Mehr als 25 Jahre nach der Veröffentlichung auf dem Nintendo 64 läuft Donkey Kong 64 nativ auf modernen PCs. Das Fanprojekt DK64 ReKONGpiled setzt dabei nicht auf Emulation, sondern kompiliert das Original für moderne Hardware neu. Hohe Auflösungen, beliebige Bildraten und Ultrawide gehören zu den Verbesserungen.
Donkey Kong ohne N64-Emulator
Das 1999 für das Nintendo 64 erschienene Donkey Kong 64 hat einen inoffiziellen nativen PC-Port erhalten. Das Fanprojekt hört passend auf den Namen „DK64 ReKONGpiled“ und ist in Version 1.0 für Windows, Linux und macOS erschienen. Auch das Steam Deck wird offiziell unterstützt.
Anders als bei einer klassischen Emulation wird dabei nicht die ursprüngliche N64-Hardware auf dem PC nachgebildet. Stattdessen setzt ReKONGpiled auf das Open-Source-Projekt N64: Recompiled, das den ursprünglichen Programmcode statisch für moderne Plattformen rekompiliert. Für die Grafikausgabe kommt RT64 zum Einsatz, das unter anderem bereits anderen N64-Recompilation-Projekten zugrunde liegt.
Die Entwickler betonen zugleich, dass ReKONGpiled selbst keinerlei Spieldaten enthält. Zum Start wird deshalb weiterhin eine eigene ROM der US-Version von Donkey Kong 64 benötigt. Ohne das Originalspiel ist der PC-Port entsprechend nicht lauffähig.

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Hohe FPS, Ultrawide und kurze Ladezeiten
Gegenüber dem Original bietet die PC-Fassung zahlreiche technische Verbesserungen. Die Bildrate ist nicht mehr an die ursprünglichen Vorgaben des Nintendo 64 gebunden und kann auf Wunsch an die Bildwiederholrate des Monitors angepasst werden. Laut den Entwicklern bleiben dabei Spielgeschwindigkeit und Gameplay unverändert. Wer das ursprüngliche Spielgefühl bevorzugt, kann alternativ auch wieder mit der originalen Bildrate spielen.
Darüber hinaus unterstützt ReKONGpiled praktisch beliebige Seitenverhältnisse und damit auch 21:9- und noch breitere Ultrawide-Monitore. Das HUD lässt sich auf Wunsch innerhalb eines 16:9-Bereichs darstellen. Lediglich bei einigen Zwischensequenzen können an den äußeren Bildrändern kleinere Auffälligkeiten bei Animationen auftreten.
Von der nativen Ausführung profitiert ebenfalls die Reaktionszeit. Die Entwickler versprechen einen geringeren Input-Lag sowie erheblich kürzere Ladezeiten. Speichern, Laden, Wechsel zwischen Gebieten und das Öffnen des Pausenmenüs sollen auf aktueller Hardware nahezu ohne Verzögerung erfolgen.
Grafik-, Audio-, Eingabe- und Gameplay-Einstellungen lassen sich über ein neues Konfigurationsmenü im Spiel anpassen. Neben Controllern werden Tastatur und Maus unterstützt. Unter anderem können Deadzones der Analogsticks sowie die invertierte Steuerung einzelner Achsen angepasst werden.
Mods verändern auf Wunsch auch das Spiel
ReKONGpiled beschränkt sich nicht auf technische Modernisierungen. Der Port unterstützt zusätzlich Mods, von denen bereits mehrere zur Verfügung stehen. Dazu gehört beispielsweise „Tag Anywhere“, mit dem jederzeit zwischen den fünf spielbaren Kongs gewechselt werden kann, statt dafür wie im Original eine sogenannte Tag Barrel aufsuchen zu müssen.
Weitere Modifikationen beheben unter anderem Probleme des berüchtigten Beaver-Bother-Minispiels oder erlauben es, eine Partie direkt mit allen Kongs zu beginnen. Auch der aus der DK64-Community bekannte DK64 Randomizer soll künftig unterstützt werden.
Die Hardware-Anforderungen fallen angesichts der Herkunft des Spiels erwartungsgemäß niedrig aus. Benötigt werden eine Grafikkarte mit DirectX 12 und Shader Model 6 oder Vulkan 1.2 sowie ein Prozessor mit AVX-Unterstützung. Als älteste grundsätzlich unterstützte Grafikkarten nennen die Entwickler beispielsweise eine GeForce GT 630, Radeon HD 7750 oder Intel HD Graphics 510.
Für Linux steht ebenfalls eine native Version bereit. Sie lässt sich auf dem Steam Deck als externes Spiel zu Steam hinzufügen und anschließend direkt aus dem Gaming-Modus starten.
Ganz bewusst ohne generative KI
Eine Besonderheit heben die Entwickler bei der Vorstellung auffällig hervor: Bei der Entwicklung von DK64 ReKONGpiled sei an keiner Stelle generative KI verwendet worden. Hintergrund ist offenbar ein konkurrierendes Recompilation-Projekt, bei dem KI-generierter Code eine deutlich größere Rolle gespielt haben soll.
Das Team hinter ReKONGpiled besteht dagegen unter anderem aus Entwicklern, die sich bereits seit Jahren mit Donkey Kong 64 und dessen Programmcode beschäftigen. Das Projekt entstand aus der Community rund um den DK64 Randomizer.
Donkey Kong 64 erschien ursprünglich im November 1999 für das Nintendo 64 und gehörte zu den technisch aufwendigeren Spielen der Konsole. Das von Rare entwickelte Jump ’n’ Run benötigte als eines der bekanntesten N64-Spiele zwingend das Expansion Pak, das den Arbeitsspeicher der Konsole von 4 auf 8 MByte verdoppelte.