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17.09.2026
Die Songwriterin setzt auf heimelige Indie-Kargheit.
Zuletzt, auf ihrem dritten Album THIS IS HOW TOMORROW MOVES, blickte Beabadoobee sich um, integrierte luftigen Pop und Eighties-Einflüsse in ihre Songs. Souverän klang das, manchmal auch überraschend, nach einer Wegmarke auf der Strecke vom Indie- zum Popstar. PYLON setzt diese Heldenreise fort, indem es die Leichtigkeit des Vorgängeralbums aufnimmt, sich aber gleichzeitig vor allzu umfangreichen Zugeständnissen Richtung Mainstream scheut. Eher sind die Songs im Alternative Rock der 1990er-Jahre verortet.
Das mag bei Beabadoobee bekanntes Terrain sein, bedeutet aber keineswegs, dass sie auf Nummer sicher geht. Eher lotet sie Seitenstränge aus, dreht sie in ihren Arrangements noch einmal auf links, lässt Verschiedenes aufeinanderknallen. Da glänzt etwa „Radio“ mit Gitarren, die direkt nach Großbritannien führen, sagen wir mal: zu Blur im Jahr 1994. Gleichzeitig besitzen die Vocals jene ätherische Beiläufigkeit, die am ehesten noch mit der jungen Belinda Carlisle vergleichbar ist. „Sun Has Set“ reiht sich mit seinen so kratzigen wie mathematischen Gitarren zwischen Emo-Bands wie Hey Mercedes, Pop Unknown und den ganz frühen Jimmy Eat World ein.
Als Scharnier in die Gegenwart dienen Brendan Yates von Turnstile, der ein paar Worte auf „Powerlines“ singen darf, und Hayley Williams von Paramore, sie ist auf „Nothing To Prove“ zu hören. An anderer Stelle halfen Matty Healy und George Daniel von The 1975. Gute Leute, sicherlich eine Zierde für jedes Album. Das Scheinwerferlicht gebührt indes Beatrice Kristi Ilejay Laus selbst, denn sie setzt hier den Goldstandard, der letzte Song schließt die Beweisführung endgültig ab: Wer sich bei den erhabenen Klängen von „Satellite“ nicht sofort wünscht, an einem trüben Regentag mit genau diesem Song auf den Ohren durch die schottischen Highlands, einen Vorort von Reykjavík oder Berlin-Wilhelmsruh zu schlurfen, hat kein Herz.
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