Bergdorf ausgetrocknet, Leitungswasser nicht mehr trinkbar – Einwohner fassungslos: „Wie ist das möglich?“

Heftige Dürre-Krise in Frankreich: Pyrenäen-Dorf ohne Trinkwasser – „Das hat es noch nie gegeben“

Stand: 23.09.2026, 19:24 Uhr

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Ein Bergdorf in den Pyrenäen bekommt den Klimawandel knallhart zu spüren. Nach einer langen Dürreperiode ist das Trinkwasser ausgegangen.

Arrens-Marsous – Jeden Morgen kämpft sich seit dem 16. September 2026 eine Schlange von Menschen durch das Rathaus von Arrens-Marsous – und jeder geht mit einem Wasserpaket unter dem Arm wieder hinaus. Für die rund 700 Einwohner des Bergdorfs in den französischen Pyrenäen ist der Gang zum Rathaus zum Alltag geworden. Die Hauptwasserquelle ist versiegt, und sauberes Trinkwasser aus dem Hahn gibt es vorerst nicht mehr.

Auch in den Pyrenäen herrscht akuter Wassermangel. In einem Bergdorf versiegte die Hauptquelle.

Auch in den Pyrenäen herrscht akuter Wassermangel. In einem Bergdorf versiegte die Hauptquelle. © imago/Symbolbild

Die wichtigste Trinkwasserquelle des Dorfes hat ihren Dienst eingestellt – und das von einem Tag auf den anderen. Der regionale Fernsehsender France 3 Occitanie berichtete, wie die erste Beigeordnete des Bürgermeisters, Audrey Bertrand, die Lage beschreibt: „Seit letztem Mittwoch haben wir eine Wasserknappheit im Dorf, die durch das Versiegen der Hauptquelle verursacht wird. Die Quelle ist von einem Durchfluss von 10 Litern pro Sekunde auf 0,5 l/s gesunken.“ Das Hauptreservoir des Dorfes lief dadurch trocken. Schuld ist nach Angaben der Gemeinde die anhaltende Dürre des Sommers 2026 – seit dem Frühling gab es in der Region kaum nennenswerte Niederschläge.

Die Reaktion der Einwohner ist eine Mischung aus Schock und Ungläubigkeit. Ein Anwohner fasst die Stimmung im Dorf gegenüber France 3 Occitanie so zusammen: „Ich hatte mir immer gesagt, dass man mitten in den Bergen nichts zu befürchten hat. Man hat immer Wasser in Hülle und Fülle. Was wird dann in den nächsten Wochen passieren, wenn es weiter nicht regnet?“ Eine ältere Frau fragt sich: „Aber wie ist das möglich? Es ist unfassbar. Wir haben Wasserknappheit, obwohl wir in den Bergen sind. Das hatte es noch nie gegeben.“ Auch in den Dolomiten mussten Hütten wegen ausgetrockneter Quellen Wasser rationieren.

Dorf in den Pyrenäen hat plötzlich kein Trinkwasser mehr – Einwohner fassungslos

Die Gemeinde kaufte auf eigene Kosten Wasserpaletten und verteilt sie werktags von 8:30 bis 19:00 Uhr im Rathaus. Bürgermeister Jean-Pierre Cazaux ist erschüttert: „Das ist noch nie zuvor passiert.“ Die Gemeindeverwaltung reaktivierte eine Reservequelle im Ortsteil Marsous und zapfte eine weitere oberhalb der Hauptquelle an. Doch diese gilt laut der regionalen Gesundheitsbehörde ARS noch nicht als trinkbar – Analysen laufen. Das Wasser darf nur für die Toilettenspülung genutzt werden, wie die Regionalzeitung La Nouvelle République des Pyrénées berichtete.

Beigeordnete Bertrand appelliert an alle Einwohner: „Wasser ist kostbar. Man darf es nicht verschwenden.“ Sie regt zudem an, Regenwasser zu sammeln und für Gartenbewässerung oder Reinigung zu nutzen. Bürgermeister Cazaux sieht in der Krise mehr als einen Einzelfall: „Trinkwasser wird knapp werden. Auch ein Bergdorf ist nicht sicher davor.“ Jetzt soll geklärt werden, ob es in Arrens-Marsous für das Versiegen der Quelle neben der Dürre weitere Ursachen gibt. (Quellen: La Nouvelle République des Pyrénées, France 3 Occitanie) (mt)