Rente unter Palmen: Diese versteckten Kosten unterschätzen Auswanderer auf beliebter Ferieninsel

Stand: 23.09.2026, 19:04 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Viele Deutsche verbringen ihren Ruhestand im Ausland. Doch wer dauerhaft bleibt, sollte finanzielle Stolpersteine kennen, um böse Überraschungen zu vermeiden.

München – Der Ruhestand im Ausland ist für viele Deutsche längst mehr als ein Urlaubstraum. Milde Temperaturen, ein entspannter Alltag und die Aussicht auf ein Leben in der Sonne ziehen viele Ruheständler ins Ausland. Wer innerhalb der Europäischen Union seinen Wohnsitz verlegt, erhält seine deutsche Rente grundsätzlich auch am neuen Lebensmittelpunkt weiter.

Ruhestand auf Fuerteventura.

Fuerteventura im Ruhestand: Warum das Leben auf der Insel teurer sein kann als gedacht. © Clara Margais/dpa/Symbolbild

Besonders Spanien ist bei Ruheständlern beliebt. Das milde Klima und die vergleichsweise kurze Entfernung zu Deutschland machen das Land attraktiv – auch die Kanaren stehen bei Auswanderern hoch im Kurs.

Doch der Traum vom entspannten Lebensabend auf einer Ferieninsel kann teurer werden als gedacht. Der 70‑jährige Rentner Giulio schildert dem italienischen Nachrichtenportal Fanpage sein Leben auf Fuerteventura. Er lebe zwar gerne auf der Insel, doch das häufig gezeichnete Bild vom günstigen und entspannten Inselleben sei aus seiner Sicht zu einseitig. Wer im Ruhestand ins Ausland zieht, sollte auch die Regeln für die Auszahlung und Besteuerung der Rente kennen – was sich für Auslandsrentner ändern kann.

Fuerteventura: Günstiger Ruhestand ist nicht garantiert

Der 70‑Jährige hat sich nach seiner Pensionierung dauerhaft auf Fuerteventura niedergelassen. „Ich bin glücklich, aber es gibt nicht nur positive Aspekte“, sagt der Rentner gegenüber dem Nachrichtenportal. Er bereue seine Entscheidung nicht, wolle das allzu positive Bild der Insel etwas relativieren: Lebensmittel und Restaurantbesuche seien seiner Erfahrung nach nicht automatisch günstiger als in Italien. Auch die Auswahl in den Supermärkten sei begrenzter.

Bei den Wohnkosten nennt Giulio ebenfalls gestiegene Preise. Seit der Corona-Pandemie seien die Mieten auf der Insel gestiegen. Zugleich gebe es nur wenige verfügbare Wohnungen. „Einerseits gibt es sehr wenige Häuser, andererseits werden sie nicht für weniger als 800 Euro vermietet“, sagt er. Wer eine Immobilie kaufen wolle, müsse für rund 100 Quadratmeter laut Giulio etwa 250.000 Euro einplanen. Neben den Lebenshaltungskosten sollten Auswanderer auch die steuerlichen Folgen eines Umzugs im Blick behalten. In welchen Ländern deutsche Rentner unter bestimmten Voraussetzungen Steuern sparen können.

Auswandern nach Fuerteventura: Diese Punkte sieht Giulio kritisch

Auch die Gesundheitsversorgung bewertet Giulio kritischer. In Italien sei sie besser. Zudem habe die Kriminalität in den vergangenen Jahren zugenommen, vor allem in den touristischen Gebieten.

Seine Entscheidung, Italien zu verlassen, wolle er nicht infrage stellen. Gleichzeitig wolle er sein neues Leben nicht als Traum darstellen: „Hier ist das Leben gut und friedlich. Es gibt sicherlich andere Rhythmen, aber man kann nicht nur die positiven Aspekte betonen – man muss auch die negativen berücksichtigen.“ Wer im Ausland seinen Ruhestand verbringen möchte, sollte auch den eigenen Rentenbezug im Blick behalten – was 2026 für Rentner im Ausland gilt.

Ruhestand auf Fuerteventura: Hoher Anteil ausländischer Einwohner

Fuerteventura hat einen besonders hohen Anteil ausländischer Einwohner. 2023 waren 28,3 Prozent der Bewohner ausländische Staatsangehörige. Damit lag die Insel im Vergleich zu den anderen Kanareninseln an der Spitze. Das zeigen Zahlen des spanischen Statistikamts INE.

Gratis für Sie: Der große Renten-Ratgeber

So holen Sie das meiste aus Ihrer Rente. Versteckte Fehler vermeiden. Dies und viele Tipps von Renten-Profis finden Sie in unserem kostenlosen Ratgeber.

Laden Sie sich HIER den Ratgeber kostenlos als PDF herunter

Laden Sie sich den Renten-Ratgeber kostenlos als PDF herunter.

Laden Sie sich den Renten-Ratgeber kostenlos als PDF herunter. © IPPEN.MEDIA

Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung (DRV) werden inzwischen mehr als 1,7 Millionen Renten ins Ausland überwiesen. Zu den häufigsten Zielländern zählen Österreich, die Schweiz, Spanien, die USA und Frankreich. Wer seinen Wohnsitz verlegt, muss einige formale Regeln beachten – schon kleine Fehler beim Antrag oder bei Nachweisen können dazu führen, dass Zahlungen vorübergehend unterbrochen werden. (Quellen: fanpage.it, Instituto Nacional de Estadística (INE), Deutsche Rentenversicherung) (vw)