flächen aus den Regionalen Grünzügen Nr. 10 („Gleißental/Hachinger Tal“) und Nr. 11 („Höhenkirchener Forst/Truderinger Wald“) herauszunehmen, um Erweiterungen zu ermöglichen. Insgesamt wurden 72 Hektar beantragt, der tatsächliche Bedarf lag aber eher bei rund 37 Hektar für gewerbliche Neuansiedlungen zuzüglich Verdichtungspotenzial im Bestand.
Der RPV hat nun ein eigenes Konzept als Kompromiss vorgelegt, das den Gewerbe- und Uni-Standort stärken und gleichzeitig den Schutz der regionalen Grünflächen als Luftschneise sichern soll. Im südlichen Bereich des sogenannten „Parallelogramms“ (zwischen Willy-Messerschmitt-Straße, Brunnthaler Straße und Einsteinstraße in Taufkirchen) wird der Schutzstatus aufgehoben. Diese Flächen gelten als klimatisch weniger bedeutsam, der Waldbestand ist bereits stark gelichtet.
Landkreis hat Machbarkeitsstudie beauftragt, die drei Varianten für den Streckenverlauf der U5-Verlängerung ergeben hat
Dafür wird westlich der Ludwig-Bölkow-Allee und des Haidgrabens an der A8 der Grünzug vergrößert. „Diese Fläche ist viel sensibler“, sagte RPV-Geschäftsführer Marc Wißmann. Sie dient dem Erhalt des Kaltluftströmungssystems vom Hachinger Tal bis München.
Um zu verhindern, dass die Flächen für allgemeines Gewerbe genutzt werden, soll der geänderte Regionalplan eine Nutzungsbindung vorsehen: Im TIP dürfen sich ausschließlich Unternehmen mit engem Bezug zu Luft- und Raumfahrttechnologien sowie Forschung und Entwicklung in diesen Feldern ansiedeln. „Mir ist das eine zu hohe Konzentration auf die Militärindustrie“, kritisierte der Münchner Stadtrat Christian Schwarzenberger (Linke) und stimmte dagegen.
Eine leistungsfähige U-Bahn-Anbindung gilt als Voraussetzung für den Erfolg des Clusters. Daher ist auch eine Anpassung des Regionalplans zur Verlängerung der U5 vom bisherigen Endpunkt Neuperlach Süd in Richtung Ottobrunn/Taufkirchen vorgesehen. Der Landkreis hat eine Machbarkeitsstudie beauftragt, die drei Varianten für den Streckenverlauf ergeben hat. Ob sich schon Konzerne oder Start-ups für Flächen im TIP bewerben? Ottobrunns Bürgermeister Florian Schardt (SPD) kommentiert am Rande der Sitzung nur so viel: „Es sind sehr interessante Flächen.“