Reit-WM in Aachen: Jung reitet auf »Legende« Chipmunk zu zweitem WM-Titel in der Vielseitigkeit

Bei der WM vor vier Jahren verpasste Michael Jung knapp Gold, in Aachen lief es für den Vielseitigkeitsreiter nun besser. Erstmals seit 16 Jahren ist er wieder Weltmeister – und lobt die Nerven seines Pferdes Chipmunk.

16.08.2026, 17.43 Uhr

Michael Jung auf seinem Pferd Chipmunk Michael Jung auf seinem Pferd Chipmunk

Michael Jung auf seinem Pferd Chipmunk

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Der viermalige Olympiasieger Michael Jung hat sich in Aachen zum zweiten Mal in seiner Karriere zum Weltmeister in der Vielseitigkeit gekrönt. Mit seinem Partner Chipmunk blieb der 44-Jährige in der abschließenden Teilprüfung im Springen vor Heimkulisse fehlerfrei. Vier Jahre nach dem knapp verpassten Einzelgold in Italien gewann Jung nun auch Mannschaftssilber mit dem deutschen Team.

»Meine Stimme ist noch weg. Es war unglaublich, die ganze Woche«, sagte der neue Weltmeister in der ARD. »Chipmunk ist eine Legende, das ist unwahrscheinlich. Wie er Dressur gehen, springen, im Gelände rennen kann. Wie er zuhört und wie viele Nerven er hat, obwohl er auch aufgeregt ist. Das ist gigantisch. Ich bin so dankbar, dass ich so ein Pferd reiten kann.«

Jubel über Gold: Michal Jung und Chipmunk

Jubel über Gold: Michal Jung und Chipmunk

Foto: Emma Wallskog / Bildbyran / IMAGO

Mit 23,0 Minuspunkten setzte sich Jung nach vier Wettkampftagen hauchdünn vor den Britinnen Rosalind Canter und Laura Collett durch. Bei der WM 2022 in Pratoni del Vivaro hatte Jung mit Chipmunk vor dem Schlusstag ebenfalls geführt, ehe ein Fehler am letzten Hindernis den Titeltraum noch platzen ließ. Im Aachener Hauptstadion verteidigte er diesmal seinen knappen Vorsprung aus dem Gelände.

Zusätzlich zum WM-Einzelgold holte Jung mit der Mannschaft Silber. Die deutschen Titelverteidiger (90,4 Minuspunkte) mussten sich jedoch dem Team aus Großbritannien (85,0) geschlagen geben, das trotz eines Sturzes im Gelände mit deutlichem Vorsprung in den finalen Tag gegangen war. Bronze gewann die Mannschaft aus den USA.

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Julia Krajewski, Vizeweltmeisterin von 2022, sammelte mit Nickel durch einen Fehler vier weitere Minuspunkte und beendete die WM auf Einzelrang 17 (39,6). Malin Hansen-Hotopp wurde auf Quidditch Neunte, sie erhielt 1,2 Fehlerpunkte für Zeitüberschreitung. Libussa Lübbeke belegte bei ihrer ersten WM nach einem Abwurf Rang 41 (61,1). Einzelreiter Christoph Wahler fiel nach mehreren Fehlern zurück und wurde 16.

Sie haben den wohl beschissensten Job beim Reitturnier in Aachen – sehen das selbst aber gar nicht so. Die Frauen und Männer des »Stable Cleaning Teams« sammeln zwei Wochen lang ehrenamtlich Pferdemist. Mehr über die »Entäppler« lesen Sie hier. 

luc/sid